Unglaubliche Moral der Joker sorgt für die Wende

Lesedauer: ca. 3 Minuten

Von Anfang an waren die Star Bulls optisch überlegen und hatten die besseren Torchancen. Hauptsächlich Stefan Vajs, der mehrmals, unter anderem gegen Fabian Zick (3.) und Patrick Asselin (7.) rettete, war es zu verdanken, dass es zunächst torlos blieb. Doch nach einer umstrittenen Strafzeit für Dominic Krabbat startete Levi Nelson zum Unterzahlkonter und konnte nur unfair am Torschuß gehindert werden. Den fälligen Penalty setzte der Kanadier allerdings knapp neben das Tor. Dies sollte eine der wenigen hochkarätigen Chancen für die Gastgeber im ersten Drittel bleiben. Denn nun waren die Star Bulls wieder an der Reihe. Robin Hanselko durfte unbehelligt durchs Kaufbeurer Drittel spazieren und wurde erst vom starken Vajs gestoppt. Was sich schon einige Zeit angedeutet hatte, setzten die Gäste in der 15. Minute in die Tat um. Asselin konnte hinter dem Jokertor schalten und walten, passte vor den Kasten auf Marsall, der beim verdienten 0:1 kaum gestört wurde. Erst gegen Drittelende ergaben sich erste gute Möglichkeiten für die Gastgeber, die allerdings eher zufällig entstanden. Ein gefährlich springender Schlenzer von der Mittellinie von Jannik Woidtke, der soeben zum Rookie des Jahres in der 2. Bundesliga gewählt worden war und ein Rückhandschlenzer von Daniel Menge brachten aber nichts ein.

Auch im Mitteldrittel hatten die Gäste gegen ausgepumpt und emotionslos wirkende Joker mehr vom Spiel, auch wenn die Kaufbeurer öfter zum Torabschluß kamen. Zuerst bekam Gästestürmer Baindl nach einem Mißverständnis in der ESVK-Defensive den Puck quasi auf dem Silbertablett serviert, konnte dieses Geschenk aber nicht nutzen. Auch im Powerplay fehlte der letzte Schwung, wobei Soares noch die beste Möglichkeit vergab, als er nach klugem Paß mit der Rückhand an Norm Maracle im Rosenheimer Tor scheiterte. Verteidiger Rohner hatte in einem ausgeglichenen Drittel noch die beste Chance, als er frei vor dem Kasten knapp daneben zielte.

Joker-Dompteur Ken Latta bündelte für das letzte Drittel die Kräfte, um dem Spiel noch die dringend benötigte Wende zu bringen. Und der Ausgleich sollte gleich zu Beginn des Schlußdrittels nach einer Energieleistung von Carl Hudson gelingen, der sich den Puck eroberte und mit einem Querpaß vors Tor seinen Teamkamerad Brady Leisenring fand, der zum umjubelten Ausgleich einschob. Die Joker waren jetzt wie ausgewechselt und hätten durch Maximilian Schäffler und Levi Nelson sogar in Führung gehen können. Dies sollte acht Minuten vor Schluß doch noch im Powerplay durch Andrew McPherson gelingen, der einen Abpraller zur 2:1 Führung über die Linie drückte. Die SparkassenArena tobte und die Joker hatten in der Folge weitere gute Chancen. Andrew McPherson und ein Knaller von Carl Hudson hätten bereits für die Vorentscheidung sorgen können. Auf der Gegenseite hatten die Joker eine Menge Glück, dass Marsall um Millimeter daneben zielte. Dennoch überstanden die Joker den Rest des Spiels ohne Gegentor und konnten sich sogar den Luxus erlauben, das leere Tor zu verfehlen. Am Ende stand ein wahnsinnig wichtiger 2:1 Sieg, der den Ausgleich in der Play-Off-Serie bedeutete. Nun sind am kommenden Freitag wieder die Star Bulls Rosenheim im Heimspiel gegen die Joker unter Druck.

Auf der anschließenden Pressekonferenz beantwortete Co-Trainer Martin Reichel für seinen erkrankten Chefcoach Franz Steer. Reichel hatte 40 Minuten lang ein sehr gutes Auswärtsspiel seiner Truppe gesehen. Allerdings hätte sein Team die vielen Chancen im ersten Drittel zu weiteren Toren nutzen müssen.

Ken Latta bestätigte die gute Leistung der Gäste, die sich auf einen sehr guten Torhüter Maracle verlassen konnten. Der Knackpunkt war seiner Meinung nach der frühe Ausgleichstreffer gleich zu Beginn des Schlußdrittels.


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Mittwoch 08.02.2023
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Freitag 10.02.2023
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Dresdner Eislöwen Dresden
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Sonntag 12.02.2023
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