Überragender Kracik führt Cannibals zum Sieg

Jaroslav Kracik spielte in Bestform. (Foto: Roland Krivec - www.stock4press.de)Jaroslav Kracik spielte in Bestform. (Foto: Roland Krivec - www.stock4press.de)
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„Das Powerplay-Spiel hat heute den Unterschied gemacht“, resümierte Ravensburgs Trainer Uli Liebsch anschließend. Und dafür war bei den Drei-Helme-Städtern niemand anderes als der überragende Kracik verantwortlich. Die ersten beiden Tore waren wie Abziehbilder: Der 29-jährige Tscheche vereinnahmte „Gretzky’s office“ hinter dem Tor so virtuos, daß gegen seine messerscharfen Steilpässe zurück in den Slot auf den stets dorthin hinein preschenden Frantisek Mrazek und dessen Direktabnahmen kein Kraut und kein Towerstar gewachsen waren. Das sechste Tor verbuchte er dann höchst selbst, als er aus derselben Position mit der Scheibe vors Tor zog und aus vier Metern Entfernung wie selbstverständlich vollendete.

Dazwischen erspielten sich die übrigen Kontrahenten ein 3:3-Unentschieden, wobei sich bei den Hausherren die Billy-Trew-Reihe als treffsicher und die Brandl-Brüder als kampfstark erwiesen. Auf Ravensburger Seite war der zweite und vierte Sturm um Max Schmidle beziehungsweise Stephan Vogt torgefährlich, während die erste Paradereihe mit Frederik Cabana, Kiel Mc Leod und Scott Champagne wirkungslos blieb. So gestalteten die Schwaben das erste Drittel zumindest ausgeglichen, hatten durch Champagne und Tobias Bräuner beste Ausgleichschancen, doch scheiterten sie jeweils freistehend vor dem Tor am zwei Drittel lang glänzenden Keeper Sebastian Vogl.

Der zweite Spielabschnitt zeigte ein deutliches Übergewicht der Hausherren, bei denen Cody Thornton einen Schuss von der blauen Linie des für den verletzten Kamil Toupal als Verteidiger aushelfenden Markus Welz zum 3:0 abfälschen konnte. Sofort nahm Liebsch eine Auszeit, richtete sein Team auf und konnte mit Sebastian Schmidt kurz darauf den nächsten Spieler verzeichnen, der freistehend an Vogl aus kurzer Distanz scheiterte. Besser machte jener es aber wenige Augenblicke später, als er einen Abpraller am Kannibalen-Goalie zum Anschlusstreffer vorbei schieben konnte. Max Brandl ermöglichte dem an diesem Abend völlig indisponierten Elia Ostwald durch ein schönes Zuspiel allein und ungestört auf Schwaben-Keeper Christian Rohde zuzulaufen und den alten Abstand wieder herzustellen – bemerkenswerter als sein Abschluss war die Sirene, die den Akteuren danach den zweiten Pausentee versprach.

Im Anschluss verloren die Isar-Strändler, sicher auch verursacht durch zwei Strafzeiten, ihre Linie und Torwart Vogl seine bisherige Souveränität. So schien es, als würde er die Scheibe rechts neben seinem Tor sichern, statt dessen ermöglichte er Jeffrey Szwez einen Querpaß und Schmidle den nächsten Anschlusstreffer. Glücklicherweise hatte sich Trew zwischenzeitlich Kraciks Trick mit den Hinter-Tor-Pässen abgeschaut und ermöglichte Thornton auf diesem Wege den alten Zwei-Tore-Vorsprung wieder herzustellen. Allerdings verharrte Vogl in seinem zehnminütgen Zwischentief, so dass Verteidiger Lukas Slavetinsky nicht nur unbehelligt mit Puck durch das Landshuter Drittel, sondern auch von der Torlinie vor den Kasten ziehen und Vogl am kurzen Pfosten verladen konnte. Nachdem es Kracik und auch Trew vorgemacht hatten, wollte Peter Abstreiter seinen Kollegen nicht nachstehen, lief hinter das Ravensburger Tor, bediente Trew davor und postwendend waren die neuerlichen Towerstars-Hoffnungen auf den Ausgleich im Keim erstickt- 5:3.

Mit einer Glanzparade in Minute 53 meldete sich Vogl danach im Spiel zurück und die Towerstars-Bemühungen um eine weitere Resultatsverbesserung ab. Kurz vor Schluss zeigte Kracik dann eine weitere Variante seiner Spielkunst, die aufgrund der nur noch geringen Rest-Spielzeit keine Nachahmer mehr fand.

Der Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), Uwe Harnos, durfte damit ebenso Erinnerungen an eine Kracik-Gala mit nach Hause nehmen, wie Ex-Nürnberg-Trainer Andreas Brockmann, die als Gäste unter den Besuchern weilten. Entspannt registrierte der verletzte Cannibals-Kapitän Kamil Toupal die Vorstellung seiner Kollegen, zeigte die Bewegungsfähigkeit seines gebrochenen Fingers und freute sich bereits auf sein Mitwirken in einem möglichen Finale. Die Ehrung von Landshuts Sportchef Jiri Ehrenberger zum Trainer des Jahres hätte man ein größeres Umfeld als die Pressekonferenz gewünscht – schade, dass die Cannibals in der öffentlichen Darstellung noch deutlich den sportlichen Leistungen hinterher hinken. Aber bis zu einer möglichen Meisterfeier ist ja noch ein wenig Zeit zur Planung.

Tore: 1:0 (5.) Mrazek (Kracik, Hanusch) 5-4, 2:0 (30.) Mrazek (Kracik, Davidek) 5-4, 3:0 (34.) Thornton (Welz, Trew), 3:1 (35.) Schmidt (Kapzan, Vogt), 3:2 (42.) Schmidle (Bräuner, Szwez) 5-4, 4:2 (43.) Thornton (Abstreiter, Trew), 4:3 (47.) Slavetinsky (Schmidle), 5:3 (48.) Trew (Abstreiter, Thornton), 6:3 (60.) Kracik (Davidek, Smazal) 5-4

Strafen: Landshut 10, Ravensburg 14

SR: Sicorschi, LR: Adam, Flad

Zuschauer: 2.844


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