"... typisch Hollywood!"Auf einen EISTEE mit: Uli Egen, Trainer des ESV Kaufbeuren

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Herr Egen, Sie waren bei den Olympischen Spielen 1980 in Lake Placid als aktiver Spieler dabei. Diese Spiele ging besonders durch das „Miracle on Ice“ in die Sportgeschichte ein. Wie haben Sie die Spiele wahrgenommen?

Es war super schön damals. Es waren meine ersten Olympischen Spiele. Niemand hat damals damit gerechnet, dass die USA Gold holt. Für die UdSSR war eigentlich nichts anderes zu erwarten als eben die Goldmedaille. Die US-Amerikaner haben aber schließlich alle über ihrem Niveau gespielt und somit Gold gewonnen. Wir haben übrigens auch gegen die USA verloren, mit 2:4.

Im Film werden der Ost-West-Konflikt und der kalte Krieg thematisiert. Haben Sie in Lake Placid davon etwas mitbekommen, etwas gespürt?

Nein, das ist eher typisch Hollywood. Wir sind alle normal miteinander umgegangen, diesen Konflikt der politischen System, den kalte Krieg haben wir Sportler untereinander nicht gespürt oder gelebt. Man konnte ja auch zu Beginn der Spiele nicht erwarten, dass es so kommen wird.

Haben Sie das Spiel der USA gegen die UdSSR live in der Halle verfolgen können?

Nein, da waren wir schon wieder daheim. Wir haben im Verlauf der Wettbewerbe mal bei den Eisschnellläufern zugesehen, aber wirklich viel Zeit hatten wir durch Training und Spiele natürlich nicht. Wir waren auch nicht bei der Eröffnungsfeier. Im olympischen Dorf -nach den Spielen übrigens als Gefängnis genutzt- hatten wir natürlich schon Kontakt zu anderen Sportlern, aber Wettkämpfe haben wir nur ganz selten besucht.

Sie waren dann noch bis 1993 in der ersten und zweiten Bundesliga aktiv. Wie unterscheidet sich das heutige Eishockey von dem damaligen?

Heute sind die Spieler wesentlich fitter, schneller und athletischer. Das führt aber auch zu mehr Verletzungen, der Körper hält dem nicht mehr stand. Früher wurden Spielsituation mehr spielerisch gelöst, das ist heute nur noch selten der Fall. Die Spieler sind taktisch besser ausgebildet. Früher hat man mal einen oder zwei Spieler ausgespielt, dass sieht man heute kaum noch.

Wohin entwickelt sich das deutsche Eishockey in der Zukunft?

Aktuell sind wir 13ter in der Weltrangliste, so schlecht wie noch nie, aber wir haben viele talentierte Spieler. In meinen Augen sind die Spieler ein Jahr zu jung, wenn sie aus der DNL in den Seniorenbereich wechseln. Die Spieler, die aus der Liga kommen, sind noch nicht alle soweit in der DEL2 oder der Oberliga zu spielen. Ein Jahr später sähe das anders aus. Wir brauchen auch wieder einen Auf- und Abstieg zwischen der DEL und der DEL2. Wir wollen jubeln und traurig sein und das geht eigentlich nur mit einer Verzahnung der obersten Ligen. Das amerikanische Denken passt nicht nach Deutschland. Mit Franz Reindl haben wir allerdings einen guten Präsidenten, der sicher die richtigen Wege finden und gehen wird.

Für einige Zeit waren Sie gleichzeitig Trainer in Geelen (NL) und Sportdirektor bei den Moskitos Essen. Wie kam es zu dieser ungewöhnlichen Kombination?

Über Larry Suarez -ein guter Freund von mir- hatte ich Kontakt nach Geelen. Ich habe dann die Mannschaft als Trainer übernommen und dort auch gewohnt. Bei den Moskitos habe ich primär während des Sommers und Montags gearbeitet, als in Geelen trainingsfrei war.

Kommen wir auf das Aktuelle. Trotz einer positiven Entscheidung des Stadtrates wird ein weiteres Bürgerbegehren in Kaufbeuren angestrebt. Wie sehen Sie die Erfolgschancen?

Da wird jetzt Stimmung gegen die neue Eishalle gemacht. Ich glaube allerdings nicht, dass dies Erfolg bringen wird. Kaufbeuren ohne Eishockey geht auch nicht. Wir betreiben eine gute Nachwuchsarbeit und die muss erhalten bleiben.

In der letzten Saison war Goalie Stefan Vajs lange Zeit verletzt. In dieser Saison haben Sie neben ihm nur junge Torhüter, nun ist Vajs wieder verletzt. Sind Sie ein zu großes Risiko gegangen?

Nein. Wir haben ja neben Stefan und unseren jungen Torhütern auch noch Dustin Strahlmeier mittels Förderlizenz. Straubing hat aber selber Probleme auf der Torhüterposition, dennoch sind wir auf dieser Position gut aufgestellt. Entscheidender ist, dass aktuell 50 % unserer Top-Spieler ausfallen, das können wir nicht kompensieren.

Michael Kreitl ist zurück in Kaufbeuren. Warum haben Sie ihn im Sommer ziehen lassen und nun wieder zurück geholt?

Ich bin sehr froh, dass Michael wieder bei uns ist, ich wollte ihn unbedingt haben. Eigentlich wollten wir im Sommer den Kader verjüngen und haben ihm deshalb keinen neuen Vertrag angeboten. Aufgrund unserer Verletzungen habe ich mit ihm telefoniert und er hat sich bereit erklärt, wieder für uns zu spielen. Nun haben wir auch wieder einen Mittelstürmer.

Herr Egen, vielen Dank für Ihre Zeit und eine erfolgreiche Saison und ein schnelles Ende der Verletzungsmisere.

Vielen Dank!

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