Tristesse in Bad Tölz - ECT unterliegt dem Aufsteiger

Heimpleite gegen BietigheimHeimpleite gegen Bietigheim
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Die Begegnung der Tölzer Löwen gegen die Lausitzer Füchse passte zu diesem faden Herbsttag. Grau und verregnet präsentierte sich der Isawinkel zu Beginn des Oktobers und auch die sportliche Komponente war keineswegs erbauend. Dachte man vor dem Spiel noch, dass nach dem Trainerwechsel und dem Sieg über Regensburg eine Aufwärtstrend eingeläutet werden würde, sah man sich hinterher bitter getäuscht. Gegen den Aufsteiger aus Sachsen boten die einheimischen Kufencracks die mit Abstand schlechteste Saisonleistung und mussten im vierten Heimspiel die dritte Niederlage einstecken. Auch das Comeback von Patrick Couture ins Löwen-Tor konnte an dieser Tatsache nichts ändern. Erst in der Schlussphase besann man sich auf die eigenen Qualitäten und startete eine Aufholjagd, belohnt wurde diese freilich nicht mehr. 
 

Die Hausherren - mit Ausnahme von Derek Mayer und dem gesperrten Andreas Kruck komplett - versuchten von Beginn an das Heft in die Hand zu nehmen. In der Hoffnung, die Gäste würden einige Zeit benötigen, um die strapaziöse Busfahrt aus den Knochen zu schütteln, wurde versucht Druck aufzubauen. Morgan Warren hatte die erste Möglichkeit, Jeffrey Hoad stellte wenig später aus nur zwei Metern sein Visier falsch ein. Die Schwierigkeit der heutigen Aufgabe zeigte sich indes schon bald. Zum einen standen die Füchse sehr kompakt, zum anderen benötigten die Gastgeber einen enormen Aufwand, um zu zählbaren Möglichkeiten zu kommen. 3 Überzahlspiele am Stück brachten kaum nennenswerte Szenen. Einem allzu fahrigen Wechsel der Sachsen war es zu verdanken, dass nach einer Viertelstunde doch die Tormelodie eingespielt werden durfte. Beppo Frank erspähte und bediente den an der blauen Linie lauernden Morgan Warren, der sein Solo auf Sebastian Ellwing bzw. um diesen herum gekonnt abschloss. Christian Urban hätte kurze Zeit später erhöhen können, als er nur um Millimeter das Kreuzeck verfehlte.  
 
Würde man die jeweilige Wirkung der in den Pausen gereichten Powerdrinks in Erfahrung bringen wollen, man würde sich zweifelsohne für das Getränk der Gäste entscheiden. Wesentlich spritziger kamen diese aus der Kabine und übernahmen mehr und mehr das Zepter auf dem Eis. Scheiterte Dorian Anneck noch knapp in Überzahl an Couture, machte es Neuzugang Sean Gagnon wenig später ungleich besser. Sein humorloser Schlagschuss schlug wie an der Schnur gezogen im Tölzer Gehäuse ein. Die Buam verloren nun mehr und mehr den Faden und wirkten bisweilen richtiggehend desorientiert. Insbesondere ein geordneter Spielaufbau kam überhaupt nicht mehr zustande, aber auch in der Defensive taten sich vermehrt Lücken auf. Nutznießer selbiger waren der Ex-Peitinger Mathias Wikström sowie sein Sturmpartner Martin Sekera, die die Weichen für die Sachsen mit ihren Toren auf Sieg stellten. Die einzig gefährliche Szene auf Tölzer Seite vergab Sebastian Kottmair, der in numerischer Überlegenheit auf die Schoner seines Namensvetters Ellwing zielte, anstatt darüber.  
 
Wie würde nun die Schlussoffensive der Isarwinkler aussehen? Zwar erholten sie sich etwas vom desaströsen Mittelabschnitt, um das Spiel zu wenden waren die Bemühungen aber noch zu wenig konsequent. Tim Regan und Florian Curth hatten die besten Möglichkeiten, jedoch kein Fortune im Abschluss. Besser machte es da auf der anderen Seite Kapitän Dirk Rohrbach, der ein Zuspiel aus kürzester Distanz zur Vorentscheidung abfälschte. Somit hatte jedes Glied der herausragenden ersten Angriffsformation der Füchse getroffen. Vielleicht hätte das Spiel eine andere Wendung genommen, hätte Referee Peter Bertl Verteidiger Sean Gagnon nach dessen fieser Stockattacke an Florian Zeller mit einer fünf- statt  der verhängten zweiminütigen Strafe bedacht. Der Regel entsprechend wäre es gewesen, Zeller musste behandelt werden. So aber reichte es nur noch zur Schönung des Resultats durch die Treffer von Sebastian Kottmair und Christian Curth.  
 
Beppo Schlickenrieder zeigte sich nach dem Spiel auch entsprechend enttäuscht. "Wir wollten das Spiel bereits im ersten Abschnitt zu unseren Gunsten vorentschieden und haben im zweiten Drittel leider völlig den Faden verloren. Weiswasser war die clevere und robustere Mannschaft und hat verdient gewonnen", so der Interimscoach. "Wir haben die Scheibe nicht immer sofort bei der ersten Gelegenheit aus dem Drittel befördert. Da bekommt man gegen dann eben Probleme gegen einen körperlich mit Gardemaß ausgestatteten Gegner." Auffällig an diesem Abend war auch die frappierende Schwäche der Tölzer bei den Anspielen. Kaum ein Bully konnte positiv gestaltet werden. (orab)  
 
Tore: 
1:0 (14:44) Warren (Frank), 1:1 (24:03) Gagnon (Anneck, Kulabuchov), 1:2 (32:43) Wikström (Sekera), 1:3 (35:17) Sekera (Wikström, Rohrbach), 1:4 (50:02) Rohrbach (Wikström, Sekera), 2:4 (52:46) Kottmair (Hoad, C.Curth), 3:4 (57:13) C.Curth (Stevens, Kottmair) 
 
Strafen: Bad Tölz 10 - Weißwasser 16 
Schiedsrichter: Bertl (Peißenberg) - Rische, Velkoski 
Zuschauer: 1647


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