Towerstars zu clever

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Die mentale Stärke war vorhanden, die erforderliche Physis nicht. Dabei starteten beide Teams mit einer gehörigen Portion Respekt voreinander. Interessant dabei, dass die Schwaben in der Anfangsphase die feinere Klinge führten, während die Indians mit wuchtigen Angriffen dem Führungstreffer entgegen strebten. Glück hatte Indians-Keeper Holmgren, der für den verletzten Ower eingesprungen war, als Leavitt (5.) bei einem Konter nur den Innenpfosten traf. Auf der Gegenseite scheiterte Jelitto (6.) an Maier und dann hatte Boon (8.) auch noch Glück, als sein „Schüßchen“ Holmgren auf den falschen Fuß erwischte und es auf einmal 0:1 stand. Die Folge war ein verunsicherter ECH, der auch auf Grund seiner Verletztenmisere nur mit fünf Defendern agieren konnte und diesen Mangel nicht kompensieren konnte. Die Ravensburger wurden immer überlegener und weil einerseits die Indians trotz Chancen Saggau (12.) und Chamberlain (14.) den Ausgleich versäumten, schlugen die Towerstars in Form von Maloney (15.+20.) erbarmungslos zum 0:3 zu. In dieser Zeit wirkten die Gastgeber wie gelähmt und kraftlos. EVR-Coach Draisaitl: „Im ersten Drittel haben war unsere Chancenauswertung perfekt.“

Welche Rädchen sollten gedreht werden? Indians-Coach Kaminsky war nicht zu beneiden, zumal in der ersten Pause weiteres Ungemach drohte. Keeper Holmgren musste mit Magenproblemen passen und so musste Scorpions-Föli Lukas Steinhauer in den Kasten. Außerdem wurde Sommerfeld in die Defensive genommen, um diese zu entlasten. Beide Maßnahmen griffen, jedoch erst ab der 26. Minute und da stand es bereits nach weiteren Treffern von Thomson (22.+25.) 0:5. Zuvor hatte Glücksgöttin Fortuna bei der Spielbetrachtung wohl eine Pause gemacht, denn Saggau (21.) aus zwei Metern und McPherson (24.) mit fulminantem Schlagschuss trafen jeweils nur die Latte. Und so ging es munter weiter. Die Indians versuchten verzweifelt den Anschluss wieder herzustellen, die Gäste nahmen einen Gang raus und verwaltetem mit ihrem Können das Spiel. Genau zur Halbzeit gelang dann Chamberlain (30.) das längst verdiente erste hannoversche Tor, das fast eine Kopie des 0:1 war. Schnell war die Begeisterung auf der Eisfläche und den Rängen wieder da um ebenso schnell wieder abzukühlen. Boon (32.) scheiterte bei einem Konter an Steinhauer, erhielt den abprallenden Puck zurück und schob ihn zum 1:6 über die Linie.

Auch im letzten Drittel zeigten die Indians eine großartige Eigenschaft: Moral. Die jetzt noch defensiver agierenden Ravensburger begannen „Strafminuten zu sammeln und brachten die Gastgeber wieder ins Spiel. Das 2:6 durch Schreiber (46.) war jedenfalls hoch verdient und als McPherson (52.) sogar in Unterzahl nach feiner Kombination von Sommerfeld und Schmidt sogar in Unterzahl Treffer Nr. 3 markierte, fragte man sich, warum das Team nicht von Anfang an so gespielt hat. 110 Sekunden vor Schluss versuchte Indians-Trainer Kaminski gar das Unmögliche. Mit der Herausnahme von Steinhauer sollte bei 6-4 Tor Nr.4 gelingen, aber der Schuss ging nach hinten los. Samendinger (59.) erzielte den Endstand, wobei der Sieg verdient, aber auf Grund der Indians-Leistung in der zweiten Spielhälfte zu hoch ausfiel.


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