Towerstars erleben böse Heim-ÜberraschungRavensburg Towerstars

Lesedauer: ca. 2 Minuten

An sich starten die Towerstars vor 3212 Zuschauern selbstbewusst und zielstrebig in die Partie. Das Team von Trainer Daniel Naud, das auf die verletzten Christian Rohde sowie auf Verteidiger Pat Baum verzichten mussten, nahmen das gegnerische Tor in den ersten fünf Minuten mächtig unter Beschuss. Vor allem lag die Führung während einer Überzahlsituation nach drei Minuten in der Luft. Doch wo immer die Towerstars Scharfschützen auch hinschossen, war eine gegnerische Schlägerkelle oder meist Löwen-Keeper Antti Ore im Weg. Der Rückschlag kam nach knapp sieben Minuten. Radek Krestan musste wegen Stock-Checks auf die Strafbank, die fällige Überzahl nutzten die Gäste eiskalt. Der Distanzschlenzer flitzte am weitgehend sichtlosen Matthias Nemec vorbei ins linke Eck, 0:1.

Die Towerstars reagierten verunsichert, sie hingen danach mächtig in den Seilen. Durch die Probleme in der eigenen Zone und die damit verbundene Zurückhaltung beim Spielaufbau wollte nach vorne auch keinerlei offensiver Druck aufkommen. Auffallend war auch, dass sich Frankfurt perfekt auf die erste Ravensburger Sturmreihe eingestellt hatte. Die Einzelaktionen und Soloversuche von Brian Roloff oder Austin Smith verpufften meist schon kurz nach der blauen Linie. Gerade als sich die Towerstars in der Schlussphase des ersten Drittels wieder etwas mehr an Torchancen erarbeitet hatten, setzte es die nächste Strafzeit. Diesmal traf es Roloff wegen Beinstellens und mit Justin Kirsch nutzten die Gäste die Gunst der Stunde erneut konsequent aus und lagen bis zur ersten Pause mit 2:0 in Front.

Die Hoffnung, die Towerstars könnten den verkorksten Startabschnitt über die Pause abhaken und sich taktisch neu einstellen, erhielt schon nach 50 Sekunden den derben Dämpfer. Löwen Routinier und Topscorer Richard Mueller spazierte zielstrebig durch das Ravensburger Drittel, umkurvte Nemec und schob zum 0:3 ein. Auch danach lief in keiner der Towerstars Sturmreihen etwas Nennenswertes zusammen und Clarke Breikreuz versetzte den Towerstars samt Fans auf den Rängen nach 29 Minuten den nächsten Stich ins Play-off Herz. Immerhin: In der Schlussphase des zweiten Abschnitts tauchten die Ravensburger Cracks wieder deutlich häufiger vor dem Löwen Tor auf, doch entweder kamen die Schüsse zu ungenau oder waren sichere Beute von Antti Ore.

Der Schlussabschnitt: Die Towerstars versuchten noch einmal einen höheren Gang einzulegen und wurden in der 48. Minute dafür auch belohnt.  Eine blitzsaubere Kombination über vier Stationen kam am langen Pfosten zu Alex Levitt, der nur noch die Kelle hinhalten musste. Das 1:4 sorgte durchaus für neue Hoffnung und dass die Gäste danach prompt mit einer Strafzeit reagierten, zeugte doch von leichter Nervosität. Chancen auf den zweiten Treffer gab es zu Hauf, doch an Ore gab es keinen Weg vorbei. In der 10. Minute wurden alle Hoffnungen auf ein Comeback in diesem Spiel dann vollends zerschlagen. Als sich die erfolglose Ravensburger Powerplay-Formation nach einem Puckverlust im gegnerischen Drittel für einen fliegenden Wechsel statt der Rückwärtsorientierung entschied, besorgte Breitkreuz in Unterzahl mit dem 1:5 die weitgehende Entscheidung. Die weiteren zwei Treffer der Gäste waren danach genauso nur von statistischem Wert, wie das 2:7 durch Alex Leavitt eineinhalb Minuten vor Schluss. 

Towerstars Coach Daniel Naud war nach dem Spiel bitterböse enttäuscht. „Heute hat keiner einzelner Spiele gemerkt, dass wir inzwischen Play-off spielen“, sagte er.

Am Dienstag findet die Serie in Frankfurt ihre Fortsetzung. Dann muss eine ordentliche Leistungssteigerung her, will man am Freitag in eigener Halle nicht den ersten Frankfurter Matchbällen gegenüber stehen.


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