Towerstars Blitztore machten den UnterschiedRavensburg Towerstars

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Vor 2421 Zuschauern startete das Team von Trainer Daniel Naud äußerst druckvoll. Noch keine halbe Minute war gespielt, da hatte Konstantin Schmidt schon die Führung auf dem Schläger. Der 25-jährige war an diesem Abend in die erste Sturmreihe gerückt, da Andreas Farny wie erwartet ausfiel. In Reihe zwei stürmte Alex Leavitt zusammen mit Radek Krestan und Neuzugang Fabio Carciola. Die Oberschwaben machten viel Druck, allerdings mussten die Fans bis zur zehnten Spielminute warten, ehe Brian Roloff nach schöner Vorarbeit der Defensivkollegen Sezemsky und Edwards zum 1:0 einschob.

Der Treffer war längst überfällig, allerdings war dies auch gleichzeitig der Startschuss für einen äußerst kuriosen Verlauf im ersten Spielabschnitt. Philipp dePaly hatte in der 13. Minute eine Strafzeit wegen Haltens kassiert, 15 Sekunden vor Ablauf dieser folgte wegen eines unkorrekten Bullys auch noch Austin Smith nach. Die doppelte Überzahl sollten die Gäste aus Dresden letztlich nutzen, Ex-Towerstars Stürmer Stefan Chaput hatte abgezogen. Den Ravensburger Cracks schmeckte dieser Gegentreffer offensichtlich nicht, denn nur eineinhalb Minuten später nutzte Gosdek aus kurzer Distanz die Gunst der Stunde und traf zum 1:2. Stadionsprecher Marcus Haider war gerade dabei, die Torschützen durchzusagen, da wurde er auch schon wieder unterbrochen. Austin Smith war über halbrechts durchspaziert und ließ Eislöwen Keeper Kevin Nastiuk keine Chance. Über diesen Treffer durften sich die Towerstars hingegen aber nur 57 Sekunden freuen. Simon Sezemsky wollte den Puck hoch aus dem Drittel spielen, doch der Puck segelte etwas zu tief und Gosdek konnten diesen an der blauen Linie abfangen. Den Schlagschuss konnte Christian Rohde zwar noch blocken, dennoch rutschte die Scheibe zwischen den Schonern hindurch über die Linie zum 3:2 für Dresden. Doch wieder ließen sich die Towerstars nicht aus der Bahn werfen. Als der umsichtige Hauptschiedsrichter Florian Zehetleitner Hugo Boisvert und Stefan Chaputs wegen Fouls zeitgleich auf die Strafbank mussten, nutzen die Towerstars die doppelte Überzahl prompt aus. Alex Leavitt wurde im Slot mustergültig angespielt und vollendete zum 3:3 Ausgleich.

Auch im zweiten Abschnitt waren die Oberschwaben klar am Drücker. Alex Leavitt holte beim 4:3 Führungstreffer einen bei Torhütern wenig beliebten Trick aus der Schublade. Nachdem Nastiuk seine erste Chance parieren konnte, schlenzte der kanadische Stürmer dem Eislöwen Keeper den Puck einfach von hinten ans Gesäß. Es folgen mehrere Großchancen, darunter auch ein Pfostenschuss von Maury Edwards. Genauer Maß nahm dann der wiedergenesene Stephan Vogt in der 29. Minute. Mit nur zwei Stationen wurde er über halbrechts freigespielt, noch bevor Nastiuk die Fanghand zücken konnte, zischte die Scheibe exakt in den rechten Torwinkel.  Der Rest des zweiten Drittels gehörte dann aber den Gästen. Die Angriffe liefen schnell durch die neutrale Zone und Matthias Nemec im Towerstars Gehäuse konnte sich mit guten Reflexen und gutem Stellungsspiel auszeichnen. Nemec war ab dem zweiten Drittel eingewechselt, da Kollege Rohde sich aufgrund einer in der Kabine seit Tagen kursierenden Erkältungsgrippe unwohl fühlte.

Auch im Schlussabschnitt sahen sich die Towerstars durchaus druckvollen Angriffen der Gäste aus Sachsen gegenüber. Doch insgesamt stand die Ravensburger Defensive sehr sicher, vor allem in numerischer Unterzahl zwischen der zweiten und vierten Spielminute. Mit dem nötigen Selbstvertrauen konnten die Oberschwaben den Spielstand auch durchaus erfolgreich verwalten. Doch siebeneinhalb Minuten vor Schluss schaltete Grafenthin vor dem Towerstars Tor am schnellsten und traf im Fallen zum direkten 4:5 Anschlusstreffer. Es sollte also nochmals spannend werden, doch die Sorgen von Team, Trainer und Zuschauer waren 23 Sekunden später auch schon wieder entkräftet. Mit starkem Antritt drückte Austin Smith die Scheibe zum 6:4 über die Linie, weitere elf Sekunden später präsentierte sich Alex Leavitt beim 7:4 wie schon zuvor äußerst abgezockt. Das Spiel war damit entschieden, doch Brian Roloff setzte mit dem 8:4 zweieinhalb Minuten vor der Schlusssirene noch einen drauf.

Gäste-Trainer Thomas Popiesch ärgerte sich nach dem Spiel vor allem über die schnellen Gegentore nach dem Anschlusstreffer in der Schlussphase. „Nachdem wir zu diesem Zeitpunkt den Anschluss markieren, müssen wir hinten einfach besser stehen“, sagte der Eislöwen-Coach und ergänzte: „Wenn man in Ravensburg vier Tore erzielt, sollte man eigentlich näher an Punkten dran sein.“

Kollege Daniel Naud war mit dem 16.  Heimsieg der bisherigen Hauptrunde natürlich zufrieden. „Es war natürlich wichtig, dass wir im ersten Drittel nach dem erneuten 2:3 doch noch im selbsten Spielabschnitt das 3:3 gemacht haben“, so der Towerstars Coach. „Ab dem zweiten Drittel sind wir defensiv sehr gut gestanden und haben auch gut kommuniziert“, ergänzte er.