Tölzer Löwen ohne Chance in Landshut: Mit 2:6 noch gut bedient

Cory Gustafson kehrt nach Landshut zurückCory Gustafson kehrt nach Landshut zurück
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Vor 2430 Zuschauern im Stadion am Gutenbergweg konnten die Landshut Cannibals auch das dritte Derby in Folge erfolgreich gestalten und setzten sich nach einem souveränen 6:2 (2:0, 2:1, 2:1)-Erfolg über die Tölzer Löwen an die Spitze der Zweitliga-Tabelle. Während die Englbrecht-Truppe phasenweise ein spielerisches Feuerwerk abzog, zeigten sich die Gäste aus dem Isarwinkel in einer fast schon erschreckenden Verfassung. Letztendlich konnten die Mannen von Trainer Hans Rothkirch sich bei ihren Goalies bedanken - Ambrosius Fichtner löste knapp vor "Halbzeit" der Partie beim Stand von 3:0 für die Kannibalen Patrick Couture ab - dass sie nicht mit einer zweistelligen Niederlage den Gang in die Kabine antreten mussten.

Die Dreihelmenstädter hatten diesmal die Worte von Coach Bernie Englbrecht, der gefordert hatte, dass seine Schützlinge "von Anfang an volles Tempo gehen und drauf halten" sollten, verinnerlicht und starteten dementsprechend offensiv in die Partie. Dies sollte sich schon nach nicht einmal zwei gespielten Minuten auszahlen: Alex Rusch zog ab, Couture konnte nur abprallen lassen, Markus Hundhammer schaltete am schnellsten und vollstreckte ohne große Mühe zum 1:0. Markus Welz scheiterte am Tölzer Keeper ebenso wie Bobby Brown. Dann durfte auch Sebastian Vogl, es waren gut acht Minuten gespielt, erstmals sein Können beweisen: Gegen Morgan Warren war der Youngster aber rechtzeitig im kurzen Eck. Die Kannibalen zeigten sich freilich weiterhin dominant, ohne jedoch vorerst an der Ergebnis-Schraube drehen zu können. Das hätte sich in der zwölften Minute beinahe bitter gerächt. Als Tim Regan mutterseelenallein vor Sebastian Vogl stand und schon die Arme zum Torjubel hochgerissen hatte, schien der zu diesem Zeitpunkt absolut unverdiente Ausgleich fällig. Der Youngster im Kannibalen-Kasten zeigte aber, dass auf ihn Verlass ist und stoppte - wie auch immer - das schwarze Spielgerät noch vor dem Überschreiten der Linie mit dem Schoner. Besser machte es auf der anderen Seite Eric Dylla, der einen Gewaltschuss von Andi Geipel im Powerplay entscheidend abfälschte: 2:0 für die Kannibalen! In der Folge scheiterten unter anderem Aki Tuominen und Thomas Daffner mit einem "Knaller" aus kurzer Distanz an Couture und Florian Ksoll verzog nach einem schönen Alleingang nur knapp. Den Schlusspunkt im ersten Spielabschnitt setzten aber die Gäste. Bei einer der wenigen ernsthaften Chancen für die Rothkirch-Schützlinge zeigte sich Sebastian Vogl erneut gegen Tim Regan, von dem im Eröffnungsdrittel noch die meiste Gefahr ausging, auf dem Posten.

Nur Sekunden nach Wiederbeginn scheiterte Thomas Daffner mit einem Bauerntrick-Versuch an Patrick Couture, der gerade noch rechtzeitig das bedrohte Eck "dichtmachen" konnte. Nach 2:13 Minuten im Mittelabschnitt wurden die Angriffsbemühungen der Cannibals dann aber doch zum dritten Mal belohnt: Andi Geipel setzte sich auf der rechten Seite durch, behielt die Übersicht und bediente mit einem Traumpass Markus Welz, der aus kurzer Distanz kein Problem hatte, Couture zum 3:0 zu überwinden. Die nächste Aktion des ECT-Goalies kann man dann getrost in die Kategorie "Frustbewältigung" einordnen: Couture, von seinen Vorderleuten freilich ein um's andere Mal sträflich im Stich gelassen, verlor die Nerven und ging auf Youngster Florian Ksoll los. Ein eher harmloses Handgemenge war das Resultat dieser völlig überzogenen Aktion des Löwen-Keepers. Gegen Aki Tuominen griff Couture dann noch einmal zu, um wenig später (28.) seinen Arbeitsplatz für "Backup" Ambrosius Fichtner zu räumen. Dieser sah sich freilich gleich einem Ansturm der "feineren Art" ausgesetzt: Die Kannibalen agierten in dieser Phase im Spiel fünf gegen fünf wie im Powerplay. Robert Pell scheiterte jedoch ebenso an Fichtner wie Bobby Brown, Thomas Daffner zielte knapp neben das Fichtner'sche Heiligtum, gegen Markus Eberl und Robert Pell sowie Florian Ksoll war der Goalie dann wieder auf auf dem Posten. Umso überraschender der Treffer zum 3:1. Die Cannibals agierten gerade einmal 26 Sekunden in Unterzahl, als Derek Mayer Sebastian Vogl zum Anschluss überwand. Die Antwort der Gastgeber ließ jedoch nicht lange auf sich warten. Nur 65 Sekunden nach dem "Schönheitsfehler" durfte Florian Ksoll nach feiner Kombination über Robert Pell und Alex Rusch seinen ersten Treffer im Cannibals-Trikot feiern. Der alte Abstand war also umgehend wieder hergestellt und da Bobby Brown, von Aki Tuominen aussichtsreich ins Spiel gebracht, an Fichtner scheiterte, ging es mit dem 4:1-Zwischenstand zum zweiten Mal in die Kabinen.

Und wieder kamen die Dreihelmenstädter hellwach aufs glatte Parkett zurück. Gerade einmal zwölf Sekunden zeigte die Stadionuhr, als Andi Geipel abzog und in 5:3-Überzahl das 5:1 besorgte. "Brosi" Fichtner zeigte sich gegen Markus Hundhammer auf dem Posten und zur Abwechslung durfte auch Sebastian Vogl mal wieder sein können beweisen, als er gegen den allein vor ihm auftauchenden Kottmair die Oberhand behielt. Langsam schien auch Schiri Sander Mitleid mit den völlig überforderten Gästen zu haben: Fichtner wagte sich bis fast zur blauen Linie, als er einen Angriff der Kannibalen stoppen wollte, verlor das Duell gegen die Offensivabteilung der Cannibals jedoch deutlich, so dass Robert Pell das leere Gehäuse ins Visier nehmen konnte. Florian Leitner eilte jedoch zur Stelle und hob vorsichtshalber das Tor aus den Angeln - Sander schickte den Übeltäter dafür zwei Minuten auf das Sünderbänklein, an der Ergebnisanzeige tat sich freilich nichts. Die Cannibals hatten in Person des bestens aufgelegten Andi Geipel, mit zwei Assists und zwei Treffern erfolgreichster Scorer seines Teams an diesem Tag, freilich die richtige Antwort parat. Der Defender besorgte noch während der Strafzeit gegen Fichtner das 6:1. Die mitgereisten ECT-Fans hatten sich längst von ihrer undiszipiniert und harmlos agierenden Mannschaft abgewendet und machten ihrem Unmut lautstark und wenig freundlich Luft: "Hans, wir ha'm die Schnauze voll" musste sich der Coach gefallen lassen und auch die Spieler bekamen in Form von Gesängen wie "Und ihr wollt Tölzer Löwen sein" ihr Fett weg. So ließ auch der Treffer von Florian Leitner in der 55. Spielminute zum 6:2 nur mehr wenig Freude im Gäste-Lager aufkommen.

Tore: 1:0 (2.) Hundhammer (Rusch/Schinko), 2:0 (14.) Dylla (Geipel/Toupal), 3:0 (22.) Welz (Zareba/Geipel), 3:1 (37.) Mayer (St. Croix/S. Kottmair), 4:1 (39.) Ksoll (Rusch/Pell), 5:1 (41.) Geipel (Toupal/Welz), 6:1 (45.) Geipel (Dylla/Zareba), 6:2 (55.) Leitner (Curth)

Schiedsrichter: Sander (Peiting)

Strafminuten: Landshut 12, Bad Tölz 22 plus 10 für Stevens

Zuschauer: 2430

Am morgigen Sonntag geht es für Bernie Englbrecht und seine Truppe nun zum Aufsteiger nach Weißwasser, wo es für die Cracks ein Wiedersehen mit einem der letztjährigen Vizemeister gibt: Mats Lindmark hatte sich, noch bevor der Aufstieg der Lausitzer feststand, den Füchsen angeschlossen und will nun tatkräftig mithelfen, den von vielen prognostizierten Abstieg zu vermeiden. Während die beiden Dienstreisen der Ostsachsen in der laufenden Saison jeweils ohne zählbaren Erfolg endeten (2:3 in Freiburg und gestern 1:4 beim REV Bremerhaven), konnte man bei der Heimpremiere am vergangenen Dienstag einen 3:0-Erfolg feiern. Die Cannibals sollten also trotz des starken eigenen Auftretens bisher gewarnt sein. Denn ohne entsprechende Gegenwehr werden die sich die Füchse den "Dreier" wohl kaum von den Kannibalen abjagen lassen. Diese Erkenntnis nahm auch DEL-Aufsteiger Wolfsburg schon mit aus dem Fuchsbau: Der letztjährige Finalgegner der Cannibals konnte erst in der Overtime (3:4) den Einzug in die zweite Runde des Deutschen Eishockey-Pokals sicher stellen. (gl)


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