Tölzer Löwen halten sich zuhause schadlos - Warren trifft im Doppelpack

Heimpleite gegen BietigheimHeimpleite gegen Bietigheim
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"Morgan Warren", hallte es von den Rängen. Es war eine Aufforderung des Tölzer Anhangs an den jungen Kanadier, zu einer zusätzlichen Ehrenrunde aufzubrechen. Gerade war das Spiel der Tölzer Löwen gegen den EV Weiden zu Ende gegangen und einmal mehr hatte der in Topform befindliche Warren seine Mannschaft zum Sieg geführt. Der zweifache Torschütze wurde wie schon gegen Crimmitschau zum Spieler des Abends gewählt. 3:1 hieß es am Ende zugunsten der Isarwinkler, die sich nun in der Abstiegsrunde eine hervorragende Ausgangsposition erarbeitet haben. Die Gäste aus der Oberpfalz waren der erwartet schwere Gegner, konnten aber ob des kraftraubenden Spiels am Freitag in der Endphase nicht mehr entscheidend zusetzen. 

Die Begegnung der beiden Vorrundenletzten begann mit einem Paukenschlag. Gerade eine halbe Minute war absolviert, als sich Morgan Warren durch die noch schläfrige Weidener Defensive tankte und trocken einschoss. Für die Gäste scheinbar kein Weckruf, denn als Warren das nächste Mal auf dem Eis war, wiederholte er dieses Szenario. Kathan und Zeller leisteten jeweils die Vorarbeit. Leo Sulak musste in dieser frühen Phase bereits eine Auszeit einstreuen, um seine Mannen wachzurütteln. Scheinbar gelang ihm das auch einigermaßen, zumindest gab es jetzt auch erste Annäherungsversuche Richtung Tölzer Gehäuse. Sekunden bevor Andi Kruck von der Strafbank zurück kam, fiel prompt der Anschlusstreffer. Jason Mansoff fand von der blauen Linie die finale Lücke, Couture war hierbei die Sicht versperrt. In der Entstehung wäre dieses Tor indes leicht zu verhindern gewesen, der vorausgegangene Versuch eines Befreiungsschlags wurde nur nicht mit der letzten Konsequenz vollzogen. Die beiden Mannschaften neutralisierten sich nun weitestgehend und geizten mit Torszenen. Michal Piskor hatte Sekunden vor der Pause noch den Ausgleich auf der Kelle, verzog aber mit der Rückhand knapp. 

Bei den Gästen machte sich der Einsatz der Förderlizenzspieler Oravec und Frosch durchaus bemerkbar. Deren DEL-Erfahrung und Schnelligkeit beschäftigte die Tölzer Verteidigung des öfteren. Die Partie wurde jetzt intensiver, vor allem aber zerfahrener. Eine Zunahme an Strafzeiten, vorwiegend wegen Nickligkeiten, verhinderte einen geordneten Spielfluss. Einen richtungsweisenden Höhepunkt hatte das Mitteldrittel trotzdem. Jeffrey Hoad umkurvte Reinhard Haider und erzielte das vorentscheidende 3:1. Der 31-jährige Mittelstürmer profitierte dabei von einem wunderbaren Zuspiel seines Landsmannes Trevor Demmans, dessen Leistung ansonsten eher als kritikwürdig einzuschätzen war. Löwen-Trainer Hans Rothkirch nahm seinen punktbesten Verteidiger in Schutz. "Nach mehrwöchiger schwerer Verletzung dauert es einfach, bis der Trevor zu seiner gewohnten Leistung findet. Er wird ungeachtet dessen auch in den kommenden Begegnungen zum Einsatz kommen", so der "König der Löwen". Erneut Jeff Hoad hätte noch vor der Pause für den Knockout der Gäste sorgen können. Vom starken Derek Mayer in Szene gesetzt, verzog Hoad nur um Millimeter. 

Der Schlussabschnitt war geprägt vom Kräfteverschleiß der Blue Devils und dem auf Torsicherung ausgerichteten Spiel der Löwen. Christian Curth hatte im Zusammenspiel mit Morgan Warren noch eine Powerplaychance für die Buam, Dusan Frosch musste auf der anderen Seite am eigenen Leib erfahren, wie Patrick Couture seiner vielversprechenden Einschussmöglichkeit mit einem "Big Save" die Gefahr nahm. So ging eine mittelprächtige, nichtsdestotrotz spannende Partie vor 2500 Zuschauern zu Ende und fand in den Tölzer Löwen den verdienten Sieger. 

Gästecoach Sulak gratulierte seinem Kollegen zu den drei Punkten und schätzte die schläfrigen Momente zu Beginn sowie den Nachteils eines sehr substanzraubenden Freitagsspiels als letztendlich spielentscheidend ein. Hans Rothkirch bezeichnete die frühen Tore als "beflügelnde Momente", die seine Mannschaft neben der Unterstützung von den Rängen getragen habe. Zur Ausgangsposition konstatierte der 52-jährige Eishockeylehrer, "wir haben es nun zweimal gegen Heilbronn selbst in der Hand, wir schaffen das". Widersprochen hat ihm freilich niemand. (orab)

 Tore:

1:0 (00:37) Warren (Kathan, C.Curth), 2:0 (01:53) Warren (Zeller, Kathan), 2:1 (08:42) Mansoff (Strömberg, Whitecotton), 3:1 (37:25) Hoad (Demmans, Stevens)

Strafzeiten: Bad Tölz 18 - Weiden  20
Schiedsrichter: Axel Sander (Peiting) - Linesmen: Faigle (Bietigheim), Ledermann (B.Wörrishofen)
Zuschauer: 2154