Tölzer Löwen: Fehler in der Schlussphase bescherten Landshut den Sieg

Heimpleite gegen BietigheimHeimpleite gegen Bietigheim
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Die Schlusssirene ertönt, von der Anzeigetafel leuchtet ein nüchternes 2:4. Man könnte glatt denken, es war wie immer zwischen Bad Tölz und Landshut. Die Niederbayern siegen, die Isarwinkler haben das Nachsehen. Doch es gab einen gravierenden Unterschied zu der Mehrzahl vergangener Vergleiche. Denn die "Söhne der Berge" begegneten ihrem Angstgegner auf Augenhöhe, waren zeitweise sogar die überlegene Mannschaft. Erst ein Doppelschlag in der Schlussphase entschied die temporeiche Begegnung zugunsten der Dreihelmestädter.

Für Gewöhnlich gilt Derek Mayer als Stabilisator im Tölzer Abwehrverbund. An diesem Abend wurde der Kapitän - gerade erst nach überstandener Grippe ins Team zurückgekehrt - zum tragischen Held. Sein Fauxpas war es, der den Kannibalen das vorentscheidende 3:2 ermöglichte. Er ließ Gegenspieler Del Monte beim Zuspiel von Bobby Brown fünf Minuten vor Spielende sträflich frei. Auch wenn Del Monte wohl den Tatbestand des Torraumabseits erfüllte, war die Aktion Mayer´s schülerhaft. Schon kurz zuvor vertändelte er die Scheibe an der blauen Linie und zwang Kollege Prommersberger zu einer regelwidrigen Aktion, um Schlimmeres zu verhindern.

Ein Zähler wäre das Minimum des Erreichbaren gewesen. Beide Trainer waren sich anschließend einig, ein ausgeglichenes erstes Drittel und einen von Tölzer Seite überlegen geführten Mittelabschnitt gesehen zu haben. Diese Einlassungen konnte man durchaus so stehen lassen. Andreas Kruck brachte die Hausherren per Fast-Break in Führung. Der junge Starnberger entwickelt sich mehr und mehr zur personifizierten Torgefahr. Ruhig und abgeklärt versenkte er die Scheibe zwischen den Schonern von Jan Münster. Beinahe hätte Morgan Warren kurze Zeit später sogar nachgelegt. Ein möglicher zweiter Treffer hätte auch das späte Gegentor nicht so dramatisch erscheinen lassen. So aber war das Tor von Zdzislaw Zareba der Ausgleich. Ein Blueliner von Eberl sprang Zareba von der Bande direkt an den Schläger. Couture hatte keine Abwehrchance.

Nach der Pause offenbarte sich bei den Buam einmal mehr die mangelnde Kaltschnäuzigkeit beim Abschluss. Infolge eines schönen Zuspiels von Michael Baindl nahm Josef Kottmair unbedrängt Maß und traf - allerdings nur den Körper von Jan Münster. Ein "Gustostückerl" bot wenig später Florian Zeller den 2000 Zuschauern. Ein hohes Zuspiel nahm der Publikumsliebling in perfekter Manier an, ließ seinen Gegenspieler durch eine geschickte Körpertäuschung ins Leere laufen und schoss.....knapp vorbei. Erst eine Überzahlsituation verhalf den Buam zur neuerlichen Führung. Tim Regan staubte ab, nachdem Jan Münster Schwierigkeiten mit der Kontrolle des abgefälschten Blueliners von Florian Leitner hatte. Eine Sekunde war in diesem Drittel noch zu absolvieren, da wurde Floppo Zeller mit einer kleinen Strafe bedacht. Eine Aktion mit Folgen. Denn kaum war die Begegnung wieder am Laufen, glich der EVL aus. Dion Del Monte bugsierte den Puck per Rückhand an Couture vorbei. Zuvor wurde der mehrfach mögliche Befreiungsschlag verpasst, weil man sich den Schläger vom Gegenspieler nach Unten drücken ließ. "Da hatten die Landshuter einfach mehr Schmalz in den Armen", bewertete Peter Obresa diese Szenen.

Morgan Warren alleine hätte im weiteren Verlauf für die abermalige Führung sorgen können. Erst holte er bei einem Traumzuspiel von Andi Kruck aus, als wollte er ein Loch in die Arena schießen, verfehlte aber das Gehäuse knapp. Wenig später zielte er genauer, fand jedoch Jan Münster auf dem Posten. Eigentlich tendierte die Partie in der verbleibenden Zeit eher gen Verlängerung, bis zum Blackout von Derek Mayer. Leider aber patzte auch das nächste Verteidigerpärchen, so dass Markus Welz das Spiel keine halbe Minute später endgültig entscheiden durfte. "Das nahm uns die Chance, noch einmal zurückzukommen", wusste Obresa. "Schade um die gute, harte Arbeit".

Bernie Englbrecht schnaufte nach der Partie durch. "Ich freue mich natürlich über die drei Punkte, aber es war ein ziemliches Stück Arbeit. "Wir haben im zweiten Drittel den Faden etwas verloren, waren zu wenig aggressiv". (orab)

Tore:
1:0 (09:33) Kruck (Keller), 1:1 (17:19) Zareba (Eberl, Hammer), 2:1 (35:46) Regan (St.Croix, Leitner 5-4), 2:2 (40:48) Del Monte (Daffner, Hundhammer 5-4), 2:3 (54:51) Del Monte (Brown, Bonni), 2:4 (55:16) Welz (Zareba, Toupal)

Strafen: Bad Tölz 8 - Landshut 6
Schiedsrichter: Reichert (EC Woodstock Augsburg) - Fröschle, Sauer
Zuschauer: 1906

Spieler des Spiels: Dion Del Monte

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