Teamcheck Starbulls Rosenheim: Ende des Wachstums - der Rotstift regiert!DEL2-Saison 2013/14

Foto: Starbulls RosenheimFoto: Starbulls Rosenheim
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Die Clubführung ist jetzt gefordert, neue Impulse zu setzen und weiteres Wachstum zu ermöglichen. Trainer Franz Steer steht vor dem Problem, die sportlichen Auswirkungen der Situation in dieser Spielzeit zu begrenzen.

Unser Tip:

Gravierende Einsparungen im Spieleretat führten zu einer Ausdünnung des Kaders in quantitativer und qualitativer Hinsicht. Das gefürchtete Zermürbungsspiel der Oberbayern wird so nicht über die Saison durchzuhalten sein und bedarf einer Anpassung. Die anzunehmende Abhängigkeit von der 1. Sturmreihe wird das Gesamtgefüge verändern. Die Starbulls müssen um den Einzug ins Viertelfinale kämpfen und womöglich zittern. Auch in Anbetracht ihrer bekannten Play-off-Stärke wird es diesmal zum Einzug ins Halbfinale kaum reichen.

Die Lage:

Einen ungewohnt großen Fehlbetrag hatten die Rosenheimer in der abgelaufenen Spielzeit zu verzeichnen. Dieser soll nun durch gleichhohe Einsparungen in der kommenden Saison ausgeglichen werden. Damit dies gelingt, muß man aber zusätzlich die Einnahmen steigern - ein schwieriges Unterfangen. In jedem Fall steht Trainer Franz Steer und Sport-Vorstand Richard Diebald ein deutlich geringerer Etat für den Spielerkader zur Verfügung.

Die Vereinsführung zählte im Sommer zu den Wortführern der Zweitligaclub-Mehrheit im erfolgreich geführten Streit für die Umgestaltung der Liga zur "DEL2". Gleichzeitig befürchteten die Verantwortlichen dadurch einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden in Form ausbleibender Zuschauer und Sponsoren davonzutragen. Dies bewahrheitete sich aber nicht: Der Dauerkartenabsatz liegt nur knapp unter dem der Vorsaison und die Sponsoren stehen nach eigener Angabe umso fester an der Seite des Clubs und sollen ihre Zuwendungen sogar erhöht haben. Was immer die Saison also für Rosenheim bringen mag, wird die Ursache nicht in den Streitereien des Sommers liegen.

Einen Kooperationspartner in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) haben die Starbulls nicht. Ohnehin zählt man am Inn nicht zu den Freunden des Förderlizenz-Konzepts, sondern hat seine Spieler lieber fest im eigenen Stall. Es bestehen jedoch Kontakte zu den Red Bulls aus München, die gegebenenfalls verstärkt werden könnten.

Die Vorbereitung begann mit zwei Testspiel-Niederlagen; die folgenden sieben Spiele wurden allesamt gewonnen. Das Basteln an der Idealformation ist aber vor allem im Angriff noch nicht vorbei. Zwei längerfristig Verletzte sind zu verzeichnen: Neben dem kurzfristig ersetzten Schlußmann Pasi Häkkinen traf es Youngster Banjamin Zientek, der mit einem Handbruch für mehrere Wochen passen muß. Das Auftaktprogramm der Starbulls könnte schwerer kaum sein: Nach der Reise zum wiedererstarkten oberbayerischen Rivalen vom Riessersee warten die fünf besteingeschätzten Teams der Liga. Sehr schnell könnte sich also Rosenheims Weg dieser Saison weisen.

Der Trainer:

Als Niederbayer in oberbayerischen Diensten geht Franz Steer bereits in seine siebente Saison an der Mangfall. Vom Abstiegsretter in der Oberliga, über den Zweitligaaufstieg, bis hin zur Vizemeisterschaft im vorletzten und der Halbfinalteilnahme im letzten Jahr hat er nicht nur kontinuierlich Erfolge aneinander gereiht, sondern auch einen unverwechselbaren Spielstil geprägt. Jährlich zaubert er starke neue Kontingentspieler aus dem Hut und baut akribisch Talente aus dem eigenen Nachwuchs in seine Mannschaft ein. Diese versteht er zudem, zum Saisonhöhepunkt stets in Top-Form zu präsentieren. Er hat inzwischen das unumstrittene Sagen im sportlichen Bereich. Diese starke Stellung wird er auch brauchen, wenn ihn die Budget-Einschnitte womöglich auch zu einer Änderung seines bisherigen Spielkonzepts zwingen und der Weg erstmals nicht mehr nach oben führt.

Der Kader:

Fast schon Tradition hat der Austausch der Kontingentspieler bei den Starbulls, weil diese sich zumeist schon in ihrer ersten Europa-Saison für höhere Aufgaben empfahlen. Diesmal gibt es allerdings nicht durchweg Trauer bei den Verantwortlichen über die Wechsel. Auffällig ist hingegen der Verlust einer gesamten gestandenen Sturmreihe bei den Oberbayern; sie fiel dem Rotstift zum Opfer. Der große Vorteil der Starbulls, ihre starke physische Präsenz durch den Einsatz von vier durchweg zweitligatauglichen Reihen über die gesamte Saison aufrecht erhalten und ihre Gegner damit zermürben zu können, schwamm mit der Sommerflut sozusagen den Inn hinunter.

Tor: Pasi Häkkinen soll der große Rückhalt der Oberbayern bleiben. Eine gezielte Veränderung wurde hingegen auf den Positionen dahinter vorgenommen. So ersetzen die beiden Youngster Timo Herden und Hannibal Weitzmann aus dem eigenen DNL (Deutsche Nachwuchs-Liga)-Team die zweitliga-erfahrenen "Beppi" Mayer und Timon Ewert, deren Entwicklung Steer nicht mehr überzeugte. Er hält beide Debutanten für so talentiert, daß er sich eine zunehmende Entlastung für Häkkinen während der Spielzeit von ihnen verspricht. In der Vorbereitung konnten sie voll überzeugen: keines der fünf Vorbereitungsspiele, die sie bestritten, wurde verloren; nur sieben Gegentore ließen sie zu. Dennoch reagierten die Verantwortlichen nach Häkkinens doppeltem Rippenbruch kurz vor Saisonbeginn auf dem Transfermarkt und verpflichteten den Kanadier Frédéric Cloutier von den Graz 99ers aus Österreichs 1. "Alpenliga" EBEL (Erste Bank Eishockey Liga) für vier Wochen. Steer will damit einen guten Saisonstart sichern und seine beiden Nachwuchs-Torleute behutsam an die Zweitligaluft gewöhnen. Die Torwartposition bleibt ein Pfund für die Oberbayern.

Verteidigung: Den Abgang von Bryan Schmidt soll der 25-jährige Robin Weihager kompensieren, der aus der 1. französischen Liga an die Mangfall kommt. Der Schwede ist zwar mit einem harten Schuß ausgestattet, konnte aber in der Vorbereitung noch nicht als Punktesammler überzeugen. Einzig Michael Rohner und Dominic Auger haben bislang ihre Offensivqualitäten bewiesen, während "Peppi" Frank vor allem wegen seiner Abräumerqualitäten gefürchtet bleibt. Die abgewanderten Max Meirandres und Nikolaus Senger werden durch den zweitliga-gestählten Niederbayern Florian Müller und Heimkehrer Marinus Kritzenberger ersetzt; beide gelten als Defensivverteidiger. Insgesamt könnte also die Offensivkraft in den Abwehrreihen der Oberbayern gelitten haben und die gewohnte Konsequenz vor dem eigenen Tor wird sich auch erst noch einstellen müssen.

Sturm: Die Neuzugänge Tyler McNeely aus der nordamerikanischen East Coast Hockey League (ECHL) und Shawn Weller, sogar mit beachtlichen Statistiken in der American Hockey League (AHL) ausgewiesen, bilden schon jetzt, zusammen mit Norman Hauner eine höchst torgefährliche Formation, die insbesondere auch im Überzahlspiel gegnerische Abwehrreihen durcheinander zu wirbeln vermag. Mit noch mehr Konsequenz im Abschluß können sie zu den Top-Angreifern der Liga zählen. Dritter Sturm-Import ist der schon 35-jährige dänische Nationalspieler Kim Staal, der den richtigen Platz im Team jedoch noch finden muß, um sein gesamtes Potential einbringen zu können. Zusammen mit Fabian Zick und Kapitän Stephan Gottwald, zuletzt als Center, sucht seine Sturmreihe noch nach optimaler Durchschlagskraft. Zwar kann auch Staal als Mittelstürmer agieren, doch wird auf dieser Position ein Manko der Inn-Städter offenbar. Steer weiß das, doch sind seinem Budget Grenzen gesetzt, um noch nachrüsten zu können. In guter Form präsentiert sich Andrej Strakhov, zusammen mit Marcus Marsall und Robin Hanselko. Aus dem eigenen DNL-Team gehören die schon zweitliga-erfahrenen Raimond Hilger jun., Leopold Tausch und Benjamin Zientek nun fest zum Kader und nach wie vor auch Robert Schopf.

Während die neuen Import-Stürmer ihre Vorgänger voraussichtlich schnell vergessen machen werden, wiegen die Abgänge von Michael Fröhlich, Michael Baindl, Dominik Daxlberger und Simon Wenzel schwer; sie wurden weder quantitativ, noch qualitativ gleichwertig ersetzt. Fröhlich war in der Vorsaison drittbester Punktesammler des Teams und Baindl wird diesem gerade auch wegen seines nimmermüden Einsatzes fehlen; Daxlberger hätte in diesem Jahr seinen nächsten Entwicklungsschritt als Mittelstürmer nehmen können. So ist den Starbulls in Summe eine starke Sturmreihe verloren gegangen.  

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