Teamcheck Starbulls Rosenheim: Ein neues Miracle durch Maracle?

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Herausragende Torhüterleistungen haben in Rosenheim seit den 80er Meisterjahren mit Karl Friesen Tradition. So ebnete nun auch der bereits 36-jährige Kanadier Maracle seinem Team in der vergangenen Saison den sensationellen Weg zum DEB-Pokalsieg und Play-off-Halbfinale. Erfolge, die dem Aufsteiger zuvor niemand zugetraut hatte. Und auch ein zweites Phänomen zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte der Starbulls: sie sind Meister der K.o.-Spiele. Als Hauptrunden-Fünfter holten sie 1982 ihren ersten deutschen Meistertitel, als Hauptrunden-Fünfter wurden sie 2010 Oberliga-Meister und stiegen in die 2. Liga auf. Als Hauptrunden-Siebenter scheiterten sie in der vergangenen Saison erst im Halbfinale am späteren Meister Ravensburg und ihnen gelang der Finalsieg im DEB-Pokalwettbewerb gegen denselben Gegner. – Wenn das keine guten Voraussetzungen für die kommende Saison sind?

Akribisch bastelt seit Februar 2008 der Niederbayer Franz Steer als Trainer und sportlich Verantwortlicher am stetigen Wiederaufstieg des Oberbayerischen Traditionsclubs. Neben Spielern aus dem eigenen Nachwuchs kann er dabei auch stets auf seinen Spürsinn für echte, zumeist nordamerikanische Schlüsselspieler bauen. Mißlich nur, daß deren Leistungen dann stets Begehrlichkeiten größerer Clubs wecken. So verloren die Starbulls in diesem Sommer sieben ihrer elf besten Scorer. Doch Steers Motto lautet: „Jeder ist irgendwie ersetzbar.“

Auf der Torhüterposition sind die Starbulls sogar noch stärker geworden. Neben Maracle können sie künftig auch auf „Beppi“ Mayer zählen, der für Ravensburg zuletzt in 16 Spielen eine deutlich bessere Fangquote als Maracle erzielte. – Das stärkste Goalie-Duo der Liga.

In der Verteidigung gilt es, die Abgänge von Kunes und Paderhuber zu kompensieren. Das dürfte mit dem neuen Pärchen Mike Wilson und Peter Kathan gelungen sein. Beide sammelten bereits fleißig fünf bzw. sechs Scorerpunkte in zehn Vorbereitungsspielen. Die erste Reihe mit Frank und Auger bleibt unverändert und die Eigengewächse im dritten und vierten Block sind um eine Saison reifer geworden – auch hier gilt: eher stärker als schwächer.

Die Veränderungen im Sturm sind spannend, keineswegs beängstigend: Zwar verließen Top-Scorer Werner, „Teilzeit“-Stürmer Hannus und Möchel die Inn-Städter Richtung DEL, Zeller und Schenkel wechselten in tiefere Klassen. Doch bewiesen Rückkehrer Wenzel, US-Boy Quirk und vor allem der kanadische Vollstrecker Geordie Wudrick, die zusammen 18 der 42 Vorbereitungstore schossen, ausgezeichnete Scoring-Qualitäten. Baindl und Strakhov können die Defensivaufgaben bestens erfüllen. Zwar besitzt Wudrick noch immer nur einen Vertrag bis Ende September, doch ist Steer von seinen Fähigkeiten angetan: „Er macht nichts Spektakuläres, aber Geordie weiß, wo das Tor steht – und das trifft er auch.“ Alles andere als seine Vertragsverlängerung wäre inzwischen überraschend. Im Übrigen bewiesen Kapitän Gottwald und Mitch Stevens bereits in der Vorbereitung ihre unveränderte Klasse. Schaffen es Wudrick, Wenzel und Quirk, die „abgewanderten“ 113 Punkte ihrer Vorgänger zu kompensieren, so ist auch die Offensive der Bullen zumindest nicht schwächer geworden.

Die Starbulls scheinen ihr ohnehin schnelles Spiel weiter zu beschleunigen, sind körperlich präsent und vor dem Tor äußerst zielstrebig. Sie können zudem auf vier komplette Blöcke zurückgreifen, um ihr Tempo auch über die Saison zu bringen. Noch werkelt Steer an der richtigen Reihenzusammenstellung und Feinabstimmung. So könnte sich sein Team, wie bislang in jedem Jahr seines Wirkens, erneut verbessern. Für Rosenheim hieße das: ein mittlerer Play-Off-Platz, vielleicht Rang Fünf? Und dann gilt es, auf die Tradition zu vertrauen.


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