Tag der „Ehren“-RundenHeilbronner Falken

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In der letzten Woche ist einiges in Heilbronn passiert. Bevor wir uns dem Spiel widmen, ein kurzes Update hinsichtlich der Trainerposition der Falken.

Igor Pavlov scheinbar ein Kandidat

Noch gibt es keinen neuen Headcoach in der Käthchenstadt. Auf Igor Pavlov angesprochen, der als heißer Kandidat bei vielen Medien gilt, sagte Sportdirektor Rico Rossi, dass es mehrere Kandidaten geben würde. Ein Dementi hinsichtlich Igor Pavlov ist dies nicht. Angesprochen auf einen Zeitplan sagte er weiter: „Wir haben keinen besonderen Zeitpunkt. Wir warten, bis wir den richtigen Mann für Heilbronn finden.“ Gerd Wittmann wird man wohl nicht als zukünftigen Headcoach sehen. Hier äußerte sich Rico Rossi hinsichtlich der Frage, ob Wittmann auch einer der Kandidaten ist, dass er nur eine Interimslösung ist.

Im Hinblick auf den Rückzug von Ernst Rupp als Geschäftsführer der Falken scheint man aktuell ebenso auf der Suche nach einem Nachfolger zu sein. Ob und inwieweit es Kandidaten gibt, konnten wir leider nicht in Erfahrung bringen.

 Zum heutigen Spiel:

Das Spiel war hart umkämpft. Im Vergleich zur Vorwoche erwiesen sich die Roten Teufel aus Bad Nauheim als wesentlich unangenehmerer Gegner als der SC Riessersee. Zwar gingen die Falken durch ein Tor von Frantizek Mrazek in der 7. Spielminute in Führung, doch noch vor der ersten Pausensirene glichen die Gäste durch Daniel Oppolzer aus. Dieser Ausgleich fiel aus einer unübersichtlichen Situation vor dem durch Sinisa Martinovic gehüteten Tor. Der knappe Kommentar von Wittmann hierzu: „Wir haben vor dem Tor nicht hart genug gearbeitet und so diesen Ausgleich hinnehmen müssen.“

Im zweiten Drittel bekamen die Falken die flinkeren und schnelleren Bad Nauheimer augenscheinlich besser in den Griff. Die Tore allerdings schossen zunächst die Gäste. In der 22. und 28. Minuten zogen sie durch Tore von Jason Pinizzotto und Matt Beca auf 3:1 davon. Besonders der Treffer zum 2:1 zeigte deutlich, dass die Heilbronner Spieler oftmals zu langsam waren. Pinizzotto kam von der Strafbank, erhielt einen langen Pass direkt auf den Schläger serviert und stand plötzlich alleine vor Martinovic. Da sich der Goalie der Falken sehr früh für eine, im Nachhinein die falsche, Ecke entschied, hatte der Stürmer aus Bad Nauheim keine Probleme, den Puck einzuschieben. Adriano Carciola konnte in der 35. Minuten einen Abpraller von der Bande im Tor versenken und so ging es mit einer 3:2 Führung der Hessen in die zweite Drittelpause.

Wie Gerd Wittmann nach der Partie sagte, wollten sich die Falken zu Beginn des letzten Drittels etwas schonen und Kräfte sparen, um hinten raus nachlegen zu können. Die Taktik des Trainers ging in der 57. Minute auf, als Alexander Ackermann den viel umjubelten Ausgleichstreffer markierte. Die fällige Verlängerung wurde durch die Falken dominiert, nur ab und an gelange den Gästen einige Kontor. Allerdings hielt der ehemalige Heilbronner Domenic Bartels das Tor sauber und so ging es ins Penaltyschießen. Dies begann mit einiger Verzögerung, doch dazu später mehr. Frank Carnevale sagte im Rahmen der Pressekonferenz, dass Bartels dieses Spiel unbedingt absolvieren wollte. Durch starke Paraden hat er seinen Einsatz gerechtfertigt und den Zusatzpunkt festgehalten. Im Penaltyschießen hatte er auch das Glück auf seiner Seite. Hätte Adriano Carciola nicht den Pfosten, sondern das Tor getroffen, wäre es sicherlich nochmal spannender geworden. Schlussendlich gingen die Roten Teufel als Sieger aus diesem Spiel hervor und konnten so im zweiten Aufeinandertreffen in dieser Saison den zweiten Sieg einfahren, da Michael Dorr und Matt Beca ihre Penaltys verwandelten. Adriano und Fabio Carciola konnten auf Heilbronner Seite nicht verwandeln. Ein dritter Penalty der Hausherren war aufgrund der zwei Treffer der Gäste hinfällig.

Die „Ehren“-Runden

Eine defekte Kühlanlage, die kurzfristig nicht repariert werden konnte, sorgte für reichlich Nebel auf dem Eis. London wäre geradezu neidisch geworden. „Gorillas im Nebel“ kennt man ja, aber Eishockey im Nebel ist eher schwierig. Die meisten Zuschauer hatten Probleme, den Puck zu verfolgen. Dies schien auch den Schiedsrichtern irgendwann so zu gehen, also schickten sie alle Spieler aufs Eis um die Runden zu drehen. Insgesamt fünf (!) Mal betätigten sich die Spieler beider Mannschaften als Nebel-Vernichter und drehten fröhlich ihre Runden. Bei den letzten Durchgängen machten selbst die Schiris mit. Durch die eingespielte Musik erinnerten diese Szenarien etwas an die legendäre Eisdisco vergangener Jahre.

Nach der Verlängerung kam es zu weiteren, ungewohnten Ehrenrunden. Das in der DEL2 vor einem Penaltyschießen das Eis „trocken abgezogen“ wird ist bekannt und wurde, besser sollte auch so gemacht werden. Allerdings empfand Schiedsrichter Bastian Haupt das erste Abziehen als nicht ordentlich genug und beorderte die Eismaschine zurück. Er zeigte deutlich an, dass er gerne die Mitte des Eises besser bearbeitet hätte. Dem Eismeister aber reichte die Mitte nicht, er drehte fröhlich seine Runden, immer geschickt an der Mitte vorbei. Nach vier oder fünf gezogenen Bahnen war es dem Coach der Bad Nauheimer, Frank Carnevale dann zu viel des Guten. Er nutzte den Inhalt einer Trinkflasche und legte selber Hand an. Kopfschüttelnd verließ er mit leerer Flasche und durch die Bad Nauheimer Fans gefeiert das Eis. Doch wer dachte, jetzt kann es endlich weitergehen, der irrte. Da das Eis nun an einer Stelle nass war, beorderte Rico Rossi, Sportdirektor der Falken, die Eismaschine erneut aufs Eis. Immerhin sollte ja trocken abgezogen werden. Wieder zog die Eismaschine einsam, ihre Runden. Nachdem nun alles gerichtet war, konnte es endlich mit dem Penaltyschießen losgehen. Die geforderten Ehrenrunde der Eismaschine gab es glücklicherweise nicht zu sehen.