Straubing bleibt auf Verliererstraße

Straubing: Trew bleibt ein TigerStraubing: Trew bleibt ein Tiger
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Die Straubing Tigers konnten am Mittwochabend im Spitzenspiel gegen die Dresdner Eislöwen den „freien Fall“ nur bremsen, aber nicht stoppen. Mit 2:3 (1:0, 0:2, 1:0, 0:0) nach Penaltyschießen zogen die Gäubodenstädter den Kürzeren. Sie finden sich nun in der allerdings nach wie vor engen Tabelle auf Rang drei wieder.



3.272 Zuschauer bildeten im heimischen Eisstadion am Pulverturm einen stattlichen und dem Aufeinandertreffen zweier Spitzenteams der 2. Bundesliga würdigen Rahmen. Allein 600 Gästefans waren mit einem Sonderzug aus Dresden angereist.



Sie erlebten in der Anfangsphase der Begegnung starke Gastgeber, so dass die durch eine schöne Einzelaktion von Verteidiger Josef Lehner (16.) herausgeschossene Straubinger Führung durchaus in Ordnung ging. Im zweiten Abschnitt drehten die immer wieder brandgefährlichen Schützlinge von Jiri Kochta durch zwei Treffer von Gregory Schmidt (25./36.) zunächst das Spiel. Lange Zeit schien es in den letzten zwanzig Minuten, dass die Cleverness des Aufsteigers angesichts der immer kraftloser wirkenden Hausherren ausreichen würde, um den Dreier einzufahren. Eine 6:4-Situation (Mike Bales hatte in Überzahl das Tor verlassen) brachte dann aber 24 Sekunden vor der Schluss-Sirene den Ausgleich. Trevor Gallant hatte für Straubing mit einem Fernschuss Erfolg, als dem insgesamt sicheren Gästegoalie Marek Mastic die Sicht genommen wurde. Es war trotz mehrerer Powerplay-Möglichkeiten der einzige Treffer der Niederbayern in numerischer Überlegenheit.



Nach einer torlosen Verlängerung brachte das Penaltyschießen die Entscheidung zugunsten der Eislöwen. Daniel Körber avancierte für Dresden mit seinem Treffer zum Matchwinner.



Für Straubing, vor Weihnachten noch Spitzenreiter, war es die bereits vierte Niederlage in Folge. Zugleich ist die Heimstärke stark angekratzt. Die eigenen Zuschauer bekamen die nunmehr dritte Heimpleite nacheinander zu sehen. Die angespannte und an den Kräften der Mannschaft zehrende Personalsituation entspannt sich nach wie vor nur langsam. Mit den Verletzten Jason Dunham, Steve Palmer und Thomas Greilinger, dessen Straubing-Debüt nach wie vor auf sich warten lässt, fehlten gegen Dresden drei etatmäßige Stürmer, so dass Trainer Peter Draisaitl nur dank des Einsatzes des erst wenige Stunden zuvor eingetroffenen neuen Kanadiers John Hecimovic neun Angreifer für drei Sturmreihen zur Verfügung standen und er erstmals seit acht Spielen wieder sechs Ausländer in der Stammformation aufbieten konnte.



Der von den Fans interessiert beäugte Nordamerika-Einkauf zeigte sich bei seinem ersten Auftritt an der Donau trotz der ihm noch in den Knochen steckenden Anreise bemüht und ansatzweise die Spielweise, die man sich von ihm verspricht. John Hecimovic, der erst zehn Tage, nachdem er von seinem alten Team (South Carolina Stingrays/ECHL) aus dem Kader gestrichen wurde, in Straubing eintraf, war sich nicht zu schade, vor allem im Powerplay die wichtige Arbeit vor dem gegnerischen Tor zu verrichten. Vollstreckerqualitäten offenbarte er noch keine. Zwei große Chancen im Laufe des Spiel konnte er ebenso wenig zu einem Treffer nutzen wie seinen Versuch im Penaltyschießen. Ob sich der 21-Jährige, von dem eher harte Arbeit als technische Finesse zu erwarten ist, bei einem Spitzenteam der 2. Bundesliga durchzusetzen vermag und welch wertvolle Rolle er bei den Straubing Tigers übernehmen kann, müssen allerdings erst die nächsten Wochen zeigen, wenn er Bindung an die Mannschaft gefunden und sich auch im neuen Umfeld akklimatisiert hat.