Steelers die besseren "Schachspieler"Riessersee - Bietigheim 0:3

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Im Eiltempo spulten beide Teams diese vierte Begegnung ab, verglichen mit den bisherigen Auseinandersetzungen, die allesamt in die Verlängerung und zuletzt sogar  bis zum zwölften Schützen ins Penaltyschießen gingen. Gleichwohl war auch diese Begegnung ein zähes, aber überaus faires Ringen zweier taktisch sehr diszipliniert agierender Mannschaften, die diesmal in vertauschten Rollen spielten: Die Defensivstrategen vom Riessersee wurden von den stählernen Scharfschützen der Liga gezwungen, das Spiel zu machen. Tief stehend, in einem 1-3-1-Verbund erwartete Bietigheim den Kontrahenten erst in der eigenen Hälfte. So ergab sich ein optisches Übergewicht der Hausherren, doch waren die Konter der Schwaben stets brandgefährlich.

Der erste Aufreger ereignete sich in der sechsten Minute, als Steelers Torjäger Greg Squires liegend mit dem Rücken voran unglücklich in die Bande rauschte und fortan aus Vorsichtsgründen nicht mehr in das Geschehen eingreifen konnte (im nächsten Spiel soll er aber wieder einsatzbereit sein). Im Übrigen wurde den Zuschauern bei einem Torschussverhältnis von 6:4 ein spannendes "Schachspiel auf dem Eis" geboten, wie Steelers-Trainer Kevin Gaudet und sein Gegenüber Toni Krinner anschließend übereinstimmend analysierten.

Zu Beginn des Mittelabschnitts erhöhten die Gastgeber, auch unterstützt durch zeitweise doppelte Überzahl, den Druck auf das von Joey Vollmer erneut glänzend gehütete Bietigheimer Gehäuse und erspielten sich nun eine Reihe bester Einschuss- Gelegenheiten. Dennoch hatte David Wrigley die größte Chance, als die Oberbayern in der Vorwärtsbewegung den Puck vertändelten und er allein auf Bryan Hogan zulaufen konnte, aber im Keeper der Werdenfelser seinen Meister fand. "Mir war klar, dass heute gewinnen wird, wer das erste Tor schießt", verriet Gaudet seine Prognose-Qualitäten, auch hier in Übereinstimmung mit Krinner. Denn sowohl vom Spielverlauf, als auch in der Entstehung überraschend, gelang Marco Schütz die Gästeführung: Nach einem Bullygewinn vor dem SCR-Tor fand sein gar nicht mal harter Schuss von der rechten Blaue-Linien-Seite durch Freund und Feind hindurch den Weg am nicht reagierenden Hogan vorbei ins Tor - diesem war deutlich jede Sicht versperrt.

"Das zweite Tor war dann der Schlüssel zum Sieg", erläuterte Gaudet weiter. Und dieses gelang Markus Gleich nach einem Konter. So sehr sich Krinners Mannen auch mühten, an Vollmer vermochten sie den Puck nicht mehr vorbei zu bringen. Auch der frühe Versuch, mit einem sechsten Feldspieler für Hogan noch den Ausgleich zu schaffen, brachte lediglich die endgültige Entscheidung durch Matt McKnight, der ,steil durch die Mitte geschickt, zum 0:3 abschließen konnte.

"Garmisch hatte heute einfach kein Scheibenglück vor unserem Tor, und Joey (Vollmer) hat uns mit einigen sehr guten Saves den Sieg gerettet", fasste Gaudet das Spiel zusammen und erntete auch hierin von Krinner ungeteilte Zustimmung: "Mehr kann ich dazu auch nicht sagen!" Er richtete seinen Blick jedoch bereits angriffslustig voraus: "Ich bin nicht niedergeschlagen! Der letzte Sieg einer Serie ist immer der schwierigste, und deshalb werden wir am Freitag in Bietigheim alles in die Waagschale werfen, um uns am Sonntag hier wiederzusehen", versprach er einen großen Kampf, um die Viertelfinalserie zu verlängern.

Bei so viel Fairness auf dem Eis und Einigkeit der Trainer in der Spielbewertung, erstaunt dann doch der Anlass eines Zusatzberichts, mit dem sich Krinner über die Kommunikation, aber ausdrücklich nicht über die Leistung, von Hauptschiedsrichter Stefan Vogl beschwerte: "Wenn mir bereits vor dem Spiel ein Schiedsrichter sagt: „Mit Dir rede ich heute nicht!“ und er sich nach der Begegnung mit den Worten verabschiedet: „Das Beste ist, dass ich Dich Arsch jetzt nicht mehr sehe“, dann muss sich der DEB fragen lassen, ob er solche Männer überhaupt einsetzen kann oder ob nicht zuvor eine Benimm-Schulung angesagt ist." HSR Vogl selber bestätigte auf Nachfrage eine solche Kommunikation, bestreitet aber, dabei jedwede Schimpfwörter gebraucht zu haben. Zusatzbericht und Stellungnahme von Vogl gehen nun an Ligenleiter Jörg von Ameln. Der muss entscheiden, wie in der Sache weiter verfahren wird. Krinner hofft für die nächste Begegnung jedenfalls "auf einen souveränen Schiedsrichter, so wie in den ersten drei Begegnungen unserer Serie!"

Tore: 0:1 (33.) Schütz (McKnight), 0:2 (45.) Gleich, 0:3 (59.) McKnight (Gleich, Wrigley) 6-5 ENG

Strafen: Riessersee 6, Bietigheim 10 + 10 Schütz

HSR: Vogl; LSR: Gossmann, Jung

Zuschauer: 1.868


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