Stabilere Defensive gibt den Ausschlag – München vs Bad Tölz 1:2

Lesedauer: ca. 3 Minuten

Der Tölzer Anhang war bester Stimmung. „Berlin,

Berlin…der Hecker aus Berlin“, skandierten die knapp 500 aus dem Oberland

mitgereisten Fans in Anlehnung an den Geburtsort des neuerlich für den

Siegtreffer verantwortlichen Stürmers. Hecker wiederholte sein Husarenstück

aus Kaufbeuren, traf nur wenige Sekunden nach Beginn des letzten Drittels

vorentscheidend und bescherte seinem Team damit einen formidablen

Jahresabschluss. 2:1 (1:0,0:0,1:1) siegten die Buam in einem kurzweiligen,

spannenden Spiel beim EHC München. Erst in der Schlussminute verwehrte Münchens

Neuzugang Dave Noel-Bernier Mark Cavallin den dritten Shut-Out.

Selbst der Bürgermeister war gekommen. Sepp Niedermeier wollte sich seine Löwen

im letzten Spiel des Jahres nicht entgehen lassen. Sein Kommen sollte das Tölzer

Stadtoberhaupt nicht bereuen. Von Beginn an wirkten die Löwen hoch

konzentriert. Dem Erfolg im Allgäu sollte ein weiterer beim unmittelbaren

Tabellennachbarn folgen. Aus einer dicht gestaffelten Defensive entgegneten die

Buam dem Aufsteiger und waren im ersten Drittel das dominierende Team. Kachur

mittels brachialem Knaller (hauchdünn vorbei) und Stevens, der herrlich

freigespielt wurde, hatten beste Gelegenheiten. Fallen wollte der Treffer jedoch

erst zwanzig Sekunden vor der Sirene. Harmer zog kernig von der blauen Linie ab

und traf an Freund, Feind und Vollmer vorbei ins Netz. Zweifellos eine verdiente

Führung, die nach der Pause aber gehörig wackelte. München erhöhte den Druck

merklich, Tölz beschränkte sich fälschlicherweise ausnahmslos aufs Halten des

knappen Vorsprungs. Trotz einiger Möglichkeiten wirkten die Hausherren nicht

zielstrebig genug. Das Powerplay war so gut wie nicht vorhanden und auch bei

personeller Ausgeglichenheit fehlte der zwingende Abschluss. Müßig zu erwähnen,

dass freilich auch Mark Cavallin die gewohnt unüberwindliche Barriere

darstellte. Zwar ging dieses Drittel an den EHC, doch hätte John Kachur in

Unterzahl das Ergebnis zugunsten der Isarwinkler korrigieren müssen. Aus vier

Metern drosch der Spielmacher den Puck mit Urgewalt am linken Pfosten vorbei.

Nachdem die Mannschaft des leidenschaftlich an der Bande mitfiebernden Axel

Kammerer ungeschoren die Münchner Druckphase überstand, war es an der Zeit,

selbst wieder Akzente zu setzen. Dafür haben die Tölzer einen Spieler in ihren

Reihen, der das Fanlager spaltet. Oft wird Benjamin Hecker vorgeworfen, Defizite

im läuferischen Bereich und mangelnden Spielwitz zu besitzen. Wenig diskutabel

indes ist der Torriecher des gebürtigen Berliners. 53 Sekunden waren im letzten

Drittel gespielt, da schlenzte Hecker ein Zuspiel von Kachur zum 2:0 in die

Maschen. Und als den Gastgebern im weiteren Verlauf wenig Vernünftiges einfiel,

manifestierte sich so langsam der Gedanke an den Derbysieg. Just als die letzte

Minute eingeläutet war und Vollmer vom Eis ging, traf der EHC doch noch.

Neuzugang Noel Bernier brachte die Scheibe aus kürzester Distanz an Cavallin

vorbei. Trotz einer merkwürdigen Strafe für Kapitän Schinköthe und der

daraus resultierenden 6-4 Überzahl der Münchner sicherten die Löwen den

Dreier über die Zeit.

Die Zufriedenheit von Axel Kammerer war verständlich. „Wir haben mit dem

letzten Aufgebot gespielt, waren im ersten Drittel die klar bessere Mannschaft.

In Abschnitt zwei hatten wir viel Glück, dann ist uns Heckers Tor zu Gute

gekommen“

„Das ist fast das gleiche Resultat wie beim ersten Spiel“, befand Gary

Prior, der aber mit der Leistung seines Teams nicht unzufrieden war. „Im

Abschluss haben teilweise der Wille und das Vermögen gefehlt.“ Mit seinem

Neuzugang Dave Noel-Bernier zeigte sich Prior angesichts der fehlenden Bindung

zur Mannschaft zufrieden.

(Oliver Rabuser)

Tore:

0:11 (19:40) Harmer (Borzecki, Stevens)

0:2 (40:53) Hecker (Kachur, Harmer)

1:2 (59:08) Noel-Bernier (Carlson)

Strafminuten: München 

10  - 

Bad Tölz  16


Schiedsrichter: Reik an Gameren (FASS Berlin) 

-  Schmidt, Timmermanns


Zuschauer: 2006


Spieler des Spiels: Duane Harmer

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