Sprung auf Platz zwei knapp verpasstEC Bad Nauheim

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Ex-Teufel Tim Regan sicherte seinen Farben in der Overtime den Zusatzpunkt in einem lange Zeit offenen Spiel, in dem beide Parteien Chancen auf den Sieg nach regulärer Spielzeit hatten. "Dennoch sind wir mit dem einen Punkt zufrieden, auch wenn es durchaus mehr hätten sein können", sagte EC-Coach Petri Kujala nach dem Spiel.

Petri Kujala hatte bereits vor der Saison angekündigt, dass auch Domenic Bartels seine Eiszeit im Tor der Roten Teufel erhalten würde. Heute Abend war es wieder soweit, so dass der 24-Jährige Backup seinen zweiten Einsatz in einem Pflichtspiel von Beginn an absolvierte. Bei den Hausherren stand mit Korbinian Sertl ebenfalls ein Backup-Goalie zwischen den Pfosten, anders als bei den Hessen allerdings aufgrund einer Erkrankung vom Stammtorhüter Jochen Vollmer, während Jan Guryca bei den Kurstädtern auf der Ersatzbank Platz nehmen konnte. Die Hessen mussten gleich in der Anfangsphase eine doppelte Unterzahl überstehen, nachdem Schiedsrichter Hatz (Trostberg) zwei Mal sehr genau hinsah. Die Gäste überstanden die knapp 90 Sekunden mit zwei Mann weniger aber schadlos und machten anschließend ordentlich Druck auf den Garmischer Kasten. Campbell (5.), Oppolzer sowie Müller (6.) prüften Sertl, der nur wenige Scheiben festhielt und immer wieder nachfassen musste. Das Tor fiel dennoch auf der Gegenseite - wenn auch glücklich: als das Hartgummi vom Außennetz irgendwie direkt vor das Tor von Domenic Bartels prallte, schaltete SCR-Stürmer Thomas Merl am schnellsten und ließ dem Bad Nauheimer Goalie keine Chance. Die Antwort folgte aber prompt: exakt 62 Sekunden später bediente Kyle Helms mit einem Chip-Pass Max Campbell, der in Torjägermanier zum hoch verdienten Ausgleich bereit stand. Als die Roten Teufel ihrerseits nach einer Hinausstellung von Florian Vollmer in Überzahl agieren konnten, war es erneut die zweite Reihe, die nach einem Querpass von Campbell auf Matt Beca mit dessen dritten Saisontor die 2:1-Führung markieren konnte. Die Roten Teufel hatten im Grunde genommen alles im Griff und wollten natürlich die Führung mit in die Pause nehmen, doch wenige Sekunden vor dem Ende verloren die Hessen das Hartgummi in der eigenen Defensive nach einem energischen Einsatz von Garmischs Kracik, was Libor Dibelka zum unnötigen und damit ärgerlichen 2:2 für die Bayern nutzen konnte.

Im zweiten Abschnitt ließen es beide Seiten zunächst ein wenig ruhiger angehen, selbst die einzige Strafzeit in diesem Drittel gegen Bad Nauheims Matt Beca sollte keine große Aufregung bringen. Als diese jedoch abgelaufen war, nahm das Spiel plötzlich wieder Fahrt auf: Sertl hatte die Scheibe eigentlich sicher, spielte aber direkt auf den heranstürmenden Vitalij Aab, der in allerletzter Sekunde von Garmischs Bender am Schuss ins leere Tor gehindert wurde. Morten Lie scheiterte in der darauffolgenden Szene an Domenic Bartels, im direkten Gegenzug verhinderte Simon das Bad Nauheimer Tor gegen Dusan Frosch, der mit einem Break durch war. Maik Blankart war zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr dabei, der Verteidiger blockte zuvor einen Schlagschuss mit dem Knie und musste zunächst verletzt passen. Ihn ersetzte für den Rest des Drittels Alexander Baum in der Bad Nauheimer Hintermannschaft. Die Gäste wollten das nächste Tor - und sie bekamen es: Daniel Ketter erkämpfte sich die Scheibe, lief selber vor das gegnerische Gehäuse und nahm somit Sertl die Sicht beim Schlagschuss von Matt Beca, der seinen zweiten Treffer des Abends markierte. Analog der Ereignisse aus dem ersten Abschnitt konnten die Gäste die Führung aber wieder nicht mit in die Kabine nehmen: in der 39. Minute hatten die Garmischer urplötzlich eine Zwei-auf-Eins-Situation, die erneut Libor Dibelka zum Ausgleich verwerten konnte.

Mit Beginn des Schlussabschnitts konnte Maik Blankart wieder mitmischen und nahm somit seine angestammte Position neben Marco Schütz ein. Die Partie nahm erst ab der 50. Minute wieder so richtig Schwung auf, als zunächst Kyle Helms an Sertl scheiterte, der sich immer besser in die Partie fand. Im Gegenzug Glück für die Hessen, als Rimbeck nur den Pfosten traf. Auf der Gegenseite hatte Max Campbell direkt im Anschluss zwei Riesengelegenheiten, einmal hielt Sertl, einmal ging der Schuss knapp am Tor vorbei. Auch Aab hatte den Siegtreffer auf der Kelle, doch diesmal sollte dem Goldhelmträger der Gäste nichts Zählbars gelingen. Es ging somit in die Verlängerung und in dieser kassierte Dusan Frosch eine fragwürdige Strafzeit. Das anschließende Powerplay verwertete ausgerechnet der Ex-Teufel Tim Regan zum Siegtreffer für die Gäste, die somit den Sprung auf den zweiten Tabellenplatz verpassen. "Dennoch sind es nur drei Punkte bis zum zehnten Platz in dieser ausgeglichenen Liga, in der jeder jeden schlagen kann, wie man an diesem Wochenende wieder gesehen hat. Im ersten Drittel haben wir gut gespielt und ein unnötiges Gegentor bekommen. In zweiten Drittel war es umgekehrt, dennoch gehen wir in Front und kassieren abermals einen Gegentreffer aus dem Nichts. Im letzten Abschnitt haben wir taktisch diszipliniert agiert und durchaus Chancen auf den Sieg gehabt. Die Strafzeit gegen Dusan Frosch war eher unglücklicher Natur, was den Garmischern somit den zweiten Punkt ermöglichte. Dennoch haben wir ein gutes Auswärtsspiel abgeliefert", sagte Daniel Henrizi, der sportliche Leiter des EC Bad Nauheims.


SC Riessersee - EC Bad Nauheim 4:3 n.V. (2:2, 1:1, 0:0)
Tore:
1:0 (07:56) Merl (Eberhardt)
1:1 (08:58) Campbell (Helms, Mapes)
1:2 (10:30) Beca (Campbell, Helms) PP1
2:2 (19:20) Dibelka (Kracik)
2:3 (30:44) Beca (Helms)
3:3 (38:36) Dibelka
4:3 (63:36) Regan (Vollmer, Kosick) PP1
Strafminuten: SCR 8 / ECBN 14
Zuschauer: 1.244