Sparsam durch die Krise: Das Motto der Wölfe Freiburg

Freiburger Rumpftruppe verliert 5:6 in HannoverFreiburger Rumpftruppe verliert 5:6 in Hannover
Lesedauer: ca. 2 Minuten

Sehr turbulent war die Sommerpause für die Wölfe Freiburg nicht auf dem Eis, sondern auf dem politischen Parkett. Die Freiburger Eissporthalle stand aufgrund ihres Alters und ihrer Statik vor der finalen Schließung. Was faktisch das Ende des Eishockeysports in Freiburg bedeutet hätte. Dies konnte u.a. durch Verhandlungen mit der Stadt Freiburg verhindert werden. Der Freiburger Stadtrat beschloss im Hauruckverfahren eine Sanierung der Halle, die aber erst Ende September abgeschlossen sein wird, wodurch die Saison-Vorbereitung komplett in Colmar absolviert werden musste. Durch Fanspenden, Mittel der Gesellschafter und Mietnachlass des EHC Freiburg konnten die Mehrkosten der auswärtigen Saisonvorbereitung aufgefangen werden.

Die ersten Spiele finden nun auch auf fremden Eis statt. Beim Trainingsauftakt im August sorgte der exzentrische Eishockeykünstler Roman Kadera, für Aufregung, als er sich überrauschend aus Freiburg aus privaten Gründen verabschiedete. Kadera wurde jedoch umgehend durch den kanadischen Topstürmer mit deutschem Pass Yanick Dubé ersetzt, der sich nicht nur durch seine Technik, sondern auch durch Teamgeist und Führungsqualitäten auszeichnet. Mit Peter Mares und Matt Hubbauer verließen auch zwei weitere Topscorer der letzten Saison den Breisgau. Als Neuzugnag wechselte auf Empfehlung von Kultspieler Adam Spylo Paul McIlveen (23) an die Dreisam. Der Kanadier dürfte nach den ersten Eindrücken zu urteilen in der zweiten Bundesliga einige Abwehrreihen vor große Probleme stellen, obwohl es seine erste Saison in Europa ist. McIlveen brachte aus Kanada seinen Freund Tyler Townsend als Verstärkung für die Wölfe Abwehr mit. Für Townsend ist Freiburg die erste Profistation. Diese Verstärkung für die Defensive ist auch notwendig, da die Abwehr der Freiburger nach wie vor ein großer Schwachpunkt des Teams von Peter Salmik ist. Bei den Defendern Gorgenländer, Stas und Bares neigt sich die Karriere dem Ende entgegen, Daniel Ketter muss konstanter werden, um sich in der 2. Bundesliga zu etablieren und die jungen Spieler Schüle, Sacher und Frank müssen ihr Können im Profieishockey nun unter Beweis stellen.

Die Offensivabteilung der Breisgauer dürfte zu den besseren – wie fast schon traditionell in Freiburg - der Liga zählen. Mit den beiden Torhütern Glaser und Mathis sollten die Wölfe gut aufgestellt sein, wobei Glaser vorerst die Nummer 1a ist. Die Zielsetzung der GmbH für die kommende Saison lautet dann auch: Klassenerhalt. Dies dürfte eine realistische Einschätzung der Stärke des Teams sein. Da der Etat durch die Folgen der Wirtschaftskrise und der dadurch rückläufigen Sponsoringeinnahmen und durch die genannte Hallenproblematik reduziert wurde, musste auch bei den Transfers und den Spielergehältern der Rotstift angesetzt werden. Das Team von Coach Salmik hat vermutlich noch einiges an Überraschungspotential, wodurch vielleicht auch die Playoffs in Reichweite liegen könnten. Durch die fehlende qualitative Tiefe des Kaders sind aber auch negative Überraschungen möglich. Der Ausfall von Toptorjäger Dany Bousquet für mehrere Wochen ist eine deutliche Schwächung des Wölfesturms. Die Wölfe Freiburg haben aber noch eine freie Kontingentstelle, die noch im Laufe der Saison vergeben werden kann – falls es wirtschaftlich möglich und sportlich notwendig ist. Insgesamt steht für die Wölfe GmbH jedoch das sportliche und insbesondere das wirtschaftliche Überleben in der 2. Bundesliga im Vordergrund. Wirtschaftliches Handeln ist im deutschen Profieishockey aber mehr die Ausnahme als die Regel, wie zuletzt das Beispiel der Tölzer Löwen gezeigt hat.