Sorgloser EVL ermöglicht Falken-SiegLandshut - Heilbronn 3:4

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Ein ungewohnt kleines niederbayerisches Aufgebot stellte sich der ersten Zwischenrundenpartie gegen bislang arg gerupfte Falken: Nach wie vor verletzt sind Topscorer Riley Armstrong (Rückenprobleme), Torjäger Martin Davidek (Kieferbruch) und Max Brandl (Innenbandriss). Ab Spielmitte gesellte sich auch Cody Thornton in diese Riege, nachdem er einen Schuss auf den Knöchel bekam. Zudem sind gleich sechs Talente mit deutschen Nachwuchsmannschaften auf internationalem Parkett unterwegs, darunter die Stammkräfte Fabio Wagner, John Rogl, Marc Schmidpeter und Stefan Loibl. Wenigstens stand den Isar-Städtern David Elsner vom neuen Kooperationspartner Thomas Sabo Ice Tigers aufgrund der Olympia-Pause zur Verfügung. Und beide Teams konnten auf je zwei gesunde Torhüter zurückgreifen: so kam es zum Duell von Brian Stewart und Branislav Konrad zwischen den Pfosten.

Die Gastgeber begannen dennoch gewohnt schwungvoll und diszipliniert, erspielten sich eine Reihe hochkarätiger Chancen und schraubten in schöner Regelmäßigkeit das Ergebnis auf einen beruhigenden 3:0-Vorsprung bis zur 27. Minute. Dann ertönten langanhaltende Gesänge über "Sch... Rosenheim" von den Rängen, als sich unter den Fans der Spielabbruch bei den ungeliebten oberbayerischen Nachbarn vom Inn herumgesprochen hatte. Und alsbald danach verloren die Dreihelmestädter zusehends ihren Spielfaden: "Wir hatten einen sehr guten Anfang, führten 3:0, spielten sehr diszipliniert und dann begann jeder sein eigenes Süppchen zu kochen", analysierte Brockmann anschließend den Spielverlauf. "Ich kann niemandem einen Vorwurf machen, nicht gekämpft zu haben. Aber ich kann noch nicht verstehen, wie wir danach so kopflos spielen konnten", sucht er noch den Zugang zu seinem Team.

Und so, wie Landshuts Abwehr durch Sorglosigkeit und Wechselfehler Heilbronn zu Überzahlkontern einlud, so sehenswert nutzten die Käthchenstädter diese Chancen. "Wir kämpfen, um zu überleben und doch noch den letzten freien Play-off-Platz zu erreichen. Dabei hatten wir Glück, dass Landshut uns wieder ins Spiel kommen ließ. Allerdings hat mir auch sehr gut gefallen, wie mein Team trotz des intensiv geführten Spiels Kreativität und klaren Kopf nicht verloren hat", versuchte Heilbronns Trainer Igor Pavlov anschließend den Umschwung zu erklären. "Und bei den letzten beiden Alleingängen hat Landshut ein bisschen geschlafen", konnte er die Freiheiten beim Ausgleichs- und Siegtreffer binnen 47 Sekunden kaum fassen: Einen Steilpass aus der eigenen rechten Ecke auf den Mittelpunkt zu Adriano Carciola schloss dieser mit einem gezielten Flachschuss zum Ausgleich ab. Und bei angezeigter Strafe gegen Landshut setzte sich Frantisek Mrazek fast spielerisch gegen seinen ehemaligen Kameraden Stephan Kronthaler durch, um aus kurzer Distanz zu vollenden.

Auch mit sechs Feldspielern vermochte der EVL den Ausgleich nicht mehr herbeizuführen. Vielmehr hätte P.J. Fenton 11 Sekunden vor Schluss, frei im Slot des leeren Tores stehend, bereits für die endgültige Entscheidung sorgen können.

Bei der anschließenden Pressekonferenz äußerten sich beide Trainer auf Nachfragen in aller Deutlichkeit gleichlautend zu der von den Starbulls Rosenheim verweigerten Spielverlegung gegen den SC Riessersee, obwohl dieser keinen spielfähigen Torwart zur Verfügung hatte: "Die Regel lautet '1+9', nicht '0+20' - ohne Torhüter kann man nicht spielen! Es ist eine Schande, dass wir es immer wieder schaffen, Eishockey negativ in die Schlagzeilen zu bringen", veranschaulichte Brockmann, was er vom Verhalten der Inn-Städter hält. Und Landshuts Geschäftsführer Christian Dornbeck ergänzte: "Für uns wäre eine Verlegung keine Frage, sondern eine Selbstverständlichkeit gewesen. So kann man im Sport nicht miteinander umgehen! Man darf nicht 'Miteinander' predigen und gegeneinander handeln", fand auch er deutliche Worte für den Eklat. Scharf und entschieden kritisierte auch Pavlov das Rosenheimer Verhalten: "Bei aller Rivalität: man muss im Sport immer fair bleiben! Und das hat etwas mit dem Charakter von Menschen zu tun - ich würde in einer solchen Situation dem Gegner immer entgegen kommen", war er fassungslos ob der oberbayerischen Vorgänge.

Am Sonntag sind die gescholtenen Starbulls bei den Falken zu Gast; Landshut fährt in die Lausitz.

Tore: 1:0 (12.) Thornton (Morris, Elsner), 2:0 (18.) Vantuch (Trew, Smazal), 3:0 (27.) Elsner (Thornton, Kronthaler) 6-5, 3:1 (33.) Kurth (A. Carciola, Blank), 3:2 (39.) Leisenring (Mrazek, Hock), 3:3 (55.) A. Carciola (Fenton, Baum), 3:4 (56.) Mrazek (Hock, Card) 6-5

Strafen: Landshut 4, Heilbronn 4

HSR: Hascher; LSR: Flad, Kittan

Zuschauer: 2.107