Siegesserie jäh gestoppt - 3:5 Heimniederlage gegen Crimmitschau

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Vier Spiele lang gingen die Tölzer Löwen zuletzt als Sieger vom Eis. Ein fünftes Mal zu triumphieren war den Isarwinklern nicht vergönnt. Gegen den ETC Crimmitschau unterlag man etwas überraschend, jedoch keineswegs unverdient mit 3:5. War es die Angst vor der eigenen Courage oder der Gedanke, wer Straubing und Freiburg niederringt, bekommt die Punkte gegen die Westsachsen im Vorbeigehen ? Tatsache war eine gewisse Ratlosigkeit im Spielaufbau, welche sich mit zunehmender Spieldauer direkt proportional verstärkte. Nach passablem ersten Spielabschnitt und zwei Hochkarätern zu Beginn des zweiten Drittel, gelang plötzlich überhaupt nichts mehr. Nachlässigkeiten im durch Verletzungen dezimierten Abwehrverbund hielten sich die Waage mit ungenauen und wenig durchdachten Offensivbemühungen. Die keineswegs großartig aufspielenden Gäste nahmen diese Geschenke freilich gerne an und kamen in den Schlussminuten so zu einem unverhofften Dreier. 
 

Für zwei Tölzer Akteure war ein Einsatz von vorneherein ausgeschlossen. Florian Leitner setzte eine Grippe ausser Gefecht, Michael Baindl hat sich in Freiburg vermutlich einen Bänderriss in der Schulter zugezogen. Kurz vor dem ersten Bully musste auch noch Anton Prommersberger passen, der über Rückenprobleme klagte. Davon unbeeindruckt gaben die Löwen sofort den Ton an. Rod Stevens zielte nach zwei Minuten nur um Zentimeter am langen Pfosten vorbei. Die Eispiraten beschäftigten sich vornehmlich mit der Sicherung des eigenen Gehäuses, was ihnen jedoch lediglich zehn Minuten gelang. Dann fälschte Tim Regan einen Blueliner von Sepp Keller entscheidend ab und brachte seine Farben in Führung. Alles perfekt zu laufen schien, als Florian Zeller unter gütiger Mithilfe von Gästekeeper Martinovic einen Shorthander erfolgreich zum Abschluss brachte. Was nicht so ganz in das Konzept der Buam passte, war der Anschlusstreffer durch Eric Schneider, der die Flugbahn eines von Esbjörn Hofverberg abgegebenen Schlagschusses verändern konnte. Ein, wie ETC-Coach Ehrenberger im Nachhinein konstatierte, "ganz wichtiges Tor, das uns im Spiel gehalten hat." 
 

Zu Beginn von Abschnitt zwei wäre aus Sicht der Gastgeber die Zeit gekommen, für einen komfortablen Vorsprung zu sogen. Doch mehrere hochkarätige Einschussmöglichkeiten wurden ausgelassen, Josef Kottmair verfehlte dabei sogar das leere Tor. Ob sich eine derartig mangelhafte Chancenauswertung nicht rächen sollte ? Hierbei hatten die Löwen allerdings das Glück, dass Tobias Wörle bei der 1-1 Situation gegen Couture zu schlecht zielte und eben dieser Couture mit einem Big-Save gegen Vit retten konnte. Die Partie war inzwischen auf einem spärlichen Niveau angekommen und bot den 1700 Zuschauern wenig Highlights. Einem Fehler des ansonsten gewohnt starken Couture war es zuzuschreiben, dass die Eispiraten doch zum Ausgleich kamen. Einen wenig gefährlichen Schuss von Eric Schneider ließ der Kanadier zum Entsetzen des hinter ihm postierten Tölzer Anhangs passieren. Die Antwort der Buam folgte prompt. Im Powerplay wehrte der insgesamt unsicher wirkende Martinovic einen Schlenzer von Tim Regan nur ungenügend ab, was Kapitän Mayer auszunutzen vermochte. Sein Abstauber bedeutete die erneute Führung.  
 
Die Analyse von Peter Obresa nach dem Spiel, seine Mannschaft wäre immer chancenloser geworden, je länger das Spiel dauerte, traf den Nagel auf den Kopf. Eine zuletzt nicht mehr gekannte Lethargie schlich sich in das Spiel der Löwen ein. Kaum noch Offensivaktionen waren zu verzeichnen, auch die zuletzt so starke Reihe mit Jeff Hoad und Rod Stevens war nicht in der Lage entscheidende Impulse zu vermitteln. Sicher haben sich die Gäste vorgenommen der Partie noch eine Wendung zu geben, mit der Unterstützung des Gegners rechneten sie dabei indes gewiss nicht. Konnte man beim abermaligen Ausgleich - übrigens wieder durch den bärenstarken Eric Schneider - noch Torraumabseits reklamieren, welches der ansonsten ausgezeichnet leitende Michael Deibler nicht ahndete, waren die Gegentreffer vier und fünf schon mehr den Tölzer Nachlässigkeiten zuzuschreiben. Beim 3:4 erfreute sich Ryan Smith vor dem Gehäuse ungewohnter Freiheiten, auch Zuspieler Vandermeer wurde nur halbherzig attackiert. Das 3:5 war zweifelsohne ausgezeichnet herausgespielt, jedoch traf Radek Vit erst im dritten Nachsetzen. Vit, der neben dem Pfosten stand, aus dem Weg zu räumen, hielt im Abwehrverbund des ECT niemand von Nöten. Aufgrund dieses Schlussdrittels, in dem die Gäste sehr engagiert, die Buam dafür umso planloser waren, ging der Erfolg für die Sachsen letztendlich auch in Ordnung.  
 
Peter Obresa fand, Crimmitschau wollte den Sieg einfach mehr und hat ihn sich dadurch verdient. Seine Mannen wären nicht hungrig genug gewesen, hätten zudem wenig clever agiert und einen Großteil der Zweikämpfe verloren. Jiri Ehrenberger sah eine äußerst saubere Partie und freute sich über das starke Finish seines Teams. Irritiert zeigte sich Ehrenberger von der unterschiedlichen Auslegung der neuen Regel. Er hätte Situationen gesehen, die in den vergangenen Spielen bereits geahndet worden sind, hier aber keine Konsequenzen gehabt hätten. Einig waren sich beide Übungsleiter über die Unsinnigkeit dieser Vorschrift. (orab) 
 
 Tore: 
1:0 (10:40) Regan (Keller), 2:0 (12:59) Zeller (Frank, Mayer 4-5), 2:1 (15:05) Schneider (Hofverberg, Vit), 2:2 (33:39) Schneider (Vandermeer, Hofverberg), 3:2 (35:39) Mayer (Regan, Hoad 5-4), 3:3 (47:51) Schneider (Bembridge, Vit), 3:4 (52:23) R.Smith (Vandermeer), 3:5 (57:22) Vit (Schneider, Bembridge) 
 

Strafen: Bad Tölz 4 - Crimmitschau 12+10 (Bembridge) 
Schiedsrichter: Deibler (EC Peiting im TSV) - Hauber, Schneider 

Zuschauer: 1692


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