Siegesserie des Tabellenführers beendetRoten Teufel gewinnen mit Rumpfkader 5:3 in Bremerhaven

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"Big win" für die Roten Teufel: der EC Bad Nauheim beendet die zehn Spiele andauernde Siegesserie des Tabellenführers Bremerhaven und gewinnt mit 5:3 (0:1, 2:1, 3:1) als erst zweite Mannschaft überhaupt in dieser Spielzeit bei den Fischtown Pinguins, womit der EC nach Punkten und einem weniger absolvierten Spiel gleichzieht mit dem Sechsten aus Dresden. Und dies mit einem dezimierten Kader, der eine absolut kämpferische und clevere Auswärtsleistung zeigte. "Wir haben mit einer Rumpftruppe clever gespielt und haben den Slot stets zugemacht. Letztendlich war es das Powerplay, das uns am Ende den Sieg gebracht hat - aber dass gerade wir die Siegesserie der Pinguine beenden, ist nur von Wert, wenn wir am Sonntag im Heimspiel gegen Rosenheim nachlegen", sagte ein sichtlich zufriedener Petri Kujala nach dem Schlusspfiff. Aufgrund des Sieges haben die Hessen nun 40 Punkte und liegen punktgleich mit dem Sechsten aus Dresden auf dem siebten Rang bei einem weniger absolvierten Spiel.

Wie angekündigt trat Kujalas Team mit lediglich drei Reihen an, nachdem einige Verletzte und Kranke nicht den Weg an die Nordsee antreten konnten. Der Finne musste somit seine Sturmformationen umbauen, so dass Vitalij Aab in den ersten Block zum heutigen Goldhelmträger Nick Dineen sowie Dustin Cameron rückte, während Andreas Pauli mit Harry Lange und Tim May stürmte. Im dritten Angriff spielten Kapitän Patrick Strauch sowie Maximilian Spöttel und Kyle Helms. Die Gäste waren nicht zum Tabellenführer gefahren, um die Punkte dort kampflos abzugeben - dies spürte man von der ersten Sekunde an. Die Roten Teufel zeigten beherzte Anfangsminuten und kamen durch Dineen und Cameron in der 4. Minute zu zwei ersten Halbchancen, die Jonas Langmann im Tor der Pinguine vereiteln konnte. Nach einem Konter über Cameron hatte Vitalij Aab frei vor dem REV-Goalie in der 6. Minute die Riesengelegenheit auf den Führungstreffer, doch das Hartgummi verfehlte den Kasten. Der Ex-Bremerhavener Joel Keussen, der zuletzt immer stärker wurde, tankte sich 60 Sekunden danach durch, scheiterte aber ebenfalls an Langmann. Diese Offensiv-Aktivitäten der Hessen schienen den Hausherren dann aber genug des Guten zu sein. Sie zogen das Tempo an und erspielten sich einige sehenswerte Möglichkeiten, bei denen Mikko Rämö im Kasten der Kurstädter aber stets zur Stelle war. Keine Chance hatte der Finne jedoch in der 14. Minute, als Owens nach einem schnellen Spielzug von rechts mit der Rückhand genau auf den mitgelaufenen Orendorz passte, der aus dem Slot zum 1:0 einschoss. Die Fischtowner waren jetzt im Spiel und zeigten nun auch ihre spielerische Überlegenheit, die Gäste verteidigten aber geschickt und verhinderten den zweiten Gegentreffer. Bitter dann in der 19. Minute, dass der zweite Ex-Pinguin, Marc Kohl, nach einem hohen Stock gegen seinen ehemaligen Teamkameraden Andrew McPherson eine Spieldauerstrafe kassierte, so dass die Gäste den Rest des Drittels in Unterzahl agieren mussten, was zunächst ohne Zählbares für den Tabellenführer blieb.

Auch die verbleibenden Minuten der Strafzeit konnten die Pinguine im Mittelabschnitt nicht verwerten, da die Roten Teufel in der Defensive kompakt standen und Mikko Rämö alles wegfischte, was auf seinen Kasten kam. Die Gäste überstanden somit diese Situation und waren gerade wieder komplett, als Henri Laurila einen langen Pass auf Kyle Helms spielte, der Langmann mit einem Schuss durch die Schoner zum vielleicht ein wenig überraschenden Ausgleich überwand. Es war nun jedoch ein offenes Spiel, das zwar mehr Spielanteile bei den Pinguinen hatte, doch die Kurstädter blieben mit Konter stets gefährlich und zeigten somit ein sehr ansprechendes Auswärtsspiel. Welche Klasse jedoch Bremerhaven hat, das demonstrierten die Gastgeber in der 33. Minute, als Harry Lange in einem fairen Spiel für zwei Minuten in die Kühlbox musste. Stieler verwertete einen Querpass von Teljukin mit einem Onetimer zur unhaltbaren 2:1-Führung für die Bremerhavener. Kurios dann der erneute Bad Nauheimer Ausgleich: zunächst wurde Klöpper nach einem Solo gefoult, was Penaltyschuss für die Pinguine bedeutete. Klöpper verlor die Scheibe im Anlauf und ärgerte sich dermaßen darüber, dass er das Hartgummi ins Publikum chippte. Dies gab von Hauptschiedsrichter Lenhart konsequenterweise zwei Strafminuten, in denen die Roten Teufel auf den Ausgleich drängten. Die Strafe war gerade abgelaufen, da nutzte Joel Keussen gegen sein Ex-Team die Situation mit einem Handgelenkschuss zum 2:2-Pausenstand.

Noch besser kam es im letzten Drittel: als Guentzel in der Kühlbox saß, war es Henri Laurila mit einem satten Blueliner, der die erneute Bad Nauheimer Führung markierte. Bremerhaven drängte nun, doch die Hessen standen souverän und ließen nur wenig zu. Erst eine Strafe gegen Daniel Ketter sorgte für Platz, den Orendorz mit einem abgefälschten Schuss aus dem Slot heraus zum 3:3 verwertete. Dachte man nun, dass die Pinguine das Match drehen würden, der sah sich getäuscht, denn die Roten Teufel hielten nach wie vor dagegen, was zu einer weiteren Strafe gegen Bremerhavens Zucker führte. Und wieder war es Henri Laurila, der seinen satten Schlagschuss auspackte und in der 54. Minute zur dritten Bad Nauheimer Führung an diesem Abend traf. Bremerhaven probierte noch einmal alles und nahm am Ende seinen Goalie vom Eis, was Kyle Helms zum Endstand ins leere Tor verwertete. "Bad Nauheim hat einfach clever gespielt. Wir hatten auch genügend Chancen, aber die Gäste haben es gut gemacht und im Powerplay am Ende das Spiel entschieden", so Bremerhavens Trainer Ben Doucet.


Fischtown Pinguins - EC Bad Nauheim 3:5 (1:0, 1:2, 1:3)
Tore:
1:0 (13:28) Orendorz (Owens, Teljukin)
1:1 (24:29) Helms (Gerstung)
2:1 (32:55) Stieler (Bombis, Teljukin) PP1
2:2 (37:52) Keussen (Strauch, Helms)
2:3 (43:44) Laurila (Cameron, Aab) PP1
3:3 (48:22) Orendorz (Guentzel, Owens) PP1
3:4 (53:19) Laurila (Cameron, Pauli) PP1
3:5 (59:34) Helms (Laurila, Keussen) ENG
Strafminuten: REV 8 / ECN 4 + 5+SD (Kohl)
Zuschauer: 4.422 (ausverkauft)

Pressemitteilung EC Bad Nauheim

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