Schiedsrichter-Farce im Premieren-Spiel

Lesedauer: ca. 3 Minuten

Die wohl wichtigste Feststellung vorweg: Buron-Trainer Ken Latta verbrachte das Spiel bei seiner Wiederholungssperre im verspiegelten VIP-Raum, von seinem Vorstand Andreas Settele sauber an jeglicher Einflußmöglichkeit auf das Geschehen im Stadioninnenraum abgeschirmt. Er wurde von Junioren-Trainer Bruno Müller an der Bande ersetzt.

Interessanterweise war es ein Match der Premieren: So spielte der 18-jährige Kaufbeurer Neuzugang Alexander Winkler vom EC Peiting bei seinem ersten Zweitligaeinsatz nicht nur durch, sondern auch weitgehend mit Routinier Rob Brown in der ersten Verteidigung, wo er den gesperrten Bernhard Ebner nahtlos ersetzte. Zudem gelang auf Seiten der Hausherren Verteidiger Mathias Müller, Sohn von Interims-Coach Bruno, und bei den Gästen Stürmer Lars Grötzinger ihr jeweils erstes Bundesligator.

Schade nur, daß diese Auseinandersetzung zweier starker Teams mit sehr unterschiedlicher Spielanlage nicht im rein sportlichen Duell entschieden werden konnte. Dem schob ein desolates Schiedsrichtertrio einen Riegel vor: Zunächst ignorierte Referee Stefan Franz bei angezeigter Strafe gegen die Sachsen deren Scheibengewinn und –kontrolle durch André Schietzold. Als dieser die Scheibe kampflos liegen ließ, bemächtigten sich die Hausherren erneut des Spielgeräts, bauten einen weiteren Angriff auf und wurden durch eine zusätzliche gegen Crimmitschau verhängte Strafe belohnt. Im folgenden 5-3-Powerplay gelang den Jokern die 2:1-Führung. Zehn Minuten vor Schluß verhängte Franz dann eine kleine Strafe gegen Troy Schwab wegen Crosschecks, als dieser sich Schulter an Schulter in einem Zweikampf befand – eine anatomisch bemerkenswerte Sichtweise. Im folgenden Unterzahlspiel gelang Crimmitschau zwar ein sehenswertes Kontertor durch Stephane Goulet, mustergültig vorbereitet von Austin Wycisk, doch fiel eben auch postwendend der Ausgleichstreffer, als Rob Brown von Brady Leisenring mit scharfem Querpaß vor dem Tor bedient wurde. Und schließlich wollte auch ein Linesman seinem Chef nicht nachstehen, als er sechs Eispiraten auf der Spielfläche wähnte und eine Bankstrafe verhängte, unbeeindruckt der Tatsache, daß auch bei mehrmaligem Nachzählen nur deren fünf sichtbar waren. Das folgende Überzahlspiel nutzten die Wertach-Städter zum letztlich entscheidenden 5:4-Führungstreffer. Dies sind nur die nachhaltigsten Fehler eines den Ansprüchen der Liga in keiner Weise gewachsenen schwarz-weiß-gestreiften Teams.

Schönen Sport gab es aber dennoch zu sehen: Die Buron Joker, bei denen Rob Mc Feeters wegen des Verdachts auf Gehirnerschütterung passen mußte und von Mark Soares ersetzt wurde, hatten deutlich mehr vom ersten Drittel. Neben dem 1:0 lief Levi Nelson noch mal allein auf „Joey“ Vollmer im Gäste-Gehäuse zu, ohne zu verwandeln; Jannik Woidtke traf den Pfosten.

Der zweite Spielabschnitt gehörte deutlich den Eispiraten: Immer wieder spielten sie schnell und steil in die Spitze, so daß sie mehrfach in 2-1- und 3-2-Situationen auf das von Stefan Vajs gehütete Joker-Tor zulaufen und, wie beim 1:1-Ausgleichstreffer, verwandeln konnten. Der oben beschriebene neuerliche Führungstreffer der Hausherren verschaffte diesen Luft. Doch auch im Kaufbeurer Verteidigungsdrittel vermochten sich die Sachsen festzusetzen und reihenweise Großchancen zu kreieren; einer entsprang der 2:2-Ausgleich, als Grünn nur noch einen Paß von Pielmeier über die Torlinie schieben mußte. Sehr glücklich und mit freundlicher Mithilfe von Vollmer gelang Müller die neuerliche Führung mit einem halb geblockten Schuß von der Bande, dessen Flugbahn sich hübsch, aber haltbar über Vollmers Schulter ins Netz senkte.

Der letzte Spielabschnitt begann, wie der zweite geendet hatte und so fiel auch der 3:3-Ausgleichstreffer nach einem schnellen Konter. Die Tore fünf bis sieben der Ost-Allgäuer waren allesamt sehr schön anzusehen, doch schraubten Sie das Ergebnis in unangemessene Höhe. Die beschriebenen Unzulänglichkeiten des Schiedsrichtergespanns verhinderten einen reellen Kampf um die Punkte. Dennoch muß Crimmitschau sich vorwerfen lassen, in den letzten Minuten trotz zuvor überlegenen Spiels den hoch motivierten, kampfstarken Jokern nichts mehr entgegen gesetzt zu haben. Typische Folge eines solchen, von den Teams absolut fair geführten Spiels war die ausgiebige Kampfeinlage zwischen Rob Brown und Hannes Albrecht, Sekunden vor Schluß, die mit einem gerechten Unentschieden endete – das hätte das Spiel ebenso verdient gehabt. So freuten sich 1.800 glückliche Buron-Fans, während ca. 200 zurecht enttäuschte, doch unermüdliche und sportlich faire Sachsen-Anhänger die Heimreise antreten mußten.

Tore: 1:0 (4.) Leisenring (Mc Pherson, Aßner), 1:1 (27.) Grözinger (Goulet, Grünn), 2:1 (29.) Brown (Menge, Leisenring) 5-3, 2:2 (31.) Grünn (Pielmeier, Martell), 3:2 (39.) Müller (Mc Pherson, Menge), 3:3 (44.) Pielmeier (Wycisk, Schütz), 3:4 (52.) Goulet (Wycisk, Rau) 4-5, 4:4 (52.) Brown (Leisenring, Menge) 5-4, 5:4 (55.) Nelson (Körner, Brown) 5-4, 6:4 (58.) Leisenring (Nelson, Menge), 7:4 (60.) Nelson (Soares, Habermann)

Strafen: Kaufbeuren 10 + 10 Brown + 10 Habermann, Crimmitschau 20 + 10 Hannes Albrecht

SR: Franz, LR: Erdle, Kastenmeier

Zuschauer: 1.999


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