SC Riessersee: Noch kein Ende der Ungewissheit

Riessersee: Rettung in letzter SekundeRiessersee: Rettung in letzter Sekunde
Lesedauer: ca. 2 Minuten

Es ist gar nicht so lange her, dass der "königliche" SC Riessersee die Tabelle der 2. Bundesliga anführte. Wenn man den derzeitigen Rang der Werdenfelser betrachten will, muss man sehr weit nach unten gehen: Der SCR ist auf Platz 9 abgerutscht und steht damit sogar hinter dem Erzrivalen aus Tölz, der als heißer Abstigskandidat gehandelt worden war. Der Weg vom König zum Bettelmann ist nicht allzu weit.

Den sportlichen Offenbarungseid leistete sich das Team am vergangengen Dienstag gegen den Tabellenvorletzten aus Crimmitschau, als das Heimspiel mit 1:2 verloren ging. Dieses Nachholspiel wurde erneut von massiven Fanprotesten gegen die derzeitige Führung begleitet. Kress und Nominikat mussten sogar Polizeischutz in Anspruch nehmen, um sich vor den erbosten Anhängern in Sicherheit zu bringen. Die Fans sehen in den beiden, Geschäftsführer und Generalbevollmächtigtem, die Urheber der derzeitigen sportlichen und wirtschaftlichen Misere. Zu allem Überfluss hat nun auch die ESBG eine außerordentliche Prüfung der Finanzen angekündigt, was nicht gerade zur Beruhigung der Lage beiträgt. Trainer Gailer hatte, wie auch viele Fans, nach der letzten Blamage mit seiner Entlassung gerechnet, die jedoch ausblieb. Über die Gründe wird nun heftig spekuliert: Sind es die finanziellen Belastungen, die mit einem Trainerrausschmiss verbunden sind, oder etwa der Einfluss des (möglicherweise) letzten Rettungsankers, Steven Barnes aus Kanada? Barnes, von dem niemand verbindlich sagen kann, ob er die Übernahmeverträge der SCR-Vermarktungs-GmbH bereits rechtsgültig unterschrieben hat, soll angeblich die Position von Peter Gailer stützen. Dieser wiederum möchte am Freitag gegen Straubing mit einer umgekrempelten Mannschaft endlich wieder drei Punkte einfahren, was dem Selbstbewusstsein seines angeschlagenen Teams nur zu gut täte.

Zu den Gründen für die desolaten Lieistungen des SCR hat sich Peter Gailer im GAP Tagblatt so geäußert: "Die Spieler plagen Existenzängste!" Schließlich hätten sie, entgegen der vollmundigen Äußerungen der Verantwortlichen, seit Anfang September kein Geld mehr erhalten. Und das wird wohl in den nächsten Tagen auch nicht der Fall sein. Der Rechtbeistand des kanadischen Investors hat zwar in Deutschland ein Treuhandkonto eröffnet, dieses weist allerdings noch gähnende Leere auf.

Und so schwebt über dem Garmischer Eishockey weiter die große Ungewissheit: Investiert Steven Barnes in den SCR oder nicht? Kommt endlich die versprochene Summe auf das Konto? Was findet die ESBG bei ihrer Prüfung? Erst wenn diese existentiellen Fragen zufriedenstellend geklärt sein werden, kann es im sportlichen Bereich wieder aufwärts gehen, wobei hier der mehr (Landshut) oder weniger (Frankfurt) erfolgreiche Trainer-Manager Bernie Johnston als neuer sportlicher Leiter im Gespräch ist. Wie heute Mittag inoffiziell bekannt wurde, soll Trainer Peter Gailer auf Veranlassung von Steven Barnes doch entlassen worden sein. Grund könnten dessen Äußerungen im genannten Zeitungsartikel sein. (an)