SC Riessersee: Mit viel Schwung auf einen Play-off-Platz

Riessersee: Rettung in letzter SekundeRiessersee: Rettung in letzter Sekunde
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Viele Augen verfolgten gespannt das Spielwochenende des SC Riessersee. Nach dem Sieg gegen die harmlosen Ravensburger wusste niemand so recht, wo das Team nun steht. Verstärkt wurde diese Ungewissheit durch zwei unberechenbare Gegner. Die Eisbären Regensburg durften im heimischen Stadion bereits Siege gegen Kassel, Schwenningen und Heilbronn, dem Führungstrio der zweiten Liga, bejubeln, stehen aber nach wie vor auf dem letzten Tabellenplatz. Die Vorraussetzungen, diesen Umstand auszunutzen, standen für die Garmischer aber denkbar ungünstig. Josef Frank musste in Nürnberg aushelfen und Verteidiger-Kollege Mats Lindmark wurde von einer Oberschenkelverletzung außer Gefecht gesetzt, während Danny Beauregard und Uli Maurer gesundheitsbedingt fehlten. Nichtsdestotrotz erwischten die Weiß-Blauen einen guten Start. Schon nach knapp drei Minuten schloss Andreas Paderhuber einen gelungenen Konter zur Führung ab. In der Folgezeit boten sich den Gästen mehrere Möglichkeiten, doch die Chancenverwertung erwies sich als ziemlich mau. Besser machten es die Eisbären, die erst durch Millers Treffer gegen Ende des Drittels ins Spiel kamen. Und das gleich richtig. Niklas Hede legte noch vor der Pause das 1:2 nach. Im torlosen Mitteldrittel wollte den Werdenfelser kaum etwas gelingen, so dass sich Trainer Bleicher genötigt sah, die Reihen umzustellen. Drei Minuten dauerte es, ehe der SCR erfolgreich war. Brad Self netzte mit viel Ruhe ein. Trotz mehrerer Chancen auf beiden Seiten konnte keine Mannschaft die Partie für sich entscheiden. In der Verlängerung verweigerte der Schiedsrichter den Hausherren den Siegtreffer. „Ein klares Tor“, gab Bleicher fairerweise zu. Sven Gerike und Ervin Masek ließen sich davon nicht beirren und machten im Penaltyschießen den 3:2-Sieg (2:1,0:0,0:1,0:0) für die Eisbären perfekt, während Simon Maier und Rob Brown scheiterten. Ralph Bader sah den Punktgewinn mit gemischten Gefühlen: „Vor dem Spiel wäre ich mit einem Punkt zufrieden gewesen. Nach dem Spiel aber habe ich mich geärgert“, fügte aber sogleich hinzu, dass „man mit Punktgewinnen auswärts immer zufrieden sein muss“.

Keinen Grund zur Klage gab die zweite Partie gegen die Moskitos Essen. Die Nordrhein-Westfalen besitzen zwei Gesichter. Das eine zeigten sie am Freitag, als sie den EHC München mit 10:3 abfertigten, das andere am Sonntag, als sie kaum eine Chance gegen starke Riesserseer hatten. Von Beginn an konzentriert, entwickelte sich ein Spiel auf ein Tor. Gäste-Goalie Hätinen hatte mehr zu tun, als ihm lieb war. Nach zwölf Minuten musste er sich zum ersten Mal geschlagen geben. Brad Self erkämpfte sich die Scheibe, Joe Cullen bewies viel Übersicht und Ken Magowan musste nur noch einschieben. Chancen, das Ergebnis zu erhöhen, besaß der SCR zur Genüge, doch die Chancenverwertung erwies sich als einziger Schwachpunkt an diesem gelungenen Eishockeyabend. Kam Essen doch mal gefährlich vor das Garmischer Tor, zeigte Mark McArthur seine ganze Klasse. Der Kanadier war es auch, der den Ausgleich mit tollen Paraden verhinderte, als die Moskitos zu Beginn des zweiten Spielabschnitts das Tempo erhöhten. Den Fehler, eine Führung zu verschenken, wollten die Werdenfelser nicht machen und antworteten mit viel Druck auf das Gästetor. Magowan, Mayr und Brown vergaben aber selbst beste Chancen, ehe Matthias Wikström, der die zweite Angriffsreihe vorbildlich anführte, frei vor Hätinen auftauchte und auf 2:0 erhöhte. Das sollte dann auch der Schlusspunkt einer interessanten Partie gewesen sein, denn weder den als offensivstark geltenden Gästen noch den deutlich aktiveren Hausherren gelang ein weiterer Treffer. Lobende Worte gibt es vom Geschäftsführer: „Die ganze Mannschaft hat über 60 Minuten sehr gut gespielt. Das war unser bestes Heimspiel in dieser Saison“. Eine besondere Anerkennung gab es für Sebastian Eickmann: „Er hat seine Sache sehr gut gemacht. Es hat sich wohl auch ausgezahlt, dass wir ihm Spielpraxis in Füssen gegeben haben“.

Nun richten sich die Blicke auf die kommenden Spiele. Das Heimspiel gegen Crimmitschau muss – da sind sich alle einig – gewonnen werden, auch wenn Bader warnt: „Gegen Crimmitschau ist es für uns immer schwer, aber wenn alle konzentriert spielen und die richtige Einstellung bringen, sollte ein Sieg rausspringen“. Zwei Tage später steht dann das Derby gegen den EHC München an – keine leichte Aufgabe für den neuen Tabellen-Achten aus Garmisch. (AL)