SC Riessersee: Holpriger Start in die Vorbereitung

Riessersee: Rettung in letzter SekundeRiessersee: Rettung in letzter Sekunde
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Es sollte eine schöne Saisoneröffnung werden. Fast 2.000 Zuschauer strömten ins Olympia-Eissportzentrum, um das Duell mit dem ewigen Erzrivalen aus Bad Tölz zu sehen und anschließend auf dem Stadionfest die Mannschaft näher kennenzulernen. Geendet hat es auf dem Eis mit einem Debakel. 2:9 (0:0,1:5,1:4) ließ man sich von dem Oberligafavoriten abschießen und offenbarte in vielen Bereichen Mängeln.

Trainer Marcus Bleicher war von der Leistung seiner Spieler enttäuscht, weil „die Spieler vergangene Woche eigentlich sehr gut gearbeitet hätten“. Zwei große Problemstellen offenbarten sich: Die Defensive wirkte wie ein aufgescheuchter Hühnerhaufen und bekam den Paradeblock der Tölzer Löwen um Yannick Dubé nie in den Griff. Diese Reihe war es auch, die sich für alle neun Treffer verantwortlich zeigte. Der Einbruch des SCR folgte allerdings erst nach dem Ausscheiden von Neuzugang Joe Cullen. „Ich bin immer noch geschockt“, gab Bleicher zu, nachdem sein Topspieler zu Beginn des zweiten Drittels mit doppeltem Kieferbruch das Eis verlassen und im Krankenhaus untersucht werden musste. Sein mehrwöchiger Ausfall wiegt weit schwerer als die spielerischen Defizite, für deren Behebung noch ein Monat Zeit ist. Ob Ersatz verpflichtet wird, hängt vom Urteil der Ärzte ab, wie lange Cullen pausieren muss. Schwere Beine und Gedanken beim Teamkameraden hinterließen auch bei seinen Kollegen auf dem Eis Spuren. Ein letztes Aufbäumen im letzten Drittel oder zumindest die Verhinderung weiterer Gegentreffer gelang nicht. Die Tore für die Werdenfelser machten Uli Maurer, der als einziger wirklich überzeugen konnte, und Brad Self. Applaus vom Publikum gab es trotzdem und auch auf der Mannschaftsvorstellung anschließend im Bierzelt herrschte gute Stimmung.

Die war auch da, als der SCR sich nur einen Tag später dem EV Füssen entgegenstellte. Auch hier war es keine große Kunst, die geboten wurde, aber es sprang immerhin ein 6:5-Sieg im Penaltyschießen heraus. Was zunächst gut begann, sollte im zweiten Drittel erneut jäh enden. Der 1:0-Pausenführung folgte ein Torreigen der Füssener. Ganze fünfmal musste Florian Hechenrieder, der seinen ersten Einsatz bekam, hinter sich greifen. Einmal war er nicht ganz schuldlos, viermal ließen in seine Vorderleute im Stich. Trotz sichtlich schwerer Beine vergaßen die Riesserseer aber das Spiel am Vortag und holten im Schlussabschnitt nochmal zum Gegenschlag aus. Zwei Tore sprangen dabei aus und retten den Zweitligisten vor der zweiten Blamage und ins Penaltyschießen. Nachdem Beauregard, Kink, Maier, Lindmark und Self im Spiel trafen, durften sich Magowan, Maier, Maurer und Self im direkten Duell gegen den Goalie versuchen und siegen. „Wir haben Füssen zwei Drittel lang nicht den nötigen Respekt entgegengebracht und sie unterschätzt“, resümierte Trainer Bleicher, fügte dann allerdings optimistisch hinzu: „Aber wir sind im letzten Drittel nochmal zurückgekommen – und das zählt für mich!“.

Das Penaltyschießen klappte bereits sehr gut, beim Spiel selbst besteht noch viel Handlungsbedarf. Dem ist sich Bleicher freilich im Klaren und verkündete Fans, dass „man sich stetig steigern werde“. Arbeit wartet auf ihn vor allem an der Disziplin: zwei Spiele, zwei Penalties, zwei Spieldauerstrafen, zwei Disziplinarstrafen und unzählige kleine Strafen ließen den SCR genügend Gelegenheit das Unterzahlspiel zu üben. Das klappte jedoch alles andere als gut; so kassierte man gegen Tölz satte fünf Tore mit einem oder zwei Mann weniger. Langweilig wird es Neu-Coach Bleicher also sicherlich nicht werden und die Fans dürfen gespannt sein, wie sich ihre Mannschaft entwickeln wird. Eines steht fest: Es kann nur besser werden. Und auch Bleicher versprach: „Wir werden schon noch überraschen!“.


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