SC Riessersee: Gut gestartet, aber viel Lehrgeld bezahlt

Riessersee: Rettung in letzter SekundeRiessersee: Rettung in letzter Sekunde
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Nach drei Jahren Abstinenz war es endlich wieder so weit: der SC Riessersee gab sein Debüt in der zweiten Eishockey-Bundesliga. Das verlief auf der einen Seite gut, auf der anderen aber auch enttäuschend. Zweimal war man die klar spielbestimmende Mannschaft, zweimal musste man sich dennoch geschlagen geben. Bei der 3:4-Auswärtsniederlage (1:2,2:0,0:2) in München überraschten die Werdenfelser nicht nur die eigenen Anhänger sondern auch den Gegner. Der Erzrivale aus der Landeshauptstadt hatte nicht viel zu melden. „Wir waren über 60 Minuten die bessere Mannschaft und wirklich in allen Belangen stärker“, resümierte Trainer Bleicher. Und doch stand man am Ende mit leeren Händen da. Zum Einen weil Mark McArthur, einer der Aufstiegsgaranten, einen rabenschwarzen Tag erwischte und dem EHC gleich zwei Tore schenkte, zum Anderen weil die Garmischer ihre Chancen nicht nutzen konnten. Dabei schafften es Rob Brown, Butzi Mayr und Ken Magowan, der das schönste Tor des Abends nach einem feinen Solo erzielte, zunächst, dass der SCR mit einer 3:2-Führung in die zweite Pause ging – für München trafen Kompon und Kettemer. In der 42.Minute stellte sich das Schicksal dann allerdings gegen den SCR. Einen Stellungsfehler in der Defensive rächte Mario Jann eiskalt zum 3:3. Und 14 Sekunden später zog Ex-Nationalspieler Rick Goldmann nach einem gewonnen Bully ab und die Scheibe ging vom Innenpfosten zum 4:3 ins Netz. Trotz der Niederlage war man optimistisch für das Heimspiel gegen den ETC Crimmitschau.

2.300 Zuschauer, darunter einige Jugendliche, denen freier Eintritt gewährt wurde, sahen erneut einen losgelöst aufspielenden SCR. Den ersten Schock, als Josh Liebenow nach einem fahrlässigen Abspielfehler von Brad Self zum 1:0 für die Gäste einschob, überwanden die Garmischer recht schnell. Sinisa Martinovic, Torhüter der Sachsen, hatte viel zu tun und sollte sich im weiteren Spielverlauf als Matchwinner erweisen. Schlecht stand es hingegen um die Offensive des SCR. Die bekleckerte sich kaum mit Ruhm und vergab eine Torchance nach der anderen. Selbst einen Penalty, den der fleißige George Kink schinden konnte, vergab Ken Magowan fahrlässig. Dementsprechend war der verdiente Ausgleich ein eher glücklicher Treffer. In Überzahl schlenzte Uli Maurer die Scheibe in den Winkel – Martinovic's einziger Fehler. Danach folgten fast 42 Minuten Torflaute. Außer ein paar Möglichkeiten hatten die Gäste aus Sachsen nichts zu melden – selbst bei mehrmaliger doppelter Überzahl sprang kein Treffer heraus. Besser machten es aber auch die SCR-Stürmer nicht. Deren Schüsse waren entweder zu ungenau, blieben an einem Gegner hängen oder landeten im Fanghandschuh von Martinovic. „Ich bin schier verrückt geworden da draußen“, beschrieb Marcus Bleicher seinen Gefühlsstand, als seine Mannen in den letzten Spielminuten nochmal Gas gaben. Doch auch eine doppelte Überzahl in der Verlängerung blieb ungenutzt. Im Penaltyschießen erwiesen sich dann die Sachsen als abgezockter. Simon Maier und Christian Mayr verwandelten zwar souverän, doch dann war Endstation, als Joe Cullen mit einem ganz schwachen Schuss scheiterte – mal wieder an Sinisa Martinovic. „Die Mannschaft hat 125 Minuten hart gearbeitet und wurde nicht belohnt“, konnte Bleicher seine Enttäuschung nicht verbergen, fügte aber optimistisch hinzu: „Aber das wird nicht immer so bleiben“. Am Freitag kann sich die SCR-Offensive gegen einen weiteren Konkurrenten auf Augenhöhe beweisen. Die Lausitzer Füchse stehen zwar bis dato noch ohne Punkt da, verfügen jedoch über einige namhafte Spieler. Um 20 Uhr geht’s im Olympia-Eissportzentrum los. (AL)