SC Riessersee: Fünf Punkte als Geburtstagsgeschenk für Trainer Bleicher

Riessersee: Rettung in letzter SekundeRiessersee: Rettung in letzter Sekunde
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Die Anspannung war groß vor dem Wochenende, denn der SCR stand unter Zugzwang zu punkten. Diesen Druck ließen sich die Werdenfelser aber kaum anmerken und setzten ihn in positive Energie um. Das Ergebnis ist mehr als zufriedenstellend. Die Basis für ein nahezu perfektes Wochenende legte ein Kantersieg gegen die Eisbären Regensburg. Beim 9:3 (0:1,5:1,4:1) fuhr man nicht nur drei Punkte ein, sondern begeisterte auch noch die Zuschauer. „Das erste Drittel hat mir gar nicht gefallen“, blickte Marcus Bleicher auf den Spielabschnitt zurück, in dem der SC Riessersee zwar engagiert aber wenig effektiv war: „So geht das nicht! Das habe ich in der Pause auch den Spielern klar gemacht“. Seine Schützlinge gehorchten und machten fortan gehörig Druck. Den Startschuss gab eine doppelte Überzahl. Kapitän Paderhuber ging vorbildlich voran und drosch die Scheibe mit voller Kraft ins Tor. Filigraner machten es anschließend Brad Self und Uli Maurer. Erneut in Überzahl spielten sie die komplette Regensburger Hintermannschaft aus und Maurer stellte auf 2:1. Dann folgte eine Kampfeinlage, bei der Thomas Oppenheimer einen Zahn und die Gäste ihren Verteidiger Flache mit einer Spieldauerdisziplinarstrafe verloren. „Das war so etwas wie der Knackpunkt des Spiels“, lobte Marcus Bleicher sein Team, das die Situation ausnutzte. Mats Lindmark erhöhte mit einem verdeckten Schlagschuss auf 3:1. Respekt zollte auch SCR-Chef Ralph Bader: „Thomas Oppenheimer geht dahin, wo es weh tut. Das muss man einfach anerkennen!“. Fortan stießen die Garmischer kaum mehr auf Widerstand. Danny Beauregard fälschte einen Schuss ins Tor ab und Troy Bigam ließ in Unterzahl Gäste-Goalie Couture ganz alt aussehen. Auch das unglückliche Gegentor durch Mike Wirll, der bereits im ersten Drittel getroffen hatte, störte niemanden. Den Schlussabschnitt dominierte weiterhin klar der SC Riessersee. Brad Self tauchte nach mustergültigem Einsatz von Michael Höck frei vor dem eingewechselten Daniel Huber auf – 6:2. Paderhuber demonstrierte in Überzahl seine Schusskraft – 7:2. Joe Cullen tanzte Abwehr und Goalie aus – 8:2. Nachdem Niklas Hede für die Gäste noch etwas Ergebniskosmetik betrieb, durfte Martin Buchwieser mit seinem ersten Saisontor den Schlusspunkt hinter eine unterhaltsame Partie setzen. Abschließend sangen die Zuschauer ihrem Geburtstags-Kind Bleicher noch ein kleines Ständchen.

Der hatte jedoch bereits das Sonntags-Spiel bei den Moskitos Essen im Kopf. „Dort haben wir gegen die bislang offensivstärkste Mannschaft gespielt. Der Trainer wusste das und hat die Mannschaft sehr gut darauf eingestellt“, gab es Lob von Geschäftsführer Ralph Bader nach dem überraschenden 5:4-Sieg (3:1,1:3,0:0) nach Penaltyschießen. „Unsere Torquote im ersten Drittel war wirklich klasse“, war Bleicher mehr als zufrieden mit den Toren von Magowan (2x) und Buchwieser. Den zwischenzeitlichen Ausgleich besorgte Robin Sochan für die Gastgeber, die im zweiten Abschnitt den Druck merklich erhöhten: „Essen war dann schon überlegen, aber wir haben gut dagegen gehalten und waren kampfstark in der Defensive“. Geisberger, Beslagic und Müller konnten die Partie schließlich ausgleichen, nachdem Troy Bigam zuvor noch auf 4:2 erhöhen konnte, aber dann war Schluss mit Toren. Ralph Bader war indes voll des Lobes: „Insgesamt eine tolle mannschaftlich geschlossene Leistung, Einstellung top, Kampfgeist sehr gut und auch mal wenige Torchancen genutzt“. Den Zusatzpunkt sicherte den Werdenfelsern dann Brad Self, nachdem Martin Sekera noch an Mark McArthur gescheiterte war. Zufrieden ging es auf die lange Heimreise zurück nach Garmisch. Zufrieden zeigte sich Bader auch mit der Entwicklung der Leistungsträger, von denen er vergangene Woche noch mehr Leistung gefordert hatte: „Jeder hat sich in den Dienst der Mannschaft gestellt und der klare Erfolg am Freitag hat jedem Selbstvertrauen gegeben. Über alle zwei Spiele gesehen hat am Wochenende keiner enttäuscht. Bei fünf Punkten ist man logischerweise zufrieden mit der gesamten Mannschaft“. Weiterhin fordert der Manager aber, dass „jeder einzelne Spieler weiterhin in jedem Spiel seine volle Leistungsstärke abrufen muss, denn mit halber Kraft haben wir keine Chance. Insgesamt hat sich aber an diesem Wochenende jeder von seiner besseren Seite gezeigt. (AL)