Rote Teufel und Joker in der FavoritenrolleDEL2: Die Play-Down-Vorschau

Lesedauer: ca. 4 Minuten

Endlich geht es wenigstens in der DEL2 wieder mal umkämpft gegen den Abstieg. Im Best-of-Seven-Modus spielen die vier letztplatzierten Clubs zwei Teilnehmer an der Relegation mit den Oberligateams aus: Für die Sieger ist die Saison beendet, und sie verbleiben in der DEL2. Die Verlierer spielen mit zwei Vertretern aus der Oberliga Süd und zwei Vertretern aus den drei anderen Oberligen in einer Einfach-Punktrunde (Hin- und Rückspiel) vier freie Plätze in der nächstjährigen DEL2 aus, die um zwei Teams aufgestockt wird. Die Play-Down-Paarungen für den direkten Verbleib in der Liga sind:

EC Bad Nauheim "Rote Teufel" - Eispiraten Crimmitschau

Der EC Bad Nauheim spielte als Aufsteiger eine gute erste DEL2-Saison, rutschte erst am 30. Spieltag aus den Play-off-Rängen und kehrte dann nicht mehr dorthin zurück. Gleichwohl blieb ein zu befürchtender Einbruch aus: Der Trainerwechsel zu Daniel Heinrizi kam offensichtlich dem Teamgefüge zugute und mit Verteidiger Mitch Versteeg und Torhüter Jan Guryca wurden während der Spielzeit wichtige Stabilisatoren für die Defensive hinzugewonnen. Seitdem leisten sich die Roten Teufel nun auch den Luxus von sechs Ausländern im Kader, was in den Play-down-Spielen ein Vorteil sein kann.

Die Top-Scorer der Liga sind Eispiraten aus Crimmitschau: Harrison Reed ist mit 40 Toren und 50 Assists bester Torjäger und Punktesammler der DEL2. Max Campbell folgt nur einen Punkt dahinter und mit Scott Pitt befindet sich ein weiterer Eispirat unter den zehn Besten im Klassement. Einen erfolgreichen Mannschaftsverbund haben die Sachsen, wie erwartet, aber nicht entwickeln können. Die Torhüter-Nachverpflichtung von Ryan Nie brachte mehr Stabilität in der Defensive, dennoch segelte das Piratenschiff fast ausnahmslos der Konkurrenz hinterher. Die Zuschauer blieben zuletzt zunehmend fern, am letzten Sonntag verliefen sich nur noch 1.093 Besucher in der Halle; ihre Unterstützung könnte jedoch in engen k.o.-Spielen wichtig sein.

Der direkte Vergleich beider Teams brachte für jedes drei Siege. Allerdings entschieden die Roten Teufel die letzten drei Begegnungen glatt für sich, zuletzt am vergangenen Sonntag in Crimmitschau. Die Sachsen scheinen den Kurstädtern also mittlerweile zu liegen. Den Eispiraten gelangen in der gesamten Saison nur vier Auswärtssiege, einer davon jedoch in Bad Nauheim zu Beginn der Spielzeit. Als schlechter platziertes Team müssen die Schützlinge von Trainer Fabian Dahlem allerdings mindestens ein Auswärtsspiel gewinnen, um in der Serie zu siegen. Was ihnen Mut geben sollte ist, dass ihnen in zehn Overtime-Spielen neun Siege gelangen - das ist absolute Ligaspitze. Doch auch Bad Nauheim war mit sechs Erfolgen in neun Verlängerungsentscheidungen kaum schwächer.

Unser Tip: Der kompaktere Mannschaftsverbund und die andauernde Begeisterung des Umfelds setzen sich gegen die individuellere Klasse einzelner Spieler durch. Bad Nauheim sichert sich vorzeitig den Ligaverbleib in fünf Spielen.

ESV Kaufbeuren - Heilbronner Falken

Aufgrund der damals andauernden Stadionsanierung litten die Vorbereitung und der Saisonstart des ESV Kaufbeuren mit zunächst neun Spielen auf fremdem Eis in Folge. Davon erholte sich das Team von Trainer Didi Hegen lange nicht. Nach einer Serie von drei Siegen wurde das Kaufbeurer Eishockey-Idol an der Bande von Uli Egen ersetzt, dem tatsächlich gelang, dem jungen Team Stabilität zu geben und Schritt für Schritt auch in der Tabelle zu klettern. Vor dem letzten Wochenende schnupperte der ESVK sogar noch einmal an den Play-Off-Plätzen und lag nur vier Punkte hinter Platz acht. Mit 226 Gegentoren steht die Schießbude der Liga zwar unangefochten bei den Jokern im Allgäu, doch zuletzt waren fast ausnahmslos nur noch knappe Ergebnisse zu verzeichnen. Auch meldete sich inzwischen Stammtorwart Stefan Vajs nach langer Verletzung besser zurück als zuvor und gab dem Team zusätzlich Sicherheit.

Als Meisterschaftsfavorit gestartet, hat der Sinkflug der Heilbronner Falken längst dramatische Züge. Mit Igor Pavlov steht bereits der dritte Trainer in der Käthchenstadt in der Verantwortung, konnte bislang aber keine durchschlagenden Verbesserungen bewirken. Er bastelte ein wenig am Kader, ließ arrivierte, satt wirkende ältere Spieler ziehen, setzte mehr auf junge Kräfte, holte mit Branislav Konrad einen erfahrenen Schlussmann, der aber eine deutlich schwächere Fangquote als Platzhirsch Sinisa Martinovic aufweist. Trotz vieler großer Namen im Angriff ist der Falken-Sturm mit nur 141 Toren das laueste Lüftchen der Liga. Da kommt es zu Pass, dass der DEL-erfahrene Michael Hackert just am vergangenen Wochenende sein Comeback bei den Greifvögeln gab, nachdem er zu Saisonbeginn seinen Kontrakt wegen eines Erschöpfungssyndroms gelöst hatte.

Der direkte Vergleich beider Teams ist mit drei zu drei Siegen und neun zu neun Punkten absolut ausgeglichen. In der Zwischenrunde setzte sich zuletzt jeweils der Gast durch. Auch wenn dies am vergangenen Sonntag den Falken gelang, sind die Joker in den vergangenen Wochen deutlich erfolgreicher unterwegs: Elf der letzten siebzehn Spiele wurden gewonnen, davon sechs in der Zwischenrunde. Heilbronn war zuletzt nur sechsmal in neunzehn Begegnungen erfolgreich.

Unser Tipp: Das wird eine ganz ausgeglichene Serie. Der jugendliche Elan und der positive Trend sprechen für die bayerischen Schwaben. Kaufbeuren siegt in sechs Spielen! 

DEL2 Hauptrunde

Freitag 20.09.2019
EC Bad Nauheim Bad Nauheim
- : -
Löwen Frankfurt Frankfurt
Kassel Huskies Kassel
- : -
Eispiraten Crimmitschau Crimmitschau
Dresdner Eislöwen Dresden
- : -
ESV Kaufbeuren Kaufbeuren
Lausitzer Füchse Weißwasser
- : -
Tölzer Löwen Bad Tölz
Ravensburg Towerstars Ravensburg
- : -
SC Bietigheim Steelers Bietigheim
EHC Bayreuth Bayreuth
- : -
EHC Freiburg Freiburg
Heilbronner Falken Heilbronn
- : -
EV Landshut Landshut
Jetzt die Hockeyweb-App laden!
Aktuelle Online Eishockey DEL2 Sportwetten News mit Quoten & Tipps. Den besten Eishockey DEL2 Wettbonus suchen & finden
Aktuelle Wettangebote für die DEL2