Rote Teufel siegen mit 4:3 n.P. in Heilbronn Rote Teufel Bad Nauheim

Rote Teufel siegen mit 4:3 n.P. in Heilbronn Rote Teufel siegen mit 4:3 n.P. in Heilbronn
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Führten die Hessen im zweiten Abschnitt bereits mit 3:1 und hatten das vierte Tor auf dem Schläger, so kamen die Falken noch einmal zurück und bestraften zwei Nachlässigkeiten der Kurstädter eiskalt mit dem Ausgleich kurz vor Schluss. Im Penalytschießen ließen die Gäste den Hausherren dann aber keine Chance und fuhren den Zusatzpunkt unter dem Strich verdient ein.

Bei den Gästen war Dan Ringwald entgegen der Befürchtungen wieder mit dabei, nach zwei kleinen Trainingseinheiten gestern und heute Morgen konnte der Kanadier Entwarnung geben. Somit tr aten die Roten Teufel komplett an, gemäß Ankündigung von Frank Carnevale bekam Domenic Bartels bei seinem Ex-Club seine Chance zwischen den Pfosten. Die Kurstädter legten sogleich beherzt los und nahmen das Heft der Partie in die Hand. Es fehlte einzig ein Treffer, nachdem Kevin Lavallee (2.) sowie Kyle Helms (3.) aussichtsreiche Gelegenheiten hatten. Somit stellte die Heilbronner Führung in der 7.Minute den Spielverlauf ein wenig auf den Kopf: ein langer Pass von Leisenring rutschte irgendwie durch die neutrale Zone, so dass Mrazek im Alleingang sein achtes Saisontor markieren konnte. Die Hessen zeigten sich aber nicht geschockt und blieben am Drücker: Taylor Carnevale (13.) und Michael Dorr (15.) erspielten sich gute Chancen, die Heilbronns Goalie Martinovic in größter Not entschärfen musste. In der 19.Minute war es dann aber endlich soweit: Dan Ringwald zog ab, Matt Beca scheiterte im Nachschuss, schließlich konnte Daniel Opp olzer das Hartgummi förmlich ins Tor zum längst verdienten Ausgleich sehr zum Jubel der gut 250 mitgereisten EC-Fans hineinarbeiten. Aufregung nochmal eine Sekunde vor dem ersten Pausentee: Jason Pinizzotto saß nach einem Revanchefoul aufgrund eines nicht geahndeten Checks in Richtung seines Kopfes auf der Strafbank, da setzte Versteeg die Scheibe an den Pfosten des Bad Nauheimer Gehäuses.

Der zweite Abschnitt begann genial für die Gäste, bei denen Kyle Helms nach einigen wenigen Wechseln im ersten Drittel nicht mehr auf das Eis kam: die Strafzeit wurde schadlos überstanden, Jason Pinizzotto kam direkt aus der Kühlbox und wurde mustergültig von Chris Heid und einem langen Pass bedient. Der Neuzugang der Roten Teufel vernaschte mit diesem Break Sinisa Martinovic zur 2:1-Führung, die die Spielanteile korrekt widerspiegelte. Und die Gäste legten nach: eine schöne Kombination schloss Matt Beca in der 28.Minute zum 3:1 ab, als der Kanadier frei gespielt wurde und im Slot alle Möglichkeiten hatte, die Scheibe am Goalie vorbeizubringen. Die Kurstädter machten auch in der Folgezeit enormen Druck und ließen die Falken mit Pressing kaum ins Spiel kommen. Das vierte Bad Nauheimer Tor durch Dorr in der 31.Minute wäre wohl die Vorentscheidung gewesen, doch der Schuss des US-Amerikaners landete lediglich am Pfosten. Im Gegenzug hatten die Hausherren ihre erste große Gelegenheit im zweiten Drittel, doch Bartels konnte einen Mrazek-Schuss in höchster Not klären. Beim nächsten Angriff der Falken war er allerdings machtlos, als die Gäste im Aufbauspiel die Scheibe verloren, so dass Adriano Carciola den Anschlusstreffer markieren konnte. Vielleicht war es auch der Nebel im Heilbronner Eisstadion, der das gute Spiel und die Konzentration der Roten Teufel störte, denn immer wieder unterbrach der Referee das Match und bat die Akteure zum Rundendrehen auf das Eis, um durch die entstehende Zirkulation für freie Sicht zu sorgen. Zumindest kamen die Käthchenstädter nach diesem Tor und den Unterbrechungen wieder besser ins Match und hatten nach einer Strafe gegen Harry Lange ein bis dato drittes Überzahlspiel zu verzeichnen, doch die Hessen brachten die knappe Führung erstmal in die zweite Pause.

Die Falken konnten auch das letzte Drittel in Überzahl beginnen, nachdem Taylor Carnevale seine erste kleine Strafe der Saison kassierte - aber auch diese wurde schadlos überstanden. Die Partie blieb spannend, nachdem der nächste Treffer hüben wir drüben von großer Bedeutung gewesen wäre. Somit versuchten beide Teams, kontrolliert den Gegner unter Druck zu setzen, wobei dies den Roten Teufeln einen Tick besser gelang. Die ganz große Gelegenheit auf die Vorentscheidung hatte EC-Kapitän Patrick Strauch schließlich in der 53.Minute, doch Heilbronns Steven Bär warf sich in den Schuss, der somit vor der Linie für seinen bereits geschlagenen Goalie rettete. Es blieb aber die einzig aussichstreiche Gäste-Chance, während Heilbronn mit zunehmender Spieldauer den Druck erhöhen musste. In dieser Phase hielten die Gäste vielleicht zu wenig dagegen, was Förderlizenzspieler Alexander Ackermann in der 57.Minute zum Ausgleich für die Falken nutzen konnte, als er nach einer Vorlage von Fenton einfach den Schläger in den Querpass hielt. Die Antwort wäre fast prompt gefallen, doch Chris Heids strammer Schuss trudelte durch den Torraum und wurde kurz vor der Linie von Martinovic gestoppt.

Somit ging die Partie in die Verlängerung, in der es bekanntlich mehr Platz auf dem Eis gibt, nachdem fünf Minuten lang auf beiden Seiten vier Spieler zu Werke gehen und den Zusatzpunkt ergattern wollen. Auch wenn die Roten Teufel hier leichte Vorteile hatten, sprang keine große Möglichkeit mehr hierbei heraus, so dass letztendlich das Penaltyschießen die Entscheidung bringen musste. Bevor es aber dazu kam, musste zwischen Schiedsrichter und Eismeister erstmal geklärt werden, wie das Eis für den Shootout aufzubereiten ist. Dies zog sich einige Minuten hin, so dass die Zamboni mehrere Anläufe unternahm, ehe der Untergrund endlich gemäß Durchführungsbestimmungen vorbereitet war. Dieser war es dann aber offensichtlich optimal für die Gäste, die durch Dorr und Beca gleich zwei Mal einnetzen konnte, während Heilbronn keinen Penalty an Bartels vorbeibringen konnte. Somit stehen nach diesem Wochenende zwei immens wichtige Siege zu Buche, so dass man bestens gerüstet am Dienstag die weite Auswärtsfahrt nach Bremerhaven angeht.

Heilbronner Falken - EC Bad Nauheim 3:4 n.P. (1:1, 1:2, 1:0)
Tore:
1:0 (06:21) Mrazek (Leisenring, Fenton)
1:1 (18:57) Oppolzer (Beca , Ringwald)
1:2 (21:31) Pinizzotto (Heid, Bartels)
1:3 (27:22) Beca (Oppolzer)
2:3 (34:22) A.Carciola (Baum, Fenton)
3:3 (56:15) Ackermann (Fenton, A.Carciola)
3:4 (65:00) Dorr PS
Strafminuten: HEC 4 / ECN 12
Zuschauer: 1.613