Rote Teufel gewinnen in Landshut mit 7:3 EC Bad Nauheim

Rote Teufel gewinnen in Landshut mit 7:3 Rote Teufel gewinnen in Landshut mit 7:3
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"Ich bin stolz auf mein Team, das es verstanden hat, über 60 Minuten taktisch diszipliniert zu spielen und darüber hinaus jeden Zweikampf angenommen hat", sagte EC-Coach Daniel Heinrizi nach dem Spiel. "Jeder hat heute für jeden gekämpft und wir wollten nicht auch noch das vierte Spiel gegen Landshut verlieren, nachdem wir bisher bis auf den SC Riessersee gegen jedes Team mindestens einmal punkten konnten", so der Bad Nauheimer Chefcoach. Somit gehen die Hessen mit zwei Siegen und fünf Zählern aus dem Wochenende und beginnen die nächste Runde am kommenden Freitag mit einem Auswärtsspiel in Bietigheim, das man in allen vier Begegnungen bislang schlagen konnte.

Die Gäste, die mit lediglich 14 Feldspielern antreten konnten (neben den fünf Langzeitverletzten sowie den beiden Juniorenspielern, die heute in Hannover mit 4:2 gewannen, fehlte außerdem Mitch Versteeg aufgrund einer Sperre nach seiner dritten Zehnminutenstrafe vom Freitag), absolvierten ein gutes erstes Drittel und machten es dem Favoriten mehr als nur schwer. Die Roten Teufel standen hinten sicher und hatten ihrerseits einige gute Gelegenheiten im Spiel nach vorne, während die ohne ihren Topscorer Riley Armstrong spielenden Bayern sich immer wieder an der dicht gestaffelten EC-Defensive festbissen. Zudem stand mit Jan Guryca erneut ein sicherer Rückhalt zwischen den Pfosten, der die wenigen Schüsse, die durch kamen, entschärfte. Als die Kurstädter gerade zwei Strafzeiten schadlos überstanden, blockte Daniel Oppolzer einen Pass der Gastgeber in der Abwehrzone. Sein Pass über die Bande erreichte Kyle Helms, dessen Querpass auf Matt Beca einen Abnehmer zum schön heraus gespielten 1:0 für die Gäste fand. Die Freude über die Führung währte aber nur ganze elf Sekunden: vom Mittelbully weg traf Landshuts Godfrey mit einem Blueliner zum Ausgleich, bei dem Guryca die Sicht verdeckt war. Mit diesem unter dem Strich gerechten Resultat ging es dann auch in die erste Pause.

Wesentlich offensiver ging es im Mittelabschnitt zu Werke, in dem die Gäste nach 27 Minuten einen Penaltyschuss zugunsten von Michael Dorr zugesprochen bekamen, der von seinem Gegenspieler unsanft zu Fall gebracht wurde. Der US-Amerikaner scheiterte mit einem Rückhandschuss jedoch an Landshuts Goalie Stewart. Als die Gäste eine absolut ungerechtfertigte Strafzeit gegen Daniel Ketter kassierten, nutzte EVL-Routinier Bill Trew die Situation und erzielte gegen seinen ehemaligen Mannschaftskameraden aus Straubinger Zeiten, Jan Guryca, die 2:1-Führung. Doch die Hessen antworteten prompt: nach einem langen Pass von Harry Lange war Jason Pinizzotto frei durch und verlud in Torjägermanier Stewart zum 2:2-Ausgleich. Das Match erinnerte jetzt schon ein wenig an das Spiel vom Freitag gegen Bietigheim und es kam sogar noch besser für die Wetterauer. In Überzahl - zuletzt nicht gerade die Paradedisziplin - traf Daniel Oppolzer, der in den letzten Wochen immer besser in Fahrt kommt, zur erneuten Bad Nauheimer Führung, als der Angreifer einen Rebound eiskalt im Netz unterbrachte. Die Gäste blieben am Drücker und hatten durch Michael Dorr die Riesenchance, doch sein Schuss landete in der Fanghand von Stewart. Der Toptorjäger der Roten Teufel markierte dennoch seinen Treffer, als er 21 Sekunden vor der zweiten Sirene einen Abpraller nach einem Beca-Schuss zur 4:2-Führung für die Gäste unter dem Jubel der gut 30 mitgereisten Fans über die Linie drückte.

Als die Gäste in der 44.Minute durch Kyle Helms erneut in Überzahl das fünfte Tor markierten, war die Marschroute für den Rest des Spiels klar. Landshut musste nun komplett aufmachen, während die Roten Teufel weiter ihr Konterspiel durchziehen konnten. Nach einer unnötigen Strafe der Gäste nutzten die Bayern diesen Offensivdrang durch Cody Thornton, der mustergültig von Geburtstagskind Ty Morris bedient wurde. Noch waren mehr als sieben Minuten zu spielen, allerdings standen die Kurstädter souverän und zeigten sich mit einer Energieleistung ob des kleinen Kaders als echtes Team, in dem jeder für den anderen kämpfte. Als Landshuts Neu-Coach Andreas Brockmann zwei Minuten vor dem Ende seinen Goalie vom Eis nahm, traf Michael Dorr in das leere Gehäuse und machte alles klar für die Hessen, die durch Kevin Lavallee gar noch das siebte Tor markierten und damit die höchste Heimniederlage der Bayern - sowie im Umkehrschluss den höchsten EC-Sieg in der Ferne - besiegelten. Mit fünf Punkten aus den beiden Wochenendpartien haben sich die Akteure ihren Super Bowl-Abend heute redlich verdient und können vor den anstehenden Aufgaben in der nächsten Runde bei dem einen oder anderen kühlen Getränk den aktuellen Erfolg einfach nur genießen, ehe es ab Dienstag dann in die Vorbereitung zu den entscheidenden Partien im Kampf um die Playoffs geht.

In der nächsten Runde spielen die Roten Teufel in einer Einfachrunde (Hin- und Rückspiel) gegen Bremerhaven, Bietigheim, Ravensburg, Dresden und Crimmitschau. Los geht es am kommenden Freitag, den 7. Februar bei den Steelers (19.30 Uhr), am Sonntag gastieren dann die Fischtown Pinguins im Colonel-Knight-Stadion (18.30 Uhr).

EVL Landshut - EC Bad Nauheim 3:7 (1:1, 1:3, 1:3)
Tore:
0:1 (16:53) Beca (Helms, Oppolzer)
1:1 (17:04) Godfrey (Trew, Vantuch)
2:1 (28:07) Trew (Daschner, Abstreiter)
2:2 (30:41) Pinizzotto (Lange, Strauch)
2:3 (33:01) Oppolzer (Dorr, Helms) PP1
2:4 (39:39) Dorr (Beca, Helms)
2:5 (43:53) Helms (Oppolzer, Pinizzotto)
3:5 (52:18) Thornton (Morris, Kronthaler) PP1
3:6 (58:58) Dorr (Beca) ENG
3:7 (59:35) Lavallee (Oppolzer, Schlicht)
Strafminuten: EVL 10 / ECN 8
Zuschauer: 2.690

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