Rote Teufel beweisen Moral beim Penaltysieg gegen FrankfurtPackendes Hessenderby im ausverkauften Colonel-Knight-Stadion

(Foto: dpa)(Foto: dpa)
Lesedauer: ca. 1 Minute

Die 4445 Zuschauer im ausverkauften Colonel-Knight-Stadion sahen ein laufintensives und hart umkämpftes Auftaktdrittel. Beide Mannschaften zauberten einen Zweitligaschmankerl aufs glatte Parkett. Eigentlich ein ausgeglichener Abschnitt. Aber 25 Sekunden vor der Pause markierte Kapitän und Topscorer Adam Mitchell (20. / 0:1) die Löwen-Führung.

Etwas lässig kamen die Hausherren aus der Kabine. Es steckte kurz der Wurm drin, sogar in Überzahl: Eduard Lewandowski (26.) klaute an der blauen Linie den Puck und traf in Unterzahl zum 0:2. Der Gegentreffer wurde zum Aufwecker: Innerhalb von einer Minute glich Bad Nauheim aus. Louke Oakley (26. / 1:2) in Überzahl und Dennis Reimer (27. / 2:2) – nach brillanter Passstafette mit Oakley und Ketter – sorgten für das Comeback. „Zwei Treffer in kürzester Zeit? Das können wir auch“, dachten sich die Löwen und brauchten nur 55 Sekunden. Tim Schüle (34. / 2:3) traf in Überzahl per Schlagschuss und Brett Breitkreuz (35. / 2:4) stellten den alten Abstand wieder her. Eine Sekunde vor dem Ende des Mittelabschnitts kam für die Gäste auch noch Glück dazu. Bei fünf gegen drei traf Nauheims bulliger Blueliner Mike Dalhuisen per Schlagschuss. Der Anschlusstreffer wurde von den Schiedsrichtern wegen eines angeblichen Torraumabseits nicht gegeben. Irrtum! Ein Videobeweis war aus technischen Gründen nicht möglich.

„Wir mussten unser bestes Drittel spielen“, sagte ECN-Coach Christof Kreutzer nach dem Spiel bei der Pressekonferenz. Und das taten seine Jungs auch. Wieder war es Louke Oakley (42. / 3:4), der in Überzahl traf. Zwei Treffer, eine Vorlage im Derby – der Rechtsschütze spielte sich in die Herzen der Fans. Frankfurt stand tief und überließ Nauheim das Zepter. Die Teufel waren nun die aktivere Mannschaft, Frankfurt setzte dennoch Nadelstiche. Bis kurz vor Schluss konnten die Mainstädter ihre Führung halten. Dann kam dieser Zach Hamill – 22 Sekunden vor Schluss markierte der Kanadier den umjubelten 4:4-Ausgleich, traf im Penaltyschießen doppelt und avancierte zum Matchwinner.

„Solche Spiele sind die beste Vorbereitung für die Play-offs“, sagte Frankfurts Trainer Matti Tiilikainen und ärgerte sich über den späten Ausgleich. Christof Kreutzer staunte über die Moral seiner Truppe: „Unglaublich, wie die Jungs kämpfen.“ Frankfurt bleibt mit 87 Punkten Spitzenreiter der DEL2. Bad Nauheim (83) belegt Rang vier.