Riessersee: Wunder gibt es immer wieder

Riessersee: Rettung in letzter SekundeRiessersee: Rettung in letzter Sekunde
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Ausgerechnet am Aschermittwoch schien das Ende des Profieishockey in Garmisch besiegelt gewesen zu sein, doch seit Montagabend keimt wieder ein wenig Hoffnung auf. Haupthindernis für die Sanierung und damit das Weiterbestehen der SCR-GmbH, die alleine die Spielberechtigung für die Oberliga erhalten könnte, war Ludwig Nominikat. Der Alleingesellschafter weigerte sich in den vergangenen Wochen beharrlich, seine Anteile an den Insolvenzverwalter abzugeben. Dies hätte unweigerlich die Zerschlagung der GmbH und das Ende des professionellen Eishockeys in Garmisch bedeutet.



Völlig überraschend kam dann gestern die Nachricht des Insolvenzverwalters Dr. Prager, dass Nominikat die Anteile an ihn abgegeben hat. Über die Gründe darf nun spekuliert werden. War es der öffentliche Druck, der auf ihm lastete, oder vielleicht doch die Einsicht, dass sein geschäftliches Renommee im Ort unter der gezeigten uneinsichtigen Haltung erheblich leiden würde? Ganz gleich, was letztlich den Ausschlag gab, Nominikat hat dem Garmischer Eishockey einen letzten Dienst erwiesen. Nun liegt es an den neuen Machern, schnellstens zu handeln, denn die Zeit drängt. Zunächst muss die Insolvenz der alten GmbH abgewickelt werden, bevor es an den Neuaufbau gehen kann.



Wie zu hören war, bemühen sich drei Gruppen um den Erhalt des Eishockeys unter der Zugspitze. Ralph Bader, ein bekannter Journalist, hatte bereits die Zusagen von Investoren, die bereit waren, eine fünfstellige Summe zu investieren. Auch der ehemalige Nationalspieler Martin Hinterstocker soll potentielle Geldgeber an der Hand haben, die allerdings bis jetzt nicht namentlich bekannt sind. Zu allem Überfluss geistert seit einiger Zeit eine reichlich dubiose „Gruppe 44“ durch die Gazetten, die ebenfalls beim SCR einsteigen soll. Trotz aller Gerüchte handelt es sich hierbei definitiv nicht um den Kanadier Steven Barnes, dessen Name seit einem halben Jahr immer wieder ins Spiel gebracht wird. Es liegt nun am Insolvenzverwalter, die Investoren in die GmbH einzubinden, um das Verfahren schnellstens abzuwickeln. Vielleicht gelingt es ihm ja auch, die verschiedenen Gruppen zusammen zu bringen und ihre Interessen zum Wohle des SCR zu bündeln. Denn nur mit vereinten Kräften lässt sich die Herkulesaufgabe bewältigen, die auf den zukünftigen Geschäftsführer wartet: Nach dem Ende des Spielbetriebes im November gibt es weder eine Organisation noch eine Mannschaft. Es ist noch viel zu tun, bis der SCR wieder am Spielbetrieb der ESBG teilnehmen kann. (an)