Riessersee: Rettung in letzter Sekunde

Riessersee: Rettung in letzter SekundeRiessersee: Rettung in letzter Sekunde
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Vor fünf Wochen schien alles aus: Völlig überraschend hatte das Arbeitsamt als einziger Gläubiger den ersten Insolvenzplan zur Rettung der SCR-Vermarktungs-GmbH abgelehnt. Als Grund wurde vor allem das mangelnde Vertrauen in die Zukunft des Garmischer Eishockeys genannt. Zwei Insolvenzen in den letzten Jahren hatten die Bundesanstalt für Arbeit eine sechsstellige Summe gekostet, so dass man als gebranntes Kind der Rettung des SCR sehr skeptisch gegenüber stand.



Als Folge dieser unerwarteten Ablehnung machte sich unter den Fans tiefe Resignation breit: Sollte das traditionsreiche Eishockey unter der Zugspitze wirklich in den Tiefen der Landesliga verschwinden? Während die Anhänger noch trauerten, krempelte der designierte Geschäftsführer Ralph Bader, der bereits viel Arbeit in den neuen SCR investiert hatte, zusammen mit dem Insolvenzverwalter Dr. Prager und dem rührigen Bürgermeister Schmid nochmals die Ärmel hoch: Es wurde ein zweiter Insolvenzplan erstellt, der am heutigen Montag zur Abstimmung kam. Gleichzeitig musste das Arbeitsamt davon überzeugt werden, dass eine Misswirtschaft wie in den letzten beiden Jahren nicht mehr drohte. So wird etwa ein Beirat eingesetzt, der die Geschäfte der GmbH regelmäßig kontrollieren soll. Außerdem baut die neue Geschäftsführung keine Luftschlösser mehr, sondern präsentiert einen vernünftig kalkulierten Etat, der in etwa dem anderer Oberligisten entspricht.



Am Montag um 11Uhr kam dann die für alle erlösende Meldung: Der SC Riessersee ist gerettet! Alle Gläubiger hatten dem zweiten Insolvenzplan zugestimmt. Doch nun beginnt die eigentliche Arbeit erst richtig: Die drei Gesellschafter der GmbH, deren Identität erst am Dienstag gelüftet werden soll, müssen einen Geschäftsführer bestellen, wobei alles auf Ralph Bader hinausläuft. Man braucht einen Trainer, der möglichst schnell einen konkurrenzfähigen Spielerkader zusammenstellen soll. Sponsoren müssen akquiriert werden und nicht zuletzt fehlt es an der gesamten Organisation, die seit der Pleite im November letzten Jahres nicht mehr existent ist. Es gibt viel zu tun, doch erst einmal ist für die vielen Fans des SCR feiern angesagt. Schon lange hatten sie dazu keine Gelegenheit mehr gehabt. (an)

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