REV gewinnt auch gegen die Moskitos

Höchstadt  "Alligators" ohne Chance in BremerhavenHöchstadt "Alligators" ohne Chance in Bremerhaven
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Wäre William Shakespeare bereits mit der schnellsten Mannschaftssportart der Welt vertraut gewesen, so hätte seine Frage nach dem gestrigen Spiel gelautet: „Tor oder nicht Tor?“ Die Frage beantwortete für ihn Hauptschiedsrichter H. Kathmann, der trotz vehementer Proteste der Gäste dem in der 59. Minute vermeintlich erzielten Ausgleichstreffer die Anerkennung versagte. Dennoch, der Sieg des REV Bremerhaven ging letztlich in Ordnung, da die Draisaitl Schützlinge über 60 Minuten das bessere Team auf dem Eis stellten und den 3:2 (1:1/2:0/0:1) Erfolg bei besserer Chancenverwertung schon weit früher hätten sichern müssen. Erfreulich aus Bremerhavener Sicht war am heutigen Abend wieder die kollektive Geschlossenheit, ein sichtbar verbessertes Powerplay, welches in zwei Überzahltoren zum Ausdruck kam und die stete Bereitschaft der Mannschaft den taktischen Vorgaben des Trainers bedingungslos zu folgen.



Das erste Drittel begann zunächst verheißungsvoll, nachdem Hemmes und Dejdar binnen 23 Sekunden bereits sehr gute Torschussmöglichkeiten für sich verzeichnen konnten. Dann aber, ebenfalls noch in der ersten Minute folgte die kalte Dusche. Quasi aus dem Nichts, oder besser gesagt kurz nach überschreiten der roten Linie war es Markus Rhode, der sich ein Herz fasste und mit einem flatterhaften Distanzschuss zumindest für die Fans der Pinguine völlig überraschend den Führungstreffer für die Stechmücken markieren konnte. Zwar wurde es in der 3. Minute noch einmal mächtig turbulent vor Petter Rönnquists Gehäuse nachdem Gyori und Bronilla in Überzahl zwei weitere gute Gelegenheiten hatten. Danach aber hatten die Gäste vom Westbahnhof bis zur 10. Minute die klareren optischen Vorteile auf ihrer Seite. Nachdem aber Strauch und Peyton gute Chancen nicht abschließen konnten, wurde der REV immer stärker. Boon war es, der die Druckphase der Seestädter einleiten konnte, zunächst aber Rönnquist nicht bezwingen konnte. Nach Schüssen von Schmidt und Steingroß, die beid knapp ihr Ziel verfehlten, wurden die Pinguine noch druckvoller und hatten Pech, als Caudron und Krestan erneut in Rönnquist ihren Meister fanden. Als in der 17. Minute Toni Raubal den einschussbereiten Reiss von den Beinen holte, war es die danach folgende Überzahl, die endlich den verdienten Ausgleich brachte. Auf Zuspiel von Moborg und Steingroß brauchte Craig Streu die Scheibe nur noch ins Tor der Moskitos schlenzen, um danach die Ovationen von den Rängen genießen zu dürfen. Bis zum ersten Pausentee blieb es bei diesem insgesamt für beide Seiten verdienten Remis, da auch die Moskitos nach einer Strafzeit gegen Caudron keinen weiteren Treffer mehr erzielen konnten.



Für hochkarätige Unterhaltung war auch im zweiten Spielabschnitt bestens gesorgt. Zunächst war es der Essener Mc Cullough, der noch in Überzahl Gardner zu einer Glanzparade forderte. Nur eine Minute später, die Stadionuhr zeigte die 22. Minute scheiterte der wieder einmal aufopferungsvoll kämpfende Peter Boon an Petter Rönnquist. In der 24. Minute hatte die Bremerhavener scheinbar Essens Popiesch übersehen, doch der übersah ebenfalls die frei vor ihm liegende Scheibe. Als in der 25. Minute Andreas Moborg nach einem Zweikampf zunächst vom Eis musste, konnten die Gäste nur Sekunden später eine Riesenchance nicht nutzen und mussten mit ansehen, wie im Gegenzug J. Francois Caudron nach herrlichem Alleingang das 2:1 für den REV markieren durfte. Nun spielten die Seestädter wie entfesselt. Hackert, Streu und Krestan hatten Riesengelegenheiten, doch noch konnte Rönnquist das Resultat gewogen halten. Dies änderte sich jedoch in der 38. Minute. Nachdem Houde wegen „Hohen Stocks“ zu einer zwei Minuten Strafe verdonnert worden war, konnte Bronilla in der 38. Minute mit seinem Überzahltreffer zunächst dafür sorgen, dass auch die Fans auf den Rängen etwas beruhigter durchatmen konnten. Caudron und Gyori hatten dem „Blueliner“ hervorragend aufgelegt, der mit seinem verzögerten Schuss Rönnquist keine Chance ließ. Mit diesem Resultat wurden dann auch zum zweiten Mal die Seiten gewechselt.

Auch im Schlussabschnitt blieb die Partie den knapp 2000 Zuschauern am Bremerhavener Wilhelm Kaisen Platz nichts schuldig. Beide Mannschaften versuchten bis zur letzten Minute die Partie offen zu halten. Zunächst war es das Duo Boon Dejdar, welches in der 43. Minute Petter Rönnquist in Verlegenheit bringen konnte. Doch auch die Moskitos aus Essen hatten sich noch lange nicht aufgegeben und kamen immer wieder gefährlich vor das Tor von Greg Gardner, der aber auch heute seiner Mannschaft den notwendigen Rückhalt gab. Bis zur 52. Minute versäumten es aber Steingroß, Moborg mit sehenswerten Break und Gyory, den Sack endgültig zuzumachen. In der 52. Minute war es dann der Essener Wolf, einer der auffälligsten Spieler im Kader der Gäste, der mit dem Treffer zum 2:3 für aus Bremerhavener Sicht unnötige Spannung sorgte. Der REV kam jetzt mächtig unter Druck und hatte es vor allen Dingen Greg Gardner zu verdanken, dass die Stechmücken nicht zum von ihnen so ersehnten Ausgleichstreffer kamen. Der sollte dann aber in der 59. Minute gefallen sein, als Markus Rhode über die linke Außenbahn kommend mit einem satten Schuss nach Meinung von Hauptschiedsrichter Kathmann aber nur das Lattenkreuz getroffen hatte. Obwohl die Gäste vom Essener Westbahnhof mit Vehemenz für den aus ihrer Sicht regulären Ausgleichstreffer pochten, Schiedsrichter Kathmann blieb bei seiner Entscheidung. Da den Westdeutschen auch in den noch verbleibenden Schlußsekunden kein Treffer gelang, durften sich die Fischtown Pinguins zum Ende der Partie über einen letztlich verdienten 3:2 Erfolg über den alten Widersacher freuen.



Auf der anschließenden Pressekonferenz gab Essens Trainer Toni Krinner ein Paradebeispiel für „gutes Sportsmanship“ und gratulierte Peter Draisaitl zu einem verdienten Erfolg, wobei er aber, aus seiner Sicht verständlich, noch einmal klar und deutlich sein Missfallen und Unverständnis über die kurz vor Ende gefällte Schiedsrichterentscheidung zum Ausdruck brachte. Bremerhavens Coach Draisaitl zeigte sich mit der Leistung seiner jungen Mannschaft sehr zufrieden, die sich seit Saisonbeginn von Spiel zu Spiel steigern konnte und mit Sicherheit noch lange nicht alle Resourcen ausgeschöpft hat.



Tore:

0:1 (1.) Rhode, Calce; 1:1 (19.) Streu Moborg, Steingroß REV 5/4 ÜZ; 2:1 (26.) Caudron; 3:1 (38.) Bronilla, Gyori, Caudron REV 5/4 ÜZ; 3:2 (52.) Wolf, Raubal Andreas;