René Rudorisch: Jeder Club mit geschlossener Halle kann nun aufsteigenDer Geschäftsführer der DEL2 im Interview – Teil 2

René Rudorisch ist der Geschäftsführer der DEL2. (Foto: DEL2)René Rudorisch ist der Geschäftsführer der DEL2. (Foto: DEL2)
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Sie haben mit der DEL gemeinsam das Regelwerk für den Aufstieg in die erste Liga neu verhandelt. Die lange kritisierte Klausel von mindestens 4.500 Plätzen in der Arena ist nun vom Tisch. Wie sieht die neue Regelung aus und mit wie vielen DEL-Lizenzanträgen rechnen Sie für die neue Saison?

Das Stadionthema war aus unserer Sicht der wichtigste Diskussionspunkt. Bisher hätten die meisten Standorte im Prinzip ein neues Stadion bauen müssen, um in Richtung DEL zu denken. Nun spielt die Gewichtung der Platzkategorien die entscheidende Rolle.

Somit könnte, überspitzt gesagt, jeder Club mit geschlossener Halle mit einigen Mühen und Anstrengungen die Kriterien erreichen. Verhandlungsergebnis war auch, dass die Lizenzgebühr auf ca. 1,4 Mio. Euro erhöht wurde. Das ist aber auch eine eigene Absicherung des Aufsteigers, denn falls es wieder eine Liga tiefer geht, siehe Bietigheim, bekommt der Club 1,25 Mio. Euro aus dieser Zahlung zurück. Damit hat man einen Puffer für die DEL2 und das hilft in der Gesamtbetrachtung.

Damit konnten die Steelers mit einem soliden Etat in die letzte Saison starten, auch wenn es am Ende sportlich nicht gereicht hat.

Ich hoffe auf mehr DEL2-Clubs, die sich um eine DEL-Lizenz bewerben. Rein theoretisch wären das zusätzlich zu Kassel, Krefeld und Dresden momentan auch noch Rosenheim, Regensburg und Landshut, da sie die Grundregeln bereits erfüllen. Im zweiten Schritt könnte z.B. Ravensburg mit einigen Umbauten im Stadion auch in diesen Kreis kommen.

Wir müssen es in den nächsten Jahren schaffen, vier bis sieben Standorte für den Aufstieg fit zu machen, damit wir regelmäßig einen Auf- und Absteiger zwischen DEL und DEL2 haben. Unter diesem Aspekt wäre auch ein Aufstieg der Kassel Huskies sicher gut gewesen.

Bei den Förderlizenzen gibt es auch einige Änderungen, das System ist jetzt wesentlich freier und offener, da ein DEL-Club mehrere Kooperationspartner in der DEL2 haben kann. Gilt das auch für die Oberliga und was versprechen Sie sich davon?

Richtig, wir haben das System dahingehend optimiert, um gute junge Spieler noch besser ausbilden zu können. Nehmen wir als Beispiel die Kooperation Weißwasser-Berlin, die sehr gut funktioniert. Wenn die Eisbären zusätzliche junge Spieler haben, die in Weißwasser nicht zum Einsatz kommen können, gibt es nun die Möglichkeit, weitere Spiele bei einem anderen Club zu lizenzieren.

Man kann als einzelner Club ja nicht unendlich viele Spieler mit Förderlizenzen ausstatten und dann in der DEL2 wirklich gut fördern. Wenn es also weitere Spieler an Standorten eingesetzt werden, wo sie ihrer Rolle gerecht werden und entsprechend ausgebildet werden können, dann ermöglicht das die neue Regelung.

Generell gilt, dass man einmal pro Saison die Förderlizenz wechseln kann, wenn das erforderlich ist. Auch bei den U21-Spielern gibt es eine Annäherung zwischen DEL und DEL2.  Die DEL wird hier, ähnlich wie in der DEL2, Ausbildungsverträge anbieten. Diese Spieler mit solchen Verträgen können zukünftig auch bei uns mit einer Förderlizenz spielen. Das hilft gerade jüngeren Talenten, die bisher wenig Eiszeit hatten.

Der große Kampf ist: wie schaffen wir es, die Clubs zum einen dazu zu zwingen, sich mit den jungen deutschen Spielern und dem Nachwuchs zu beschäftigen? Und wie schaffen wir es andererseits, die Spieler so einzusetzen, dass sie sich optimal entwickeln können? Daran arbeiten wir gemeinsam mit der DEL und auch der Oberliga. Bezogen auf diese Kooperationen gibt es übrigens keine Änderungen.

Auch die Playdowns wurden im neuen Modus gespielt, dem Elfplatzierten reichten nun zwei, dem Zwölftplatzierten drei Siege gegen Rang 13 bzw. 14. Wie hat sich diese Regelung aus Ihrer Sicht bewährt? Ich finde Sie sportlich absolut gerecht, hatte aber einige Probleme, sie einem amerikanischen Kollegen, der auch Eishockeyfan ist, zu erklären.

Eine konkrete Auswertung innerhalb der Liga steht noch aus. Meine persönliche Sicht ist, dass wir die Ziele, die wir damit hatten, erreicht haben. Das sieht man auch an den Ergebnissen zum Ende der Hauptrunde, wo Dresden, Selb und Rosenheim sich ein hartes Rennen lieferten, um nicht auf dem zwölften oder 13. Rang zu landen. Diese boten ja in den Playdowns schlechtere Voraussetzungen als der Elftplatzierte. In der ersten Abstiegsrunde profitierte natürlich Rosenheim, da sie nur zwei Siege brauchten. In der anderen Runde benötigte Dresden dagegen vier Siege und hat dies auch geschafft.

Wir tun gut daran, die Bedeutung der Hauptrundenplatzierung im Auge zu haben und uns Gedanken zu machen, ob und wie wir das beibehalten. Es macht einen Unterschied, ob sich eine Mannschaft ab Ende Januar schon voll und ganz auf die Playdowns vorbereitet und sich nicht darum schert, ob sie am Ende Letzter oder Vorletzter wird. Das ist, von den Teams gewollt oder ungewollt, eine Wettbewerbsverzerrung. Andererseits fehlen aber auch ein paar Spiele in den Playdowns. Wir werden im Sommer mit den Clubs diskutieren und gemeinsam entscheiden, ob wir den Modus beibehalten, modifizieren oder ganz abschaffen.

Aber eine Abschaffung der kompletten Playdowns mit direktem Abstieg des Tabellenletzten wie in der DEL ist kein Thema?

Nein, das war bisher nicht im Gespräch. Die Clubs haben sich immer zu den Playdowns bekannt und wollten nicht schon Anfang März die Saison beenden. Auch die Zuschauerzahlen in den Playdowns waren dieses Jahr auf Rekordniveau.

Bisher hatten wir ca. 2.500 Zuschauer pro Spiel, dieses Jahr waren es durchschnittlich 3.450. Das ist natürlich auch abhängig von den teilnehmenden Clubs und den jeweiligen Hallengrößen. Aber die Playdowns wurden von den Zuschauern sehr gut angenommen, auch das spricht für die Weiterführung.

Die neue Saison beginnt im September, wie sieht Ihr Sommer aus?

Jetzt geht es erst einmal in den Urlaub, in der Saison war durch den Spielbetrieb und viele Ereignisse, wie auch die Events, keine Zeit dafür. Danach geht es direkt in die Lizenzprüfung der DEL2-Clubs. Das dauert bis Ende Juni/Anfang Juli. Parallel werden wir uns dem Spielplan widmen, sodass ungefähr ab Mitte Juli alles für die neue Saison vorbereitet ist.

Auch beim DEL2-Perspektiv-Camp Ende Juli in Selb bin ich vor Ort, danach kommen schon die Vorbereitungsspiele.

Dazu haben wir mit Sportdeutschland.TV einen neuen Medienpartner gewonnen, da ist auch noch einiges vorzubereiten.

Gutes Stichwort, nach vielen Jahren mit Sprade.TV werden die Spiele der DEL2 nun über Sportdeutschland.TV angeboten. Was ist hier zu erwarten?

Vor Ort werden die bisherigen Teams aktiv bleiben. Diese haben am Ende in den letzten Jahren die Übertragungen und das ganze Setup entwickelt. Teilweise geschah das ehrenamtlich, teilweise haben sich Firmen herausgebildet. Das war die Basis für die Qualität mit Sprade.tv.

Darauf wollen wir mit Sportdeutschland.TV aufbauen. Wir werden neue Kamerasysteme in die Arenen bringen und damit die Bildqualität verbessern. Damit werden die Mitschnitte auch für Fernsehsender nutzbar sein.

Magenta TV wird zukünftig die DEL2-Highlights senden. Auf so einer Eishockeyplattform vertreten zu sein, ist schon ein echter Meilenstein für uns. Es ist ein großes Projekt und es ist schade, dass wir es nicht mit Sprade.TV umsetzen können. Diese Firma ist an unseren Standorten entstanden. Aber das ist der Lauf der Zeit, man muss sich weiterentwickeln und da gibt es nun einmal Konkurrenz am Markt.

Wir erhoffen uns mit der neuen Partnerschaft eine weitere Steigerung der Reichweiten und ich glaube, dass wir das schaffen können.

Was heißt das konkret für den Zuschauer?

Die Highlights werden wie bisher kostenlos auf unserer DEL2-Webseite verfügbar sein. Dazu wird es auf Sportdeutschland.TV eine eigene DEL2-Welt geben, die man sich individuell einrichten kann, auch das kostenfrei.

Zusätzlich könnte es auch Übertragungen von Spielen, z.B. in den Playoffs, auf Magenta TV geben. Die Preisstruktur für die Streams wird sicher vergleichbar mit der bisherigen sein, auch wenn das noch nicht final feststeht.

Herr Rudorisch, wir danken Ihnen für das Gespräch, wünschen Ihnen einen schönen Urlaub und alles Gute für die neue Saison.


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