Pokal: Eishockey-Fest in Landshut - Cannibals rupfen Adler

Cory Gustafson kehrt nach Landshut zurückCory Gustafson kehrt nach Landshut zurück
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"...drei, zwei, eins, null!" Auf der Eisfläche bewegte sich eine Spielertraube in Richtung Keeper Nolan McDonald, um diesem zu seiner Glanzleistung während der abgelaufenen 60 Spielminuten zu gratulieren, auf den Rängen feierten 2336 begeisternde Fans, als hätten die Landshut Cannibals gerade die deutsche Meisterschaft gewonnen. Ganz so weit war es am Sonntagabend natürlich nicht, aber für eine faustdicke Überraschung hatte das Team von Coach Bernie Englbrecht mit dem 4:3-Erfolg gegen Pokalverteidiger Adler Mannheim dennoch gesorgt. Die Niederbayern hatten dem haushohen Favoriten einen begeisternden Kampf geliefert und letztendlich das bessere Ende nicht unverdient für sich.

Die Kannibalen mussten gleich zu Beginn der Partie einige heikle Situationen überstehen, aber Nolan McDonald zeigte schon früh in der Partie, dass er an diesem Tag bestens aufgelegt war. Eric Dylla hatte sich bereits nach 50 Sekunden eine Strafzeit eingehandelt. Roach, Hock und Ullmann konnten ihre Chancen nicht nutzen. Besser machten es in der neunten Spielminute die Kannibalen, als sie eine 5:3-Überzahlsituation zum 1:0 durch Dominik Hammer nutzten und Aki Tuominen setzte in der 11. Minute gleich noch das 2:0 drauf, nachdem Nolan McDonald eine Minute zuvor einen Penalty von Todd Hlushko gehalten hatte. Der Keeper der Gastgeber in Superform klärte in der 18. Minute auch gegen Andy Roach und war dann mit Fortuna im Bunde, als der Nachschuss nur an den Querbalken krachte.

Die Adler machten nun gehörig Druck und McDonald musste des öfteren Kopf und Kragen riskieren, um seinen Kasten sauber halten zu können. So stoppte er kurz nach dem ersten Seitenwechsel ein Solo von Rene Corbet, um Sekunden später allerdings gegen Michael Bakos auf verlorenem Posten zu stehen. Die Gäste drängten weiterhin auf das "Heiligtum" der Kannibalen zu, McDonald hielt aber vorerst alles, was seine konzentriert und konsequent agierenden Vorderleute nicht selbst klären konnten. Entlastung für die Youngster von Coach Bernie Englbrecht brachte schließlich eine Strafzeit gegen Hlushko. Tuominen, Seyller und Koslow konnten aus den sich bietenden Chancen kein Kapital schlagen. Auf der Gegenseite schnappte sich Robert Hock nach einem katastrophalen Fehler der Kannibalen im Abwehrdrittel den Puck, steuerte allein auf McDonald zu und - scheiterte. Die Adler waren noch immer in Unterzahl, als sich Chris Bahen ein Herz fasste und abzog. Gäste-Keeper Shulmistra konnte die Scheibe nicht festhalten und seine Mitstreiter diesen nicht aus der Gefahrenzone befördern. Daniel Koslow reagierte am schnellsten und netzte, umringt von einigen Gästespielern, zum viel umjubelten 3:1 ein. In der Folge konnten sich die DEL-Cracks auch bei einer 2+2-Strafe gegen Max Seyller nicht mit Ruhm bekleckern, nutzten aber in der 39. Minute eine Strafzeit gegen Markus Welz doch noch zum Anschlusstreffer, als Chris Joseph mit einem Knaller von der blauen Linie Nolan McDonald keine Abwehrchance ließ. Eine halbe Minute vor Drittelende war die Partie für Goc und Seyller beendet. Für ihre handfeste Prügelei zeigte Schiri Gerhard Lichtnecker wenig Verständnis und schickte beide vorzeitig zum Duschen.

Die Anfangsminuten des Schlussabschnitts konnten die Heimischen in numerischer Überlegenheit noch für sich entscheiden, dann aber erhöhte der Favorit die Schlagzahl und die Cannibals fanden sich vornehmlich in der Defensive wieder. Aber auf Keeper Nolan McDonald war weiterhin Verlass. Groleau, Junker, Corbet und nach tollem Solo auch Hlushko und Ustorf mussten diese Tatsache neidlos anerkennen. Ebenso wie Edgerton, der mutterseelenallein vor dem Tor auftauchte, aber in McDonald seinen Meister fand. Praktisch aus diesem "big save" des Landshuter Keepers heraus fuhren die Heimischen einen klassischen Konter. Dominik Hammer bediente den mitgelaufenen Markus Welz und der besorgte das 4:2 (49.). Die Partie war trotz des Zwei-Tore-Vorsprungs noch nicht entschieden, zumal Mats Lindmark in der 57. Spielminute die Strafbank ansteuern musste. Martinec nutzte die Gunst der Stunde und verkürzte nach 57:21 Minuten auf 4:3. Mit letztem Einsatz konnten sich die Cannibals in der Folge immer wieder befreien und selbst als für Shulmistra ein sechster Feldspieler aufs Eis kam, fanden die DEL-Cracks nicht die entscheidende Lücke, um zumindest noch eine Verlängerung zu erzwingen.

Die Fans feierten ihre "Helden", die eine sensationelle Leistung abgeliefert und dem haushohen Favoriten in allen Belangen Paroli geboten hatten. Auf den Rängen ein Bild, wie man es in den Stadien nur selten erleben kann: Landshuter und Mannheimer Fans feiern sich selbst ("Landshut und der MERC") und fordern gemeinsam das Team der Cannibals zu einer Ehrenrunde zurück auf die Eisfläche. Nolan McDonald, der "Turm in der Schlacht", hatte verstanden und vollzog nicht nur mit den Landshuter Fans die nach Erfolgen gewohnte Welle, sondern ließ es sich auch nicht nehmen, diese vor dem Fanblock der Gäste mit den Mannheimern zu wiederholen. (gl)

Tore:

1:0 (9.) Hammer, 2:0 (11.) Tuominen (Plamondon, Hundhammer), 2:1 (22.) Bakos (Edgerton), 3:1 (30.) Koslow (Bahen), 3:2 (39.) Joseph (Podollan), 4:2 (49.) Welz (Hammer), 4:3 (58.) Martinec (Hock, Kathan)

Strafminuten: Landshut 23 plus Spieldauer für Seyller, Mannheim 27 plus Spieldauer für Goc

Schiedsrichter: Gerhard Lichtnecker


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