Patrick Berger hält Landshut die Hoffnung auf die Play-offs fest3:2-Erfolg gegen Bad Tölz

EVL-Torhüter Patrick Berger.  (Foto: dpa/picture alliance)EVL-Torhüter Patrick Berger. (Foto: dpa/picture alliance)
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Während sich für den EV Landshut die Tür auf die begehrten Pre-Play-off-Plätze mit dem Sieg am Freitag wieder weiter öffnete, ging es für die Tölzer Löwen darum, die punktgleichen Steelers (71 Punkte) im Fernduell um Platz sechs (aktuell Bad Tölz) hinter sich zu lassen. Eine hochdramatische Spielszene entschied die Partie und brachte den Landshutern den 3:2-Sieg.

Erik Gollenbeck, der aktuell noch an einer Gehirnerschütterung laboriert, sah eine „geschlossene Mannschaftsleistung. Vom Tor bis zum Sturm haben alle an einem Strang gezogen und gekämpft“.

Wie bereits am Freitag startete Patrick Berger, der eine der Hauptrollen in dieser Begegnung spielen sollte, im Tor des EVL. Bereits vor Beginn der Partie skandierten die Fans mit Sprechchören dem jungen Schlussmann, was seinen Stellenwert vor den Anhängern noch einmal deutlich unterstrich. Das Spiel begann ohne herauszuhebende Höhepunkte mit überschaubarem Tempo. Mit Verfliegen der ersten Abtastphase waren es die Tölzer Löwen, die etwas besser in die Partie fanden und sich erste Chancen erarbeiten konnte. Der in die Partie kommende Schwung wurde in der folgenden Spielunterbrechung, ausgelöst von einem deutlichen Loch im Plexiglas, im Keim erstickt. Neuzugang Matic Podlipnik fand sich nach einem vermeidbaren Beinstellen im Offensivdrittel auf der Strafbank wieder, was die „Buam“ aus Tölz in Gestalt von Tyler Mcneely zur 1:0-Führung nutzen konnten. Einen Marco Pfleger-Nachschuss versenkte der Kanadier eiskalt. Wie auf der einen Seite war es auch auf der anderen eine Powerplay-Situation, die zum Ausgleich genutzt werden konnte. Es schlug die in Moment gefürchtete erste Sturmformation zu (17 Scorerpunkte in den letzten 3 Spielen). Tomas Plihal bediente Robbie Czarnik, der mit einem messerscharfen Pass durch den Tölzer Slot Matthieu Pompei fand. Dieser bewies wieder eimmal seine ganze Klasse und vollstreckte unter Bedrängnis überlegt zum 1:1-Pausenstand.

Im zweiten Drittel waren beide Mannschaften darauf bedacht, keine Fehler zu machen, was dazu führte, dass es auf beiden Seiten kaum Torchancen zu vermelden gab. Was doch auf die Gehäuse der gut aufgelegten Torhüter kam, wurde sicher in Gewahrsam genommen.

Mit dem letzten Drittel kamen die Ereignisse, über die man auch morgen noch sprechen wird. Die Tölzer Löwen änderten den Kurs auf „Sieg“ und nahmen das Drittel der Landshuter unter Beschlag. Immer wieder war es Patrick Berger, der mit akrobatischen Einlagen und vor allem sehr gutem Stellungsspiel den Weg Richtung Pre-Play-offs fest hielt. Erik Gollenbeck kommentierte das Spiel des Goalie wie folgt: „Bergi war sehr sehr stark, es ist nie leicht, als zweiter oder dritter Torhüter in so eine Situation geworfen zu werden. Meiner Meinung nach hat er sich aber wieder mal bewiesen und gezeigt, dass auf ihn auch Verlass ist.“ Nach erneutem Powerplay der Löwen konnte Max Brandl in Unterzahl zum Break starten, fand in Sinisa Martinovic jedoch seinen Meister. In derselben Situation kam es zur nächsten vermeidbaren Strafe und die Löwen durften sich 1:25 Minute im 5:3-Überzahl versuchen. Im vierten Nachschuss ist es Shawn Weller, der neun Minuten vor Schluss die erneute 2:1-Führung erzielte. Die Jungs aus Landshut bewiesen, dass sie die Chance auf die Play-Offs nicht vergeben wollten und gingen ebenfalls auf den Attacke-Modus über. Robbie Czarnik fälschte einen Philipp Messing-Schuss ab und läutete mit dem erneuten 2:2-Ausgleich eine Schlussphase ein, die für viel Gesprächsstoff sorgen sollte: In der 58. Spielminute entwickelt sich aus einem Bully heraus die spielentscheidende Szene. Wieder war es Robbie Czarnik. der die Scheibe Richtung Tölzer Tor brachte. Sinisa Martinovic schob sich die Scheibe beim Versuch der Sicherung unter Bedrängnis selbst ins Tor zur 3:2-Führung des EVL. Aus Sicht der Tölzer Löwen ein ganz bitteres Tor, da das Spiel ihrer Ansicht nach bereits unterbrochen war. Trainer Kevin Gaudet betitelte diese Entscheidung in der späteren Pressekonferenz als „unfair“ und „Heimentscheidung“ der Schiedsrichter. Erik Gollenbeck erlebte das Tor so: „Im Prinzip ein Musterbeispiel für harte Arbeit. Zweikämpfe gewonnen, Puck zum Tor gebracht und genug Leute. die vor dem Tor sind und zum Tor gehen. Dann passiert auch mal sowas Glückliches.“ Die Tölzer probierten alles und zogen nach Auszeit ihren Goalie für einen sechsten Feldspieler. Das alles brachte jedoch nichts mehr, da Patrick Berger die Punkte für die Landshuter mit erneut sehr starken Paraden fest hielt. Durch diesen wichtigen Heimsieg darf sich der EVL nun wieder berechtigte Hoffnungen auf den Einzug in die Pre-Play-offs machen.


Erik Pannach