Neustart an der Elbe: Trainer Steer hat's schwer DEL2 - der Teamcheck. Heute: Dresdner Eislöwen

Franz Steer ist der starke Mann an der Bande der Eislöwen. Foto: picture alliance/bild pressehaus  Franz Steer ist der starke Mann an der Bande der Eislöwen. Foto: picture alliance/bild pressehaus
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Der Start der Deutschen Eishockey Liga 2 (DEL2) in die Saison 2017/18 verspricht gleich ein meisterliches Kräftemessen: Zum Saison-Start am Freitag, den 15. September, gibt es die Neuauflage des Playoff-Finales aus der vergangenen Spielzeit. Die Bietigheim Steelers reisen zum amtierenden Meister — den Löwen Frankfurt. Ein Hammer-Duell, das bestimmt Lust auf mehr macht. Die Liga verspricht wie immer Tradition pur. Wie zum Beispiel bei Aufsteiger Tölzer Löwen. Ein Team, das die Eishockeygeschichte atmet, fühlt, lebt. Hockeyweb testet alle 14 Teams auf Herz und Nieren.

Heute: Dresdner Eislöwen

Steer da: Neuanfang mit neuem Trainer 

In Dresden steht man vor einem Neuanfang. Nach der vielversprechenden Übernahme und Entwicklung der Mannschaft durch den kanadischen Trainer Bill Stewart kam in der letzten Saison das enttäuschende Aus bereits im Viertelfinale gegen ein starkes Team aus Kaufbeuren. Um den Meistertitel wollten die Dresdner mitspielen und hatten dafür erstmals das Heimrecht in den Playoffs erkämpft. Doch dann zeigte sich, was schon die gesamte Saison auffiel, dass die Mannschaft unter Bill Stewart mitunter ängstlich und vor allem mental nicht locker aufspielte. Es fehlte die Konstanz. Dem Coach war es nicht gelungen ein Team zu bilden, das mit derselben Leidenschaft des Vorjahres ins Finale einziehen wollte.

Personelle Veränderungen

Infolgedessen gab es viele personelle Veränderungen, angefangen vom Weggang des Trainers Stewart zu den Straubing Tigers in die DEL. Der erfolgreichste Stürmer der Eislöwen, Brendan Cook, hatte trotz eines noch gültigen

Vertrages nach dem Saisonende überraschenderweise sein Karriereende bekannt gegeben.  Arturs Kruminsch, der eine starke Saison absolviert hat, wird im nächsten Jahr in Ravensburg stürmen. Mirko Sacher, als bester Verteidiger der DEL2 ausgezeichnet, ist in die DEL zu den Schwenninger Wild Wings gewechselt. Patrick Baum hat seine Karriere ebenfalls beendet und Kevin Nastiuk wird nächstes Jahr in England spielen, da er unter das Ausländerkontingent fällt. Fehlen werden in der kommenden Saison auch die Förderlizenzspieler der Kölner Haie, die in Dresden alle einen starken Eindruck hinterlassen haben.  Die Kooperation wurde leider von den Kölnern beendet, einen neuen Partner gibt es derzeit für die Dresdner nicht.

Wie stark ist der Kader?  

Wie sind die Eislöwen in der kommenden Saison einzuordnen? Diese Frage mag zum jetzigen Zeitpunkt keiner so richtig beantworten. Langfristig will man sich oben neben Frankfurt, Bietigheim und Kassel unter den besten vier Mannschaften der Liga etablieren. Die Frage ist, ob der Kader dafür qualitativ stark genug besetzt ist und die Mannschaft als Team zusammen findet. Franz Steer ist dafür der verantwortliche neue Trainer der Eislöwen. In Dresden hofft man natürlich, dass seine Entlassung in Rosenheim und der Abstieg der Starbulls in die Oberliga kein schlechtes Omen sind. Als Co-Trainer steht ihm Jochen Molling zur Seite, der schon unter Stewart assistiert hatte.

 Tor: Wie gut ist Eisenhut?

Der 22-jährige Deutsche Marco Eisenhut wird mit Sebastian Stefaniszin, der aus der Oberliga kommt, das Goalie-Duo bilden. Eisenhut war letzte Saison für Ingolstadt in der DEL aktiv, hat in 12 Spielen das Tor gehütet und dabei einen guten Job absolviert. Es wird sich zeigen, ob er in der kommenden Spielzeit konstant auf hohem Niveau in der DEL2 bestehen kann und den Dresdnern somit ein starker Rückhalt sein wird. Die Besetzung der Torwartposition kann sich zur Schlüsselposition entwickeln, da die Eislöwen sich hier bewusst für eine deutsche Lösung entschieden haben und gute deutsche Torhüter vor allem in der DEL2 aufgrund der wenigen Ausländerstellen bekannterweise sehr begehrt sind.

In der Verteidigung stehen mit Rene Kramer (Kapitän des Vorjahres), Tomas Schmidt und Sebastian Zauner gleich drei Spieler für die Dresdner auf dem Eis, die nunmehr schon die 3. Saison an der Elbe absolvieren. Für Petr Macholda ist es immerhin die 5. Saison in Folge. Hinzu wurden Steve Hanusch (Kassel), Gustav Veisert (Rosenheim) und der Kanadier Shawn Boutin verpflichtet.

Sturm: Rajala muss sich steigern

Für die Eislöwen stürmen wird in der nächsten Spielzeit wieder Martin Davidek, der leider durch eine Verletzung am Ende der letzten Saison den Dresdnern nicht in den Playoffs helfen konnte und vor allem wegen seiner körperlichen Präsenz auf dem Eis gefehlt hat. Ebenso geblieben sind Alexander Höller, Marius Garten, Steven Rupprich und Dominik Grafenthin. Einen gültigen Vertrag für die Saison 2017/18 hat ebenfalls der Finne Juuso Rajala. Der begehrte Goldhelm aus Bad Nauheim wurde im Januar an die Elbe geholt, konnte jedoch seinen erfolgreichen Kurs als Stürmer nicht fortsetzen und blieb weit unter den Erwartungen. Von ihm fordern die Dresdner eine deutliche Leistungssteigerung, da er eine wichtige Kontingentstelle besetzt.

Neu verpflichtet wurden der 18-jährige Cedric Schiemenz, der zuletzt in der nordamerikanischen OHL gespielt hat, die  beiden 19-jährigen Spieler Timo Walther und Mike Glemser, der erfahrene Thomas Pielmeier, der ebenfalls aus Ingolstadt kommt sowie die beiden Kanadier Matt Siddall und Nick Huard. Für Huard ist es die erste Saison außerhalb Nordamerikas, Siddall hat aus der EBEL (Graz) an die Elbe gewechselt. 

Fazit: Schmerzhafte Abgänge

Es wird sich im Laufe der Saison zeigen, ob die Zusammensetzung des Teams aus erfahrenen und jungen Spielern gelingt, ob die Dresdner als Mannschaft zusammenfinden und auf dem spielerischen Niveau fortfahren können, das sie unter Stewart (teilweise) erreicht haben. Eine wichtige Rolle wird dabei die Besetzung des Kapitänsamtes spielen. Diese Position schien in der vergangenen Saison unglücklich vergeben worden zu sein. Die Dresdner haben einige schmerzhafte Abgänge hinnehmen müssen und warten nun mit Spannung auf die neue Saison mit einem neuen Trainer. Ob die Mannschaft die hohen Erwartungen und mindestens das direkte Erreichen der Playoffs erfüllen kann, bleibt abzuwarten. (Autorin: Kerstin Garcia)


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