Neuer Schwung durch Gerd WittmannHeilbronner Falken

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Gerd Wittmann (scheinbar) ein wichtiger Faktor

Gestern absolvierten die Falken ihr fünftes Spiel unter Interimstrainer Gerd Wittmann. Zum vierten Mal konnte in dieser Zeit gepunktet werden. Irgendwas scheint anders, scheint besser zu laufen. Langsam lernen die zu Saisonbeginn eher flügellahmen Falken zu fliegen. Von außen betrachtet zeigen die Spieler eine ganz andere Körpersprache. Zu Beginn der Saison neigten sich die Köpfe des Öfteren eher Richtung Eis. Checks wurde oftmals aus dem Weg gegangen, indem gegnerische Spieler großzügig um kurvt wurden. In den letzten Spielen ist dies anders. Checks werden nicht nur angenommen und weggesteckt, sondern auch gefahren. Die Köpfe sind oben, unabhängig vom Spielstand. Zweimal wurde unter Gerd Wittmann ein Rückstand aufgeholt und dabei wurde beide Male gepunktet. Am Freitag in Crimmitschau wurde ein vermeintlicher Rückschlag, die Falken mussten binnen 83 Sekunden den Ausgleich einer vorherigen 2:0 Führung hinnehmen, doch noch in einen Sieg gewandelt. Gerd Wittmann scheint der Mannschaft, den Spielern den benötigten Rückhalt zu geben und diese optimal einzustellen.

Die Spiele am Freitag in Crimmitschau und am gestrigen Sonntag waren taktisch gesehen zwei völlig fremde Welten. Wurde am Freitag noch mit hohem Druck der direkte Weg zum generischen Tor gesucht, wurde heute viel in die Ecken und anschließend Querpässe vor das Tor gespielt. Es scheint so, als steht mit Gerd Wittmann ein Trainer an der Bande, der den Gegner studiert und darauf seine Marschroute festlegt.. Natürlich ist auch entscheidend, dass die Spieler dieses umsetzen. Da die beschriebenen Taktiken von der gesamten Mannschaft gespielt wurden, scheint dies nicht situationsbezogen, sondern eine Vorgabe des Trainer zu sein. Gestern betonte Sportdirektor Rico Rossi auf Nachfrage von Hockeyweb allerdings noch einmal, dass Gerd Wittmann „nur“ eine Interimslösung ist. Wie die „Heilbronner Stimme“ meldet, scheint dessen Amtszeit aber durchaus noch von etwas längerer Dauer zu sein, da Igor Pavlov den Falken abgesagt habe

Leider nur ein Punkt

Zweimal konnten die Falken gestern in Führung gehen. Zweimal konnten die Tabellenführer aus Rosenheim ausgleichen. In der fälligen Verlängerung, nach 60 Spielminuten stand es 2:2, traf Andrej Strakhov nach einem Abpraller von Falken-Goalie Sinisa Martinovic zum 3:2 Entstand.

[AD_MRECT]Schon zu Beginn des Spiels zeigten beide Mannschaften viel Einsatz und boten hohes Tempo. Bereits nach zwei Minuten hätte der Kapitän Robert Hock den Vorletzten in Führung schießen können. Bei einem Unterzahlkonter machte er alles richtig. Einzig der Pfosten stand dem Führungstreffer im Weg. Im ersten Überzahlspiel konnten die Falken dann doch in Führung gehen. Adriano Carciola traf zum 1:0. Zur Mitte des ersten Drittels konnten die Rosenheimer das erste Mal ausgleichen. Tyler McNeely traf nach vier Sekunden im Powerplay. Auffallend war die harte Gangweise der Starbulls. Oft waren die Schläger sehr hoch. Robert Hock bekam dies heftig zu spüren. Norman Hauner traf ihn im Gesicht. Da Hock das Eis kurzfristig blutend verlassen musste, blieb dem Schiedsrichter nichts anderes übrig, als gegen den Rosenheimer eine große Strafe und eine Spieldauerdisziplinarstrafe auszusprechen. Das anschließende Powerplay konnten die Falken nicht nutzen und so ging es mit einem Unentschieden in die erste Pause.

Auch im zweiten Drittel erwischten die Falken den besseren Start. Diesmal war es Andrej Bires der die Falken erneut in Führung brachte. Im weiteren Verlauf des Mittelabschnitts zeigten die Falken deutlich, dass ihr Tabellenplatz nicht dem Leistungsvermögen entspricht. Allerdings konnte man aus vielen guten Einschußmöglichkeiten kein Kapital in Form eines weiteren Treffers schlagen. Wie  eingangs bereits beschrieben, ging die taktische Vorgabe auf. Immer wieder suchten die Falkenspieler den Weg in die Ecken um dann gefährliche Pässe vor das Tor zu spielen. Ein gut aufgelegter Frederic Cloutier im Gehäuse der Gäste klärte oft in höchster Not. Die alte Weisheit, dass man irgendwann einen Gegentreffer hinnehmen muss, wenn man eigene Chancen auslässt bewahrheitete sich auch heute wieder. Kurz vor Ende des zweiten Drittels traf Domenic Auger von der blauen Linie. Erneut ging man mit einem Unentschieden in die Pause.

Das letzte Drittel wurde dann durch stärker werdende Gäste geprägt. Die Angriffe der Falken begrenzten sich größtenteils auf Konter. Doch ein weiterer Treffer fiel nicht. In der Verlängerung änderte sich die optische Überlegenheit der Gäste auch nicht. Die gesamte Overtime fand fast ausschließlich im Verteidigungsdrittel der Falken statt. Sinisa Martinovic konnte zunächst alle Pucks abwehren. In der 63. Minuten änderte sich dies. Einen Schuss aus spitzem Winkel konnte er zunächst abwehren, allerdings nicht festhalten. Sicherlich war auch etwas Pech dabei, als die Scheibe direkt bei Andrej Strakhov vor dem Schläger landete. Er nutze die Chance und versenkte den Puck im leeren Tor.

Trotz dieser Niederlage haben die Falken mit insgesamt vier Punkten ihr erfolgreichstes Wochenende in dieser Saison abgeliefert. Einen Wermutstropfen gibt es dennoch: Frantisek Mrazek fiel mit einer Rippenverletzung aus und konnte nicht bis zum Ende mitwirken.

Weiter geht es für die Falken mit zwei Auswärtsspielen. Am Donnerstag hält der Mannschaftsbus zunächst in Kaufbeuren, bevor es am kommenden Samstag zum Derby nach Bietigheim geht. Können die Falken an die heutige Leistung anknüpfen, sind Punkte wahrscheinlich.