Nach starkem Start verliert der EC Bad Nauheim die Puste Zwei Gesichter des EC Bad Nauheims prägten die Saison

Wird Kreutzer-Nachfolger in Bad Nauheim: Hannu Järvenpää. (Foto: dpa/picture alliance)Wird Kreutzer-Nachfolger in Bad Nauheim: Hannu Järvenpää. (Foto: dpa/picture alliance)
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Nachdem der EC Bad Nauheim in den zwei vergangenen Spielzeiten jeweils das Viertelfinale der DEL2 direkt erreichen konnte, war die Erwartungshaltung im Umfeld und gerade bei den Fans auch in dieser Saison nicht minder groß. Diese Saison sollte eine ganz besondere werden, hatte man doch am 5. April 2019 den Zuschlag erhalten, ein Winter-Game ausrichten zu dürfen. Als Austragungsort für dieses Freiluftspiel konnte man das Sparda-Bank-Hessen-Stadion, Heimat der Offenbacher Kickers, für sich gewinnen. Gegner in dieser DEL2 Begegnung war kein geringerer als der Erzrivale vom Main, die Löwen Frankfurt.

 

Im vergangenen Sommer gelang es den Verantwortlichen mit wichtigen Spielern zu verlängern, so blieb mit Felix Bick der Torhüter der DEL2 Saison 2018/2019, mit Cody Sylvester, Andrej Bires und Zach Hamill konnte man weitere wichtige Scorer in der Wetterau halten. Allerdings musste man trotz aller Bemühungen auch einen herben Verlust hinnehmen, denn Dustin Sylvester, der mit 71 Punkten der drittbeste Scorer der Liga in der Vorsaison gewesen war, beendete etwas überraschend seine Karriere. Diesen Verlust wollte man mit dem zweifachen dänischen Meister Tyler Fiddler kompensieren. Zudem holten die Verantwortlichen mit Andreas Pauli einen absoluten Publikumsliebling aus Bad Tölz zurück in die Kurstadt. Auf der Verteidigerposition konnte man mit Aaron Reinig einen weiteren bekannten Namen verpflichten, dessen Vater, Dale Reinig, eine Legende in Bad Nauheim ist: Dale Reinig spielte insgesamt sieben Saisons für den „EC“. Leider sollte Aaron aufgrund eines Kreuzbandrisses in der Vorbereitung kein Punktspiel für die Nauheimer in dieser Saison bestreiten. Etwas überraschend vertrauten die Verantwortlichen dem erst 20 Jahre alten finnischen Verteidiger, Jesper Kokkila, eine der wenigen verbliebenen Ausländerlizenzen an. Als neuen Kooperationspartner aus der DEL konnte man die Kölner Haie für sich gewinnen. Der KEC stattete insgesamt neun seiner jungen Spieler mit einer Förderlizenz für Bad Nauheim aus – unter anderem Goalie Bastian Kucis, der als Backup hinter Felix Bick fungieren sollte. In Manuel Strodel wurde ein mit 300 DEL-Spielen sehr erfahrener Spieler von der Düsseldorfer EG verpflichtet.

Mit der Saisonvorbereitung war man in der Wetterau weitestgehend zufrieden, auch wenn diese mit einer Bilanz von vier Siegen und fünf Niederlagen leicht negativ ausfiel. So wusste man jedoch mit dem Turniersieg in Herne und guten Leistungen gegen Dornbirn (EBBEL) und den Kölner Haien (DEL) durchaus zu überzeugen.

Nach nur einer Niederlage im Monat September erwischten die Nauheimer einen nahezu perfekten Start in die neue DEL2 Saison und erarbeiteten sich Platz fünf in der Tabelle. Schon am 3. Spieltag der Saison gelang es mit einem 7:6-Erfolg nach Verlängerung gegen Frankfurt einen ersten positiven Impuls zu setzen.

In den Oktober startete man jedoch mit drei krachenden Niederlagen, in denen man nur drei eigene Treffer erzielen konnte und achtzehn Gegentreffer kassierte. Zu allem Überfluss verletzte sich Cody Sylvester bei der 1:7-Niederlage im Heimspiel gegen die Heilbronner Falken schwer und musste nach 40 gespielten Minuten das Eis verlassen. 

In der folgenden Woche reagierte der „EC“ auf die personelle Notlage. Im Sturm konnte der letztjährige Deggendorfer Kyle Gibbons verpflichtet werden. Mit Mike Card lotste man einen ehemaligen Frankfurter Verteidiger in die Wetterau. Nach anfänglichen Schwierigkeiten im Monat Oktober rückten die Kurstädter mit 19 Punkten aus den letzten sieben Spielen vor der Länderspielpause sogar auf Rang vier der Tabelle vor.

Mitte November fanden sich die Mittelhessen sogar zwischenzeitlich auf Platz zwei der DEL2-Tabelle wieder. Als Tabellenzweiter entschieden die Nauheimer auch das Spitzenspiel beim Tabellenführer den Kassel Huskies mit 3:2 für sich. Sportlich konnte man Ende November durchaus zufrieden sein. Personell sah das nach den verletzungsbedingten Ausfällen von Tyler Fiddler und Zach Hamill jedoch anders aus. Mit Jack Combs (früherer DEL Top-Torjäger) und Jared Gomes (ehemals SC Riessersee) verpflichtete man zwei weitere Kontingentspieler.

Nach 26 gespielten Partien, genau zur Halbzeit der Saison, empfing der Tabellendritte, der EC Bad Nauheim, den Tabellenachten, die Löwen Frankfurt, zum Winterderby im Sparda-Bank-Hessen-Stadion – umgekehrte Vorzeichen aus hessischer Sicht zum Freiluft-Duell quasi. 

Samstag, den 14.12.2019, eröffnete das Sparda-Bank-Hessen-Stadion, ehemals Bieberer Berg, seine Pforten zu dem größten Eishockey-Event der Region. Knapp über 15.000 Zuschauer, von denen es über zwei Drittel mit dem EC Bad Nauheim hielten, wollten sich dieses Eishockey-Spektakel nicht entgehen lassen. Rundherum um das Offenbacher Fußballstadion waren Merchandise-Stände, kleine Aktivitäten für Kinder sowie Essens- und Getränke-Stände aufgebaut. Die Hauptattraktion des Abends befand sich jedoch innerhalb des Stadions, auf dem heiligen Rasen der Kickers. Die Eisfläche mit Banden, Spieler- und Strafbänken, hatte alles, was es für ein großes Eishockeyspiel braucht. Vor dem Haupt-Event durfte der Eishockeynachwuchs und die Eiskunstläuferinnen des EC Bad Nauheim zeigen, was sie draufhaben. Für den musikalischen Rahmen sorgte die Rock-Band „die Donots“, zudem gab es weitere Showacts in den Drittelpausen.

Beide Teams trugen ein für dieses Spiel speziell entworfenes Trikot: der EC eines mit einem Teufelskopf sowie glühenden gelben Augen und zwei gewaltigen Hörnern, die Löwen Frankfurt trugen ihrerseits ein extra entworfenes goldenes Bembel-Trikot.

Beide Mannschaften hatten in den ersten beiden Dritteln mit dem Eis zu kämpfen, was laut Aussage beider Teams etwas „zu weich“ war. Nach dem ersten Drittel, in dem Martin Buchwieser für Frankfurt und aufseiten Nauheims Andreas Pauli erfolgreich waren, ging es mit einem 1:1 in die Pause, torlos endete das zweite Drittel. 

Das vermeintlich letzte der drei Drittel war an Spannung nicht zu überbieten und begann mit einem Traumtor für die Löwen Frankfurt. Nach wenigen Sekunden nahm Roope Ranta die Scheibe hinter dem Tor von Felix Bick mit Druck auf seine Kelle und hob diese mit einem sogenannten „Michigan Move“ auf dem Schläger balancierend über die linke Schulter von Felix Bick ins Nauheimer Gehäuse. In der 47. Spielminute konnte Andrej Bires für die Hausherren zum 2:2 ausgleichen. Nun begann bei beiden Fanlagern das große Zittern, denn keiner wollte dieses Spiel verlieren. In der regulären Spielzeit fiel kein Treffer mehr, das Spiel ging mit einem Stand von 2:2 in die Verlängerung.

Auch nach der Verlängerung stand die Entscheidung noch aus. Das anschließende Penaltyschießen musste über den Ausgang dieser besonderen Partie entscheiden. Erneut war es Roope Ranta, der die Löwen Fans jubeln ließ und mit zwei verwandelten Penaltys für den Sieg der Frankfurter sorgte. Aufseiten des EC Bad Nauheim konnte nur Neuzugang Jack Combs einen seiner zwei Penaltys verwandeln – Endstand der Partie 2:3 nach Penaltyschießen aus Sicht des EC Bad Nauheim.

Ein großes Abschlussfeuerwerk, bei dem die Spieler beider Mannschaften auf dem Eis blieben, rundete diesen für die Rhein-Main-Region besonderen und durch den EC Bad Nauheim toll organisierten Eishockey-Festtag perfekt ab.

Die Niederlage in dem wohl doch emotional wichtigen Winterderby schien den Negativtrend der restlichen Saison eingeleitet zu haben. Der direkt nach dem Derby auslaufende Vertrag von Kyle Gibbons wurde nicht verlängert. Zum Jahreswechsel baten Daniel Stiefenhofer (jetzt Ravensburg) und Manuel Strodel (jetzt Frankfurt) jeweils um die Auflösung ihrer Verträge. Nachdem die erste Hälfte der Saison eine der besten in der bisherigen Nauheimer DEL2-Geschichte war, holte man mit nur 21 Punkten gerade mal ein Drittel der möglichen Punkte in den beiden letzten Monaten der Saison. Durch einen Erfolg im letzten Spiel zu Hause gegen Kaufbeuren und einer gleichzeitigen Niederlage von Ravensburg gegen Freiburg hätte man Platz 6 und die damit direkte Teilnahme am Playoff-Viertelfinale der DEL2 jedoch noch erreichen können. Da die Hausherren die Führung im letzten Spiel  nicht über die Zeit brachten, wie so oft in dieser Saison und vor allem auch die Begegnung gegen den Angstgegner aus Kaufbeuren am Ende mit 3:5 verloren, musste man sich in der Wetterau mit Platz 7 und den damit verbundenen Pre-Playoffs begnügen. Die beiden Pre-Playoff-Begegnungen gegen die Dresdner Eislöwen gingen vor allem aufgrund schwacher Defensivleistungen beide verloren.  

Aus sportlicher Sicht hätte man sich gerne auch in dieser Spielzeit direkt für das Viertelfinale qualifiziert. Aus finanzieller Sicht sieht es dieser Tage wohl eher anders aus. Als einer der vier Clubs, die in den Pre-Playoffs aktiv waren, konnten sich die Nauheimer zumindest über die Zuschauereinnahmen von einem zusätzlich Heimspiel freuen, nachdem die Liga noch am Dienstag vor dem Start der Playoffs und der Playdowns aufgrund der rasanten Entwicklung in der Corona-Krise die DEL2 Saison 2019/2020 vorzeitig für beendet erklärte. 

Der EC Bad Nauheim stellte mit nur 141 erzielten Toren die schwächste Offensive der Saison 2019/2020. Top-Scorer wurde mit 42 Punkten Andrej Bires. In der Powerplay-Statistik belegten die Kurstädter mit schwachen 14,8 % den letzten Platz. Defensiv rangierte der EC Bad Nauheim mit 164 Gegentoren im Mittelfeld der Tabelle. Gerade im zweiten Teil der Saison war man defensiv oft zu weit weg vom Gegner, agierte zu passiv und hielt ein ums andere Mal die defensive Grundordnung nicht. Mit einem Unterzahlwert von 78,1 % reihte man sich auf Platz 10 der Liga ein. Im Tor überzeugte Felix Bick mit einer Fangquote von 91,48 % in 47 absolvierten Spielen erneut.

 

Mit Hannu Järvenpää gelang es einen der Wunschkandidaten auf der Trainerposition für die kommende Saison in die Wetterau zu holen. Unterstützt wird er von Harry Lange, der weiterhin das Amt des Co-Trainers inne hat. 

Bisher stehen mit Felix Bick, Andreas Pauli, Daniel Ketter, Aaron Reinig, Marc EL-Sayed und dem aus Bayreuth verpflichteten Tomas Schmidt sechs Spieler unter Vertrag. Dazu verfügen Nicolas Cornett und Niklas Heyer über laufende Förderverträge. Den Verein verlassen werden Marcel Kahle, der seine Karriere beendet, und Andrej Bires, den es in die DEL zieht. 

In Sachen Kontingentspieler stellt man sich in der Wetterau komplett neu auf. Cody Sylvester, Zach Hamill, Jack Combs, Tyler Fiddler und Jesper Kokkila, erhalten keine neuen Verträge für die kommende Saison. Mit den Kölner Haien steht man derweil in gutem Kontakt, sich auch für die neue Saison auf eine Kooperation zu einigen.

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