Nach Katastrophenvorstellung folgt Galaauftritt - 3:0 gegen Kassel

Regensburg: Eisbären scheitern an Rostislav HaasRegensburg: Eisbären scheitern an Rostislav Haas
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Wie bereits beim letzten

Heimspiel gegen den EV Landsberg schaute man nach dem heutigen Match gegen die

Kassel Huskies in fassungslose Regensburger Fangesichter. Diesmal sollte das

Erstaunen allerdings positiver Natur sein. Die Eisbären präsentierten sich ohne

die gesperrten Jason Miller, Brandon Dietrich und Josh MacNevin von der ersten

Minute an in glänzender Verfassung. Der Personalmisere zum Trotz bat im Laufe

der Woche auch noch Verteidiger Oliver Bernhardt um Vertragsauflösung.

Desweiteren hatten die Mannen von Beppo Schlickenrieder den verletzungsbedingten

Ausfall von David Cermak zu verkraften. Alles sollte sich in den aus

Regensburger Sicht besten sechzig Eishockeyminuten der laufenden Saison als

nichtig erweisen. Die Hausherren kämpften bedingungslos um jeden Zentimeter Eis.

Der Wille der Oberpfälzer hätte am heutigen Abend wohl Berge versetzen können.

Jeder stand für den anderen ein und endlich war auch eine rege Kommunikation

innerhalb des Teams zu beobachten. Selbst die knapp 500 Gästefans, die extra mit

einem Sonderzug angereist waren, zollten den Eisbären nach Spielende Respekt.


Bereits in den ersten fünf Minuten hätten die Hausherren zwei bis drei Tore

erzielen können, scheiterten aber zunächst an Sebastian Elwing im Gehäuse der

Huskies. In der 15. Minute war es dann aber soweit. Axel Hackert nutzte eine

schöne Vorarbeit von Ervin Masek zum 1:0. Kurz darauf hätte Brent Gauvreau

beinahe das 2:0 erzielt, fand jedoch mit seinem Schuss aus kurzer Distanz in

Sebastian Elwing seinen Meister. Überhaupt war Gauvreau der einzige ausländische

Feldspieler der Gastgeber. Die zweite Kontingentstelle wurde von Goalie Patrick

Couture eingenommen. Der Kanadier brachte die Angreifer des Tabellenführers mit

sensationellen Paraden ein ums andere Mal zur Verzweiflung, so dass es mit

dieser hauchdünnen Führung in die Kabine ging.


Wer in der Drittelpause dachte

die Regensburger müssten ihrem hohen Tempo im ersten Spielabschnitt Tribut

zollen, sah sich getäuscht. Genauso wach und nicht minder torgefährlich kamen

die Eisbären aus der Kabine, konnten aber ihren Vorsprung zunächst nicht

ausbauen. Nach knapp 30 gespielten Minuten hatten die Kasseler sogar die große

Chance zum Ausgleich. Über eine Minute waren sie mit zwei Mann mehr auf dem Eis,

aber Patrick Couture schien heute unbezwingbar. Als Huskie-Verteidiger Drew

Bannister in der 33. Minute wegen eines Stockchecks eine

Spieldauerdisziplinarstrafe erhielt, erarbeiteten sich die Regensburger Chancen

im Sekundentakt. Das längst überfällige 2:0 sollte Andreas Driendl in der 35.

Minute allerdings beim Spiel vier gegen vier gelingen. Ervin Masek hatte

zwischenzeitlich eine Strafzeit wegen Haltens kassiert.


Mit diesem Vorsprung

ging es dann auch in den Schlussabschnitt. So richtig siegessicher war man sich

in der Domstadt aufgrund des überraschenden Zwischenstandes aber immer noch

nicht. Sehr viel wahrscheinlicher wurde die Sensation aber, als erneut Andreas

Driendl in der 44. Minute auf 3:0 erhöhen konnte. Das Publikum tobte jetzt und

reagierte mit stehenden Ovationen auf diese Energieleistung ihrer Mannschaft.

Selbst in der Folgezeit fanden die Kasseler kein Rezept, um Patrick Couture

ernsthaft in Verlegenheit zu bringen. Zu souverän stand die Defensive der

Gastgeber. Besonders der überragende Chris Heid bestach durch excellentes

Stellungsspiel. Aber auch Shayne Wright nutzte erstmals in dieser Saison seine

Chance und spielte ruhig und souverän.


Noch lange nach dem Schlusspfiff wurden

die Eisbären von ihren Anhängern gefeiert, in der Hoffnung, jetzt endlich die

Wende zum Guten geschafft zu haben. Selbst der vielgescholtene Regensburger

Kapitän Jason Miller stellte sich in den Dienst der Mannschaft und quittierte

jede gelungene Aktion von der Spielerbank aus mit

Applaus.


Am Sonntag muss man beim

ESV Kaufbeuren nachlegen, um gestärkt in die letzten vier Spiele der regulären

Saison zu gehen. Der erste Schritt ist gemacht und die Fans scheinen trotz

diverser Leistungsschwankungen kompromisslos hinter der Mannschaft zu stehen.

Heute gelang den Eisbären nicht nur ein Sieg, es war auch ein Abend, der

Hoffnung macht.

 

Von Michael

Pohl


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Freitag 16.09.2022
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