Nach erneuter Berg- und Talfahrt: Quo vadis, Dresdner Eislöwen? Abgelaufene Spielzeit als Chance für die Zukunft

Rico Rossi übernahm die Dresdner Eislöwen während der Saison.  (Foto: dpa/picture alliance)Rico Rossi übernahm die Dresdner Eislöwen während der Saison. (Foto: dpa/picture alliance)
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Gratton nur vier Spiele Trainer – Thomas Barth tritt zurück

Die Dresdner Eislöwen wollten unbedingt einen Fehlstart wie im Vorjahr vermeiden. Doch nach vier Spieltagen und einer 1:7-Schlappe in Freiburg zog man in der Elb-Metropole zeitig die berüchtigte Reißleine. Bradley Gratton musste seinen Posten räumen und kurz darauf trat Sportdirekter Thomas Barth zurück. Dessen Position wurde trotz vieler Verdienste für den Standort und Nachwuchs immer wieder kritisch in Dresden diskutiert.

Ricco Rossi übernimmt – Besserung nach dem „International Break“

Auch die folgende Personalentscheidung sorgte für hitzige Diskussionen: Die Sachsen präsentierten Ricco Rossi als neuen Trainer. Dessen Start verlief mit dem 5:3-Derbysieg gegen Crimmitschau erfolgreich. Der weitere Weg war dennoch sehr steinig. Die Mannschaft wirkte nicht fit, spielte behäbig und sammelte bis zur Spielpause im November nur neun weitere Punkte. Trotz zwei Niederlagen nach der Pause lief es dann deutlich besser. Der 7:5-Comeback-Sieg gegen Bietigheim war wohl so ein magischer Wendepunkt. Bis zum Hockey-Open-Air im Januar 2020 konnten die Eislöwen so kontinuierlich punkten und sich an die Pre-Play-off-Ränge heran pirschen. Besser als Platz neun waren die Dresdner aber nie im Saisonverlauf und am Ende musste sprichwörtlich bis zur letzten Sekunde gezittert werden. Mit Ach und Krach verteidigte man gegenüber dem sächsischen Konkurrenten aus Weißwasser den zehnten Platz und sicherte damit zum siebten Mal in Folge den direkten Klassenerhalt.

Souveräne Pre-Play-off-Serie gegen Bad Nauheim  

Pünktlich zur besten Zeit des Eishockey-Jahres schienen die Dresdner wieder vollauf in der Spur zu sein. In der Pre-Play-off-Runde setzte man sich in zwei Spielen souverän gegen Bad Nauheim durch, ehe die Corona-Krise für eine vorzeitige Sommerpause sorgte. Im Viertelfinale hätte man den Hauptrundenmeister aus Frankfurt herausgefordert.

Die Spieler: Goalie-Probleme – Hanusch läuft heiß – Fairplay-Geste von Pohl

Analog zur gesamten Mannschaft waren auch die Goalies auf der Suche nach ihrer Konstanz. Licht und Schatten wechselten sich bei Marco Eisenheut (Fangquote 88,56 Prozent)  und Florian Proske (87,71 Prozent) beständig ab. Zum Ende setzte sich der nachverpflichtete Riku Helenius (89,39 Prozent) als Stammgoalie durch. Seine wohl beste Saison spulte Verteidiger Steve Hanusch mit 20 Vorlagen und elf Toren in der Hauptrunde ab. Neuzugang Dale Mitchell (29 Vorlagen, 27 Tore) hätte man gern länger in Dresden gehalten. Allerdings stimmte für den Spieler das Gesamtpaket in Dänemark besser. Bei Jordan Knackstedt klemmte zwischendurch etwas der Motor, kam zuletzt aber auch immer besser in Fahrt. Nach 98 Punkten in der Vorsaison stehen in der abgelaufenen Spielzeit 72 Scorerpunkte in seiner Vita. Sein kongenialer Partner Nick Huard brachte es auf 62 Punkte. Ein anderer Spieler wird wohl aufgrund einer besonderen Aktion länger im Rückspiegel der Saison in Erinnerung bleiben. Petr Pohl, während der Hauptrunde nachverpflichtet, avancierte nicht nur wegen seiner Fairplay-Geste im Derby gegen Weißwasser, zum absoluten Liebling der Fans. Mit seiner intensiven Spielweise und seinen offenherzigen Emotionen sammelte der Tscheche  in Kürze viele Pluspunkte. So verwundert es kaum, dass viele Fans Pohl über den Sommer hinweg in Dresden sehen wollen.

Wohin führt der Weg?

Ganz nüchtern betrachtet könnte man meinen, dass die Dresdner seit einiger Zeit auf der Stelle treten. Bei genauerem Hinsehen lassen sich aber durchaus kleine Schritte nach vorn erkennen. So konnte man zum Beispiel mit Marco Stichnoth einen erfahrenen Mann als sportlichen Berater gewinnen. Die aktuelle schwierige Zeit kann für eine ausführliche Analyse der letzten Monate genutzt werden. Sicher müssen in Dresden nochmal einige Steine umgedreht werden und Bäume wachsen nicht in den Himmel. Die Mitnahme der Fans, eine eigene auf den Standort zugeschnittene Philosophie und eine Spielidee an der man die Eislöwen aus Dresden sofort erkennen kann – das sind die Themen für das hier und jetzt. Mit Ricco Rossi hat man dafür den richtigen Trainer am Standort. Und so sollte man auch die abgelaufene Spielzeit als Chance für die Zukunft sehen. Nicht alles war so schlecht, wie es manchmal aussah. Nun liegt es am Standort selbst, was man daraus für die Zukunft entstehen lässt. 


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