Nach 0:1-Rückstand: Cannibals 2:1-Derbysieger

Cory Gustafson kehrt nach Landshut zurückCory Gustafson kehrt nach Landshut zurück
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Es war ein hartes Stück Arbeit, das die Landshut Cannibals am Freitagabend verrichten mussten, ehe der 2:1-Erfolg gegen den niederbayerischen Rivalen Straubing Tigers unter Dach und Fach gebracht war. Lange hatte es so ausgesehen, als könnten die Gäubodenstädter ihre Derby-Erfolgsbilanz gegen die Kannibalen weiter ausbauen, dann aber sorgten Markus Welz und Alex Feistl mit ihren Treffern im Schlussabschnitt dafür, dass das Stadion am Gutenbergweg nach 60 spannenden Minuten einem Tollhaus glich. Die 4075 Zuschauer hatten weniger eine Partie mit spielerischen Highlights erlebt - dafür war im Passspiel der Cannibals einfach noch zu viel Sand im Getriebe - sondern konnten vielmehr erfreut feststellen, dass die Englbrecht-Truppe rechtzeitig zum Start in die Zweitliga-Saison 2004/2005 zu den Tugenden zurückgefunden hatte, die in den vergangenen Jahren der Schlüssel zum Erfolg waren: Kampfgeist und Siegeswille!

Die Gastgeber kamen besser aus den Startlöchern: Kamil Toupal sorgte im Powerplay bereits in der zweiten Minute für einen ersten Warnschuss, der jedoch ebenso wenig von Erfolg gekrönt war, wie die Angriffsbemühungen der Cannibals in den folgenden Minuten. Ein Gewühl vor seinem Tor überstand Tigers-Goalie Mike Bales unbeschadet und als Bobby Brown eine Hereingabe von Thomas Daffner verfehlte, brauchte der Kanadier erst gar nicht eingreifen. Erst in der sechsten Minute kamen die Gäste zum ersten Torschuss, als Josef Lehner von der "Blauen" abzog. Fast im Gegenzug die große Chance für Robert Pell, der aus kurzer Distanz zum Schuss kam, jedoch Bales, der mit dem Schoner zur Stelle war, das Erfolgserlebnis überlassen musste. Dann die kalte Dusche für die Heimischen: Neu-Tiger Max Seyller setzt sich gegen die nicht konsequent eingreifende Cannibals-Defense durch und zieht aus halbrechter Position ab - Nolan McDonald schien den Schuss entschärft zu haben, zu seinem und dem Entsetzen seiner Mannschaftskollegen findet die Hartgummischeibe jedoch irgendwie einen Weg durch die Schoner und trudelt zum 0:1 über die Linie. Ein durchaus in mehrfacher Hinsicht vermeidbarer Gegentreffer nach nur 7:15 Minuten. Thomas Schinko versucht es mit einem wuchtigen Schuss, Bales ist aber erneut zur Stelle. Auch weiterhin mussten sich die Kannibalen gegen eine gut gestaffelte Gäste-Abwehr mit Versuchen aus der Distanz zufrieden geben. Damit war jedoch Mike Bales nur bedingt aus der Ruhe zu bringen. So musste gegen Ende des ersten Drittels Nolan McDonald gegen Trevor Gallant sein Team vor einem höheren Rückstand bewahren.

Im Mittelabschnitt beschränkten sich die Tigers weitestgehend darauf, die Angriffsbemühungen der Cannibals zu unterbinden, blieben aber bei diversen Gegenstößen vor allem in der ersten Hälfte des Drittels gefährlich. So musste Nolan McDonald gegen Niklas Hede, erneut Trevor Gallant und Max Seyller schon gewaltig aufpassen, um größeren Schaden zu verhindern. Auf der anderen Seite scheiterten Thomas Daffner und im folgenden Powerplay Zareba an Bales. Mit etwas Glück blieb der kanadische Goalie auch im nächsten Überzahlspiel der Kannibalen ohne Gegentor: Aki Tuominen, Bobby Brown, Markus Hundhammer und Thomas Daffner versuchten sich nacheinander erfolglos an Mike Bales, der in der 37. Minute auch Alex Rusch's Bauerntrick-Versuch abwehren konnte. So blieb es trotz der Überlegenheit der Cannibals, die sich gegen eine weiterhin gut postierte und die Räume dicht machende Gäste-Abwehr aber vornehmlich mit Distanzschüssen behelfen mussten, in den letzten Minuten des Mittelabschnitts beim 0:1.

Auch zum Start des letzten Drittels durften sich die Dreihelmenstädter im Powerplay versuchen. Und diesmal waren ihre Bemühungen endlich von Erfolg gekrönt: Zwar verpasste erst Bobby Brown eine Tuominen-Hereingabe und Sekunden später zielte Zdislaw Zareba knapp über den gegnerischen Kasten, 72 Sekunden nach Wiederbeginn war es dann aber doch so weit: Markus Welz schloss einen sehenswerten Angriff über Kamil Toupal und Eric Dylla mit dem Treffer zum 1:1-Ausgleich ab. Landshut setzte nach, rannte jedoch vorerst vergeblich an. Die Gäste mussten sich nach dem Ausgleichstreffer wieder mehr in die Offensive begeben, was schließlich auch für einige heikle Situationen vor dem Tor von Nolan McDonald sorgte. Der Kanadier reagierte gegen Niklas Hede glänzend und entschärfte in der Folge auch einen Versuch seines Landsmanns Norman Batherson. Auf der gegenüberliegenden Seite die große Chance für "Heimkehrer" Thomas Schinko, seine starke kämpferische Vorstellung mit dem ersten Saisontreffer zu krönen. Der Angreifer brachte die Scheibe jedoch nicht am bereits am Boden liegenden Bales vorbei. Zdislaw Zareba wurde von Referee Franz-Josef Trainer in die "Kühlbox" verbannt. Diese Chance nutzten die Tigers nun zu einer stürmischen Phase, in der die Kannibalen nun enorm unter Druck standen. Nolan McDonald "fischte" sich jedoch die Scheibe bei Hämmern von der blauen Linie von Vitali Janke und Norman Batherson ebenso, wie eine Direktabnahme von Jan Schinköthe. Nach gut 53 Minuten war der Landshuter Goalie dann bereits geschlagen, der Puck prallte jedoch vom Torgestänge zurück aufs Feld. In der 57. Spielminute der vielumjubelte Befreiungsschlag: Über Aki Tuominen und Thomas Daffner kommt die Scheibe vor das Straubinger Gehäuse, Youngster Alex Feistl reagiert am schnellsten, behält die Übersicht und bugsiert das Spielgerät zum 2:1-Führungstreffer über die Linie. Keine halbe Minute später leistet sich Chris Bahen im eigenen Verteidigungsdrittel ein Foul und muss für zwei Minuten aufs "Sünderbänklein" - eine Aktion, die durchaus dem Spiel noch eine Wende hätte geben können. Dass dem nicht so war, dafür sorgte schließlich Jason Dunham, als er sich gegen den in Unterzahl durchgebrochenen Thomas Daffner einen Bandencheck leistete und somit die restlichen 73 Sekunden tatenlos zusehen musste, wie die Cannibals ihren knappen Vorsprung geschickt über die Zeit retteten.

Dies war natürlich ein Start in die Runde, wie man ihn sich im Cannibals-Lager erhofft hatte: Drei Punkte auf dem Haben-Konto, eine kämpferisch starke Vorstellung des Teams und ein recht ordentlicher Zuschauerandrang bei spätsommerlichen Temperaturen. Gehen die Kannibalen am morgigen Sonntag beim Erstrunden-Spiel um den Deutschen Eishockey-Pokal in Essen ähnlich engagiert zu Werke, sollte der Einzug in die nächste Runde durchaus realisierbar sein. (gl)

Tore: 0:1 (8.) Seyller (Gallant), 1:1 (42.) Welz (Dylla/Toupal), 2:1 (57.) Feistl (Daffner/Tuominen). Schiedsrichter: Franz-Josef Trainer (Bad Aibling). Strafminuten: Landshut 8, Straubing 14. Zuschauer: 4075

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