München: Volle Hütte und drei Punkte

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Vor der Rekordkulisse von 6012 Zuschauern schlug der EHC München am gestrigen Dienstag den Tabellenführer aus Bad Tölz mit 4:1 (2:0,0:12:0). Im Hexenkessel am Oberwiesenfeld trafen Elvis Beslagic, Chris Bahen, Niklas Hede und Dylan Gyori für München. Den Anschlusstreffer für die Gäste erzielte Floppo Zeller.



Beide Mannschaften begannen etwas verhalten und wirkten nervös. Kein Team wollte durch eine leichtsinnigen Aktion in Rückstand geraten. Erst nach gut vier Minuten gelang es den Hausherren ihr Spiel zu finden. „Bad Tölz mit den eigenen Mitteln schlagen“ schien das Motto, denn plötzlich zeigten sich die Münchner wie sonst häufig die Tölzer Buam auf eigenem Eis. Verbissen und geschlossen, aber fair wurde um jede Scheibe gekämpft und die Initiative ergriffen. Der Tabellenführer aus dem Oberland wirkte etwas überfordert und konnte sich nur mit regelwidrigen Mitteln den Angriffen erwehren. So dass in der 6. Minute mit Christoph Fischhaber und Jean-Philippe Morin gleich zwei Löwen in der Kühlbox saßen. Weil Steve Silverthorn zusätzlich seinen Stock verlor, war die ansonsten sichere Tölzer Verteidigung in dieser Unterzahl chancenlos. Niklas Hede und Dylan Gyori bedienten den an der Blauen Linie lauernden Elvis Beslagic, der seinerseits mit einem sehenswerten Schuss einnetzte.



Die verdiente Führung im prall gefüllten Olympiastadion gab zusätzlich Sicherheit und heizte die Stimmung an. Auch auf dem Eis kochten jetzt die Emotionen. Bei Jean-Phillipe Morin kochten sie gar über. Nachdem der Schiedsrichter aufgrund einer Strafe gegen ihn abgepfiffen hatte, knallte er wütend die Scheibe aus dem Drittel und traf dabei den nur wenige Meter entfernt stehenden Linienrichter. Das Spiel musste bei 16:08 für einen Behandlungspause unterbrochen werden, für Morin war es mit einer Matchstrafe beendet.



München hatte somit nach der vorgezogenen Drittelpause sieben Minuten Überzahl. Weil das Tölzer Bankpersonal Richtung Schiedsrichtergespann schmipfte, zwei Minuten davon erneut mit fünf gegen drei. Aber statt das Spiel zu entscheiden, gelang nur ein weitere Treffer vor dem Seitenwechsel und keiner mehr im regulären zweiten Drittel. Denn wieder vollzählig zeigten die Löwen, warum sie an der Tabellenspitze stehen. Kompaktes Spiel und zügiges umschalten von Verteidigung auf Angriff brachten die Gäste immer besser ins Spiel und setzten jetzt München unter Druck. Doch mit jedem Save wurde EHC Urgestein Joey Vollmer sicherer. Waren seine Verteidiger zu langsam, hielt er den zwei Tore Vorsprung fest. Zumindest bis kurz vor der zweiten Pause. Beim Abstauber von Floppo Zeller hatte er keine Chance. Der gebürtige Münchner, der in den Spielzeiten 05/06 und 06/07 selbst in der Landeshauptstadt spielte, knallte eine im Torraum frei liegende Scheibe im fallen in die Maschen und weckte damit den mitgereisten Tölzer Anhang.



Mit nur einem Tor Vorsprung ging es in den letzten Spielabschnitt. Die Spannung war auf und neben dem Eis förmlich zu spüren. Strafzeiten gab es auf beiden Seiten, Tore erst nach 50 Minuten. München hatte gerade zwei Unterzahlspiele in Folge überstanden und schon ging es wieder Richtung Tor von Silverthorn. Der Tölzer Schlussmann bekam in dieser Phase wieder mehr Probleme. Beim 3:1 war er aber chancenlos. Mehrere Versuche hatte er schon abgewehrt, aber allein gegen eine Münchner Angriffsreihe war zu viel. Niklas Hede erzielte seinen siebten Treffer für München und mit Sicherheit einen der wichtigsten überhaupt. Denn erneut mit zwei Toren Vorsprung, wurden die Hausherren immer selbstbewusster, während den Gästen die Ideen ausgingen. Stattdessen kamen Kammerers Buam wieder häufiger zu spät und kassierten weitere Strafen. Die dritte doppelte Überzahl für München nutzte Dylan Gyori zum 4:1 Endstand. (stu)



Tore: 1:0 (06:29) Beslagic (Hede, Gyori, 5:3), 2:0 (17:58) Bahen (Kompon, Maurer, 5:4), 2:1 (39:32) Zeller (Dubé, Borzecki), 3:1 (49:57) Hede (Dietrich, Schymainski), 4:1 (16:00) Gyori (Rautert, Beslagic, 5:3),



Schiedsrichter: Roland Aumüller (Planegg)

Strafminuten: München 14 – Bad Tölz 22+ 10 (Borzecki) + 25 (Morin)

Zuschauer: 6012