Marco Wölfl steht zwischen den Pfosten der Bayreuth TigersNeuzugang aus Ravensburg

Marco Wölfl spielt nun für die Bayreuth Tigers.  (Foto: dpa/picture alliance)Marco Wölfl spielt nun für die Bayreuth Tigers. (Foto: dpa/picture alliance)
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Der gebürtige Schongauer durchlief zunächst die Nachwuchsabteilungen des EV Landsberg, bevor er – mit einer kurzen Zwischenstation in Klostersee – zu den Tölzer Löwen wechselte und dort zu ersten Einsätzen im Seniorenbereich kam. Ravensburg, Freiburg und Schwenningen waren im Anschluss weitere Stationen des 1,80 Meter großen und 85 Kilogramm schweren Linksfängers.

„Bayreuth hat sich als Standort inzwischen viel aufgebaut und auch die zweite Saisonhälfte zuletzt war beeindruckend. Dort waren sie das zweitbeste Team – ich freue mich, zukünftig ein Teil des Teams zu sein“, begründet Marco Wölfl den Wechsel an den Roten Main. Ein weiterer Aspekt für die Tigers ist der Bayreuther Cheftrainer: „Natürlich hört man sich um, bei Mitspielern und Trainern - und hier konnte ich nur Positives über Petri Kujala hören. Zudem hat er mir in mehreren Telefonaten sehr genau sagen können, was er will und von mir erwartet. Er hat eine klare Linie und das ist natürlich sehr positiv.“

Bayreuth selbst ist dem jungen Torsteher noch nicht bekannt, auch wenn er am vergangenen Samstag in der Stadt war und auf der Geschäftsstelle diverse Formalitäten geklärt hat. „Ich war nur einen halben Tag da und habe mir dabei kurz die Innenstadt angesehen. Aus Erzählungen weiß ich, dass es ganz schön sein soll und der erste kurze Eindruck hat dies bestätigt.“

Als Gegner kennt er die Tigers jedoch ganz gut. Mehrfach ist er mit seinen Teams aus Freiburg und Ravensburg gegen seinen künftigen Arbeitgeber angetreten. Zuletzt stand er Anfang Oktober als Starter für die Towerstars auf Bayreuther Eis und konnte damals, als er nur einen Gegentreffer hinnehmen musste, drei Punkte mit seinen Jungs nach Oberschwaben entführen. Übrigens der einzige Sieg der Towerstars gegen Bayreuth in der abgelaufenen Saison. Bei den restlichen drei Niederlagen gegen die Tigers konnte Wölfl seinem Team nicht helfen, da hier sein Kollege eingesetzt wurde. „Das Gefühl im Tigerkäfig ist ganz cool. Die Zuschauer sind gut drauf und machen Stimmung. Das motiviert natürlich das Heimteam und ist wichtig, um so viele Heimspiele gewinnen zu können, wie möglich.“

Wölfl ist ein Teamplayer und versucht seine Jungs zu pushen, egal ob er auf dem Eis steht oder als Backup agiert. „Als Goalie ist man fast wie ein Einzelsportler, weil man hintendrin steht und manchmal auch der Depp ist, wenn man sich eins fängt – andererseits dann wieder der Gamewinner, wenn man gut hält. Aber es ist ein Mannschaftssport und ich versuche immer, meine Kollegen zu unterstützen. Auch meinen Kollegen im Tor.“ Den angesprochenen Kollegen, Timo Herden, kennt Marco Wölfl als Gegner in der DEL2, aber auch aus Jugendzeiten, als man im BEV-Bereich gemeinsam in Auswahlmannschaften gespielt hat.

„Wir sind gleichaltrig und kennen uns, wir haben jetzt auch bereits Kontakt gehabt und wissen, wie er jeweils andere tickt. Ich bin mir sicher, dass wir uns gegenseitig pushen werden.“ Auch dem ungewöhnlichen Ende der letzten Saison geschuldet, welches für jeden Sportler – auch für Marco Wölfl – ungewohnt war, freut dieser sich umso mehr auf die neue Spielzeit und seinen neuen Club. „Wir waren mit Ravensburg zum Schluss gut drauf und sind zusammengewachsen gewesen. Man freut sich das ganze Jahr auf die Playoffs, die man dann nicht spielen konnte. Irgendwie war das wie ein Schlag ins Gesicht, auch wenn es sicher im Nachhinein betrachtet die richtige Entscheidung war. Aber ich schaue voraus und denke, dass wir mit den Tigers etwas erreichen können. Wenn wir eine gewisse Heimstärke entwickeln und zudem auswärts - auch bei den Favoriten der Liga - den einen oder anderen Sieg holen können, werden wir gut abschneiden und können die Pre-Playoffs erreichen. Das ist und muss auch das Ziel eines jeden Eishockey-Spielers sein.“

Dass die Vorbereitung auf die neue Spielzeit auch bei Marco Wölfl bereits angebrochen ist, kann dieser bestätigen. „Die Situation ist sicher ungewöhnlich, aber ich versuche mich davon nicht beeinflussen zu lassen und trainiere, soweit es geht, wie immer nach einem Sommertrainingsplan.“ Dass man derzeit kein Fitnessstudio besuchen kann, ist für Wölfl kein großes Problem. Zum einen ist er nicht direkt darauf angewiesen und lässt sich – sollten doch einmal Gerätschaften für bestimmte Übungen fehlen – etwas einfallen, was diese kompensieren können.

„Marco Wölfl kam für uns etwas unerwartet auf den Markt und wurde uns angeboten, sodass wir nicht lange überlegen mussten. Er ist für einen Torhüter noch ziemlich jung, hat aber bereits Erfahrung in der DEL gesammelt. Insgesamt können wir so wieder mit einem starken Torhüter-Duo in die Saison gehen“, ordnet Petri Kujala die Verpflichtung des neuen Goalies ein. Marco Wölfl erhält einen Vertrag für die kommende Spielzeit.

Brett Jaeger wird die Tigers dagegen nach zwei Spielzeiten verlassen. Insgesamt 64 Pflichtspiele absolvierte Jaeger für Gelb-Schwarz und war dabei ein wichtiger Faktor in den Playdown-Krimis und einer der Overtime-Helden gegen Deggendorf im Jahr zuvor.

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