Löwen Frankfurt verspielen beinahe eine 4:0-FührungErfolgreiche Neun-Punkte-Mission mit Abstrichen

Eric Stephan von den Löwen Frankfurt. (Foto: dpa/picture alliance)Eric Stephan von den Löwen Frankfurt. (Foto: dpa/picture alliance)
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Auch wenn am Ende ein 6:5-Heimsieg gegen das Schlusslicht Tölzer Löwen gelang und das anvisierte Ziel von neun Punkten aus drei Spielen aufs Löwen-Konto gebucht wurden, blieb es teamintern sicher nicht nur beim „Mund abbutze“, wie der Frankfurter es nennt. 3600 Zuschauer am Ratsweg, darunter wenige reiselustige Fans aus Südbayern, feierten zusammen, rangen gemeinsam den Atem und sahen mit an, wie ein 4:0-Vorsprung dahin schmolz.

„Wir wussten aus den vergangenen Spielen, dass wir Bad Tölz nicht unterschätzen dürfen, sind selber gut gestartet“, so Jung-Stürmer Vladislav Filin. Völlig richtig soweit, führten die heimischen Löwen nach 20 Minuten bereits 4:0, netzten in beiden Überzahl-Situationen eiskalt durch C.J. Stretch ein. „In der Folge kamen leichtsinnige Fehler und wenig schnörkelloses Spiel dazu, wir haben oft versucht, zu schön zu spielen, anstatt geradlinig aufs gegnerische Tor zu spielen. Die Rechnung dafür haben wir kassiert.“ Selbstkritisch im Hinblick auf das angesprochene Backchecking des Tabellenzweiten aus Frankfurt resümiert Filin weiter: „Wir müssen da einfach alle einen besseren Job machen. Gerade Torhüter Brett Jaeger (Anm. d. Red: der nach seiner OP erstmals wieder Eiszeit hatte) haben wir etwas im Stich gelassen. Im Endeffekt haben unsere Special Teams das Spiel gewonnen. Nichtsdestotrotz dürfen wir das zweite Drittel nicht mit 1:4 aus der Hand geben. Das hat weniger damit zu tun, dass wir nur mit drei Reihen spielen, sondern ist eher Kopfsache.“

Und aus Sicht eines Verteidigers? „Wir hatten jetzt am Wochenende zwei harte Spiele, da war die frühe 4:0-Führung eher Gift. Plötzlich kommen einige kleinere Fehler zusammen, die Bad Tölz eiskalt bestraft hat, und es steht 5:4. Das fängt vorne an und hört hinten auf.“ Drei Euro ins Phrasenschwein? Die Aussage von Verteidiger Eric Stephan zur Defensivarbeit des Teams kam ohne Nachfrage.  Aber wie stellt man das ab? „Einfach simpel spielen; Scheibe raus, hart forechecken. Wenn du hart spielst, dann läuft‘s erst! Aber wenn du denkst, es läuft auf einem Bein, kann das auch nach hinten losgehen. Fit genug, um mit drei Reihen durchspielen zu können, sind wir alle. Das ist eine Konzentrationssache. Wenn du dich von Anfang bis Ende konzentrierst, dürftest du weniger Probleme bekommen. Gerade aus diesem Grund habe ich enge Spiele lieber, bei denen man in jeder Sekunde voll konzentriert ist. Im Endeffekt musst du aber auch solche Spiele wie heute gewinnen können.“ Nun kommt für die Löwen-Fans ein Saison-Highlight, denn der Sonderzug nach Kaufbeuren am kommenden Freitag steht auf dem Programm. Stephan gibt sich jedoch bescheiden: „Wir sind erstmals in der neuen Kaufbeurer Arena. Ich denke, es wird auch ein enges Spiel, Kaufbeuren hat eine gute Mannschaft und einen sehr guten Torhüter. Wir müssen von Anfang an konzentriert sein, dann können wir das Spiel auch gewinnen.“ Wie sagte Nils Liesegang erst am Sonntag nach dem 5:1-Sieg gegen Riessersee? „Du musst ja nur ein Tor mehr schießen als der Gegner“. Das haben die Löwen gemacht. Anschauungsunterricht für die Fußball-Kollegen vom BVB? Wohl eher auch nicht.

Maximilian Haas