Löwen Frankfurt sind zurück auf heimischem EisFritzmeier: „Ist wie Eis im Sommer“

Klarer Auswärtssieg in Freiburg - die Löwen Frankfurt starten perfekt in die neue Saison (Foto: dpa/picture alliance)Klarer Auswärtssieg in Freiburg - die Löwen Frankfurt starten perfekt in die neue Saison (Foto: dpa/picture alliance)
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Eine lange Sommerpause scheint sich dem Ende zuzuneigen – so ist die Hoffnung der Vereine und Fans nach zähen Monaten des Ringens und des mittlerweile in der Politik angekommenen rauen Tones. Nach dem Abbruch der Eishockey-Saison Anfang März dieses Jahres laufen in den Hintertüren der Regierungen sowie der einzelnen Vereine Verhandlungen und Szenarien, um den angedachten Starttermin der Punktespiele der DEL und DEL2 Anfang bzw. Mitte November mit Leben zu füllen – und damit die Ränge mit Zuschauern. „Jetzt musst du einen Plan haben“, sinniert Löwen-Sportdirektor Franz Fritzmeier. „Ganz oben steht die Gesundheit und gleichzeitig das wirtschaftliche Überleben für die Vereine, danach ist es wichtig, dass Eishockey gespielt wird – und dann erst kommen Aspekte wie der Erfolg“, ordnet der Sportdirektor die Situation ein, der mit seinen Löwen nach zwei Hauptrundenmeisterschaften und einem knapp verpassten DEL2-Titel angesichts seines Dreijahres-Plans im nächsten Frühjahr den Aufstieg ins Eishockey-Oberhaus DEL finalisieren will. Denselben hohen Stellenwert hat dieser angepeilte Aufstieg für die Löwen weiterhin, ändern sich aktuell jedoch die Prioritäten ob der Corona-Krise und deren Nachwirkungen enorm. „Die ersten Gedanken sind jetzt nicht das Playoff-Finale, sondern das wirtschaftliche Überleben des gesamten Eishockeys und dass wir hoffentlich bald wieder anfangen können überhaupt zu spielen“. Ein erster Schritt ist getan, als zu Beginn der vergangenen Woche erste positive Zeichen für Zuschauer in geschlossenen Stadien seitens der Politik bis zu 20% der Stadionauslastung erlaubt wurden. „Ich hoffe für alle Eishockey-Fans und natürlich vor allem auch für unsere tollen Fans, dass alle gesund bleiben und wir uns sobald wie möglich wieder in der Eissporthalle Frankfurt sowie allen weiteren Stadien Deutschlands wiedersehen“. Fritzmeier weiter: „Ich hoffe und gehe davon aus, dass die Politik alles dafür tun wird, natürlich in erster Linie die Gesundheit von uns allen zu schützen, gleichzeitig aber auch alle Hebel in Bewegung setzt, unsere Branche zu unterstützen und unseren tollen Sport zu retten“.

Was unter gegebenen Umständen wie eine Saison-Vorschau unter kuriosen Vorzeichen wirken muss, sind de facto schwammige Hoffnungsschimmer inmitten zäher Spätsommer-Gedanken. Doch Not macht erfinderisch, und so nutzen die Löwen die geringe Zeit in Kurzarbeit als Ressource des Trainings individueller Skills auf Frankfurter Eis: „Für uns ist dies wie Eis im Sommer“, schwärmt der Sportdirektor beinahe, der seit Amtsantritt 2018 für Eis im Sommer im Frankfurter Parlament kämpft, um die Skills seines jüngeren Personals dann weiter auszubauen, wenn andere den langen Sommer genießen – Systeme und Taktiken stehen erst wieder an der Tagesordnung, wenn die Mannschaft komplett auf dem Eis ist.

So arbeiten die Löwen bei der sich bietenden Gelegenheit daran, Schwächen der Spieler auszumerzen und Stärken weiter zu fördern – beispielsweise lauftechnische und stocktechnische Fähigkeiten der Spieler, aber auch Schusstechnik und Positionsspiel stehen derzeit an der Tagesordnung. „Verteidigung fängt nicht erst hinten an, sondern auch schon mit Puckverlust im offensiven Drittel zum Beispiel – beziehungsweise dort, wo man den Puck verliert“, erinnert Fritzmeier. Für diese Gelegenheit ist nicht nur der erfahrene Neu-Trainer Olli Salo an seiner neuesten Wirkungsstätte präsent, sondern das komplette Trainerteam: „Selbst in der Besprechung des Powerplays sitzt der Fitnesstrainer mit dabei. So ist aktuell auch Nachwuchstrainer Jan Barta im Training der Profi-Mannschaft integriert, welches wir eben im Rahmen der Kurzarbeit gestalten. Natürlich sprechen wir auch außerhalb der Arbeitszeit über Eishockey. Gemeinsame Evaluationen der Trainingseinheiten gehören auch dazu“, skizziert Fritzmeier den aktuellen Tagesablauf – und plaudert dabei über Führung: „Dass das Wort Gesetz ist, diese Zeiten sind vorbei.“ Jede müsse sich weiterentwickeln, nicht nur die Spieler auf dem Eis, auch das Team neben dem Eis. „Dass ein Trainerteam als Team agiert und gemeinsam berät, gehört zu einem Profi-Team. Dazu gehören auch der Fitnesstrainer und der Betreuerstab. Das alles ist ein Zusammenspiel, ein Gesamtgefüge“, erklärt der Bad Tölzer sein Erfolgsrezept der vergangenen beiden Jahre am Main – dessen Weg durch eine steinige Vorsaison führte. „Natürlich wollen wir die Tiefs wie in der vergangenen Saison vermeiden und diese minieren“ – eine 1:4-Heimniederlage gegen die Eispiraten Crimmitschau unmittelbar vor dem siegreichen Winter Game beim EC Bad Nauheim stellte Anfang Dezember den Tiefpunkt der letzten Saison mit Abrutschen auf Platz neun dar – „letztlich kommt es aber darauf an, was am Ende der Saison steht“. Mit zwei Hauptrundensiegen und einem knapp verpassten DEL2-Titel im Rücken scheint es durchaus möglich, dass die Löwen in der kommenden Saison den Titel mit den Händen fest umgreifen könnten, sollte die Weiterentwicklung so weitergehen.

Personell hielten die Frankfurter dafür den Stamm der Vorsaison, augenscheinlich fehlt noch ein erfahrener Verteidiger für die noch sehr junge Hintermannschaft. Auf Nachfrage Hockeywebs bestätigt Fritzmeier: „Vor Saisonbeginn soll ein weiterer Kontingent-Verteidiger auf jeden Fall verpflichtet sein, eigentlich sogar zum Start der Vorbereitung der gesamten Mannschaft.“ Wie auch immer: Es darf gerne losgehen!


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