Löwen Frankfurt gewinnen turbulentes Derby gegen Kassel HuskiesMitteldrittel ebnet den Weg zum 5:2-Derbysieg

Leon Hüttl von den Löwen Frankfurt feierte seinen 18. Geburtstag. (Foto: dpa/picture alliance)Leon Hüttl von den Löwen Frankfurt feierte seinen 18. Geburtstag. (Foto: dpa/picture alliance)
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Neben den Querelen im Spiel mit den Schiedsrichtern, die im Mitteldrittel eine Fünfminutenstrafe gegen die Schlittenhunde verhängten und danach eine vermeintliche Strafe wegen Beinstellens gegen die Frankfurter nicht ahndeten, in welchem Überzahlspiel die Löwen mit den Nordhessen Schlitten fuhren und gar dreimal trafen, haderte der Kanadier Rossi auch mit dem verspäteten Beginn der Pressekonferenz. In bester Rumpelstilzchen-Manier begann der nordhessische Übungsleiter schon während des Spiels seine Tiraden gegen die Spielleitung im Mitteldrittel und setzte diese sogar in der Pressekonferenz fort. Doch was war passiert? Nach einem ausgeglichenen ersten Drittel, in welchem die Löwen durch Ex-Husky Lukas Koziol erst neun Sekunden vor Ende des Abschnitts – in Unterzahl und vom Bullypunkt aus, wie man anmerken muss – ausglichen, nahm das Spiel so richtig Fahrt auf.

Zunächst konnte Matt Neal seine blau-weißen Farben wieder in Führung bringen, ehe sich das Spiel drehte. Auch wenn die Löwen das zweite Drittel bis dahin dominierten und eher unglücklich das 1:2 kassierten, konnten sie diesen Umstand erst in Überzahl geradebiegen. Huskies-Verteidiger Andy Reiss checkte beim Stande von 2:1 für Kassel Löwen-Stürmer Nicholas Cornett überhart in die Bande, das Vergehen: Unkorrekter Körperangriff. Für die Schiedsrichter war der Fall klar, nur Rossi beschwerte sich – durchaus vehement – aber erfolglos. Ab sofort nahm das Unheil für die Kassel Huskies seinen Lauf. Erst glich Eduard Lewandowki nach 37 Sekunden in Überzahl aus, ehe erneut Lewandowski auch die 3:2-Führung bescherte – der nach Ansicht des tobenden Rossis eine Strafe gegen die Frankfurter nach sich hätte ziehen müssen, anstatt den dritten Treffer zu kassieren.  Zwei Überzahl-Tore in 44 Sekunden, bei denen es nicht bleiben sollte, denn 47 Sekunden vor Ablauf der großen Strafe der Huskies traf Max Faber zum 4:2 für die Frankfurter Löwen, deren Fans natürlich nun umso mehr feierten.  Und Rico Rossi? Er tobte erneut auf der Bank und anstatt seine Mannschaft neu einzustellen, eine Antwort auf dem Eis zu finden, gestikulierte er in Richtung der Referees – ähnlich wie im März, als die Huskies nach 2:0-Serienführung die Play-off-Serie gegen Frankfurt aus der Hand gaben und viermal in Folge verloren, damit ausschieden – eine Antwort auf die taktischen Änderung des damaligen Interims-Löwen-Trainers Franz Fritzmeier blieb auch da aus.

Auch der letzte Treffer des Abends fiel im Powerplay, als Ex-Löwe Tyler Gron im Anschluss an die drei Tore die nächste Strafe absaß. Unglücklich war dabei, dass das 5:2 vom eigenen Kasseler Verteidiger ins Tor hinter des sonst gut aufgelegten Kasseler Goalies Marcel Melichercik gelenkt wurde. Doppel-Torschütze Eduard Lewandowski assistierte außerdem bei den Treffern vier und fünf, so dass dieser zum Machtwinner des hessischen Nord-Süd-Gipfels avancierte.

Einen besonderen Tag erlebte dabei Leon Hüttl, der am Tag des Derbysieges zugleich 18 Jahre alt wurde: „Bereits meine Eltern meinten, als ich noch 17 war, sie unterstützen mich. Nach heute würde ich sagen, es war die richtige Entscheidung, zumal ich mehr Eiszeit bekomme als erwartet.“ Angesprochen auf die gute Frühform wiegelt er ab: „Wir spielen auf jeden Fall gut, aber da ist noch Luft nach oben. Meine Rolle fülle ich da gerne aus: Auf dem Eis kämpfen, und neben dem Eis kann man ja mal Schmarrn machen“, lacht der Bayer, der wie Sportdirektor Fritzmeier aus Bad Tölz stammt.

Doppel-Torschütze Lewandowski gibt sich bescheiden und weist auf seine langjährigen Erfahrungen hin: „Es gibt immer etwas zu verbessern. Wir haben längst nicht gegen alle Mannschaften gespielt und sind auf gutem Weg – mehr aber auch nicht. Es geht um die Entwicklung.“ Was aber, wenn die Entwicklung bereits jetzt, Ende September, schon weit fortgeschritten scheint? „Das sind eben die Kleinigkeiten, die im Detail zu verbessern sind. Beispielsweise haben wir viele Torchancen zugelassen. Wir müssen die Kleinigkeiten um die Fehler abstellen über die Saison, um was zu erreichen“.  Mit einem Derbysieg ist bereits etwas erreicht, wie man auch in Kassel weiß.

Maximilian Haas

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