Löwen Frankfurt erlegen Lausitzer Füchse im Spitzenspiel5:1-Sieg gegen Weißwasser

David Skokan, Neuzugang bei den Löwen Frankfurt. (Foto: dpa/picture alliance)David Skokan, Neuzugang bei den Löwen Frankfurt. (Foto: dpa/picture alliance)
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Als überzähliger Ausländer pausierte Mathieu Tousignant, für den Neuzugang David Skokan ins Team rotierte. Skokan beteiligte sich am Sieg mit zwei Assists und wusste mit seiner Präsenz als Denker und Lenker zu gefallen. Die Gäste aus dem Osten lieferten den Löwen zu Beginn des Spiels einen offenen Schlagabtausch und gingen in Überzahl in Führung, ließen jedoch mit dem Führungstreffer nach. Bezeichnend war, dass die Löwen beste Chancen schon im ersten Drittel nach dem Gegentreffer ausließen, als die Lausitzer Räume ließen, die sich für die Löwen bis zum Rückstand zuvor nicht öffneten und es den Löwen durch konsequentes Verteidigen schwer machten.

Neuzugang Skokan resümierte begeistert: „Für mich ist das unglaublich hier. Wir haben ein tolles Team mit guten Jungs und toller Stimmung. Ich habe bereits in einigen Ländern gespielt, aber die Atmosphäre hier ist großartig. Zum ersten Spiel bin ich mit dem Zug gekommen, und dann sah ich ein volles Stadion.“ In Skokans erstem Interview gegenüber der Presse sprach dieser von System-Hockey der finnischen Trainer Tillikainen und Raita. Was er damit meint, erläutert er gerne: „Es ist einfaches Eishockey, und das mag ich. So spielten wir auch in Kanada, so wird in Deutschland weitestgehend auch gespielt. Die Spieler helfen sich gegenseitig, man rückt nahe zusammen. Jeder folgt einem Plan, es ist nicht so, dass jeder sein eigenes Ding durchzieht. So läuft das nicht, so funktioniert kein Spiel. Für mich ist das sehr einfach, wenn jeder seine Rolle hat.“ Skokan sieht deutliche Unterschiede im Eishockey, das in den verschiedenen Ländern gespielt wird: „In Tschechien, wo ich gespielt habe, wird zumeist eher defensiv gespielt. Tschechische Mannschaften halten sich mehr in der neutralen Zone auf, es wird mehr Trap gespielt. Es ist schwierig, da durchzukommen. Hier hat man deutlich mehr Offensiv-Szenen, es geht mehr rauf und runter, was mir sehr gefällt. Ich mag das einfache Hockey. Gerade für Fans ist das auch wesentlich interessanter. Auch in Schweden und Finnland wird mittlerweile eher so gespielt. In Russland favorisiert man kombinationssicheres Eishockey mit guten Skatern. Das sind natürlich andere Voraussetzungen.“ Wie es mit einem weiteren Verbleib in Frankfurt aussieht, ist hingegen nicht klar. „Ich bin zwei Wochen hier, bin sehr gerne hier, bin jedoch 34 Jahre alt. Ich muss von Tag zu Tag und von Spiel zu Spiel schauen. Ich darf nicht zu viel darüber nachdenken. Wenn ich zu viel nachdenke, beeinträchtigt das die Leistung.“ Seine ersten beiden Spiele im Löwen-Dress waren jedenfalls gefällig.

Auch Lukas Koziol pflichtet dem bei: „Ich denke, es war ein souveränes Spiel, in dem wir wenig zugelassen haben. Wenn man sich einmal in einen Flow reinspielt, kommt das Selbstvertrauen von alleine. Und so hoffe ich auch für mich, dass ich in den Playoffs nochmals zulegen kann. Die Entwicklung in der Hauptrunde war okay.“ Gänzlich zufrieden wirkt Koziol also nicht, auch mit dem Saisonverlauf? „Sicher lag es bei mir auch am geringeren Selbstvertrauen, zudem musste ich durch die Reihen rotieren. Das trägt nicht zum größeren Selbstvertrauen bei. Insgesamt wollen wir den Platz an der Spitze natürlich behalten, das Team dürfte das auch hergeben.“ Was die Löwen ausmacht, gibt der Füssener auch preis: „Wir haben ein schnelles Team und wollen zielstrebig zum Tor spielen, wir haben vier gute Reihen und ein starkes Forechecking. Auch David Skokan fügt sich da super ein. Ich glaube, es ist schwer, vier Spiele gegen uns zu gewinnen. Auch der Zusammenhalt stimmt. Als es nicht so lief, gab es im Training diverse Auseinandersetzungen, kleinere Raufereien, was zeigt, dass alle wollen. Sogar das gehört dazu. Hinterher lacht man wieder darüber, es schweißt also eher zusammen.“ Wenn es zum Ziel beiträgt, warum nicht?