Löwen Frankfurt drehen Spiel und holen ersten Dreier Mit Konzentration, Charakter und Reihentiefe zum Comeback

Martin Buchwieser von den Löwen Frankfurt scheitert am Ravensburger Torhüter Niklas Treutle. (Foto: dpa/picture alliance/Pressehaus)Martin Buchwieser von den Löwen Frankfurt scheitert am Ravensburger Torhüter Niklas Treutle. (Foto: dpa/picture alliance/Pressehaus)
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Verdient siegte die Salo-Mannschaft am Freitagabend mit einer in weitesten Strecken konzentrierten und bissigen Leistung 5:2 am heimischen Frankfurter Ratsweg und bewiesen mit Treffern aus drei der vier Sturmreihen, dass die vorhandene Reihentiefe ein entscheidender Faktor sein kann.

Sichtlich erleichtert schien Alexej Dmietriev noch nicht vollends. Seine Mannen hatten soeben drei Punkte gegen den oberschwäbischen Tabellenführer perfekt gemacht, doch wirkte es, als hätten die Mannen trotz des 5:2-Sieges noch viel Arbeit vor sich: „Es ist uns zwar nicht alles gelungen – auch weil wir 0:2 hinten lagen. Die Konzentration war in meinen Augen aber 60 Minuten da“, kommentiert der aus Iserlohn an den Main gewechselte Stürmer Dmietriev in Anlehnung an die bisher eher wackligen Leistungen der jungen Saison. Und diese war auch nötig, wollten die Löwen nicht wieder als Verlierer vom Eis gehen. Die Towerstars schockten die Löwen, Yannick Drews nutzte einen Wechselfehler und mit Endstation Driendl kombinierten sich die Gäste ansehnlich zum 0:2 – und bewiesen damit Kaltschnäuzigkeit gegenüber eher spielbestimmenden Löwen. Gerade dann, als die Towerstars die in ihren Reihen vorhandene Erfahrung hätten ausspielen können und clever verwalten konnten, ackerten die Löwen sich ins Spiel. Mit Einsatz und selbstbewusster Körpersprache an der Bande rissen die Löwen das erneut an sich; Topscorer Buchwieser und Collberg egalisierten und leiteten die Wende ein, Verteidiger Marius Erk traf ins lange Eck hinter DEL-Leihgabe Niklas Treutle zum 3:2 und Carter Proft legte für den erstmals wieder nach seiner Verletzung spielenden Mike Mieszkowsi mit tollem Querpass auf – „right on the tape“, wie der Nordamerikaner zu pflegen sagt, spielte Proft den Puck zum vor dem Tor lauernden Miezskowski, ehe Buchwieser nochmals zum 5:2-Endstand traf. 124 Sekunden im 2. Drittel benötigten die Löwen zum Egalisieren des Rückstandes, 113 im 3. Drittel, um mit drei Treffern auf 5:2-Sieg zu stellen. Gäste-Coach Chernomaz attestierte den Löwen vor allen den richtigen Matchplan: „Die Löwen haben es richtig gespielt. Wir hatten unsere Überzahlchancen im 2. Drittel, aber Frankfurt agierte sehr kompakt, körperlich und defensiv stark und mit viel Körperkontakt.“ Ähnlich sieht es Löwen-Trainer Salo: „Konzentration hat gefehlt – aber nicht heute.“ Und schickt neben der Erleichterung über den Sieg ein Extralob für Carter Proft mit: „Wir haben diese drei Punkte gesucht, jetzt sind sie gekommen. Das bringt sehr viel positive Energie für die Mannschaft mit. Dazu möchte ich sagen, dass Proft ein super Spiel gezeigt hat, hat hart gearbeitet, hat damit der ganzen Mannschaft Energie mitgegeben“ – ein Sieg des Willens, nach dem Lob durch den Coach vermutlich umso mehr durch den Deutsch-Kanadier Proft erzwungen.

Umso wichtiger könnte der Sieg und das damit verbundene getankte Selbstvertrauen für die Löwen erscheinen, reisen die Frankfurter am Sonntag doch ins Ellental nach Bietigheim, die am Freitag ihr Heimspiel gegen die Lausitzer Füchse 3:5 verloren und ein Null-Punkte-Wochenende bzw. die zweite Heimniederlage in Serie vermeiden wollen. Mit ähnlicher Konzentration und der passenden Körpersprache wie am Freitag könnte auch das zweite Topspiel am Wochenende für die Löwen Punkte mit zurück an den Main bringen.


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